Leasinggeber: „Kaum Konkurrenz für Händler“

Von Dr. Martin Achter und Silvia Lulei Martin Achter

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Im Gebrauchtwagengeschäft gewinnt der Wettbewerb an Schärfe: Auf dem „Deutschen Remarketing Kongress“ wehrten sich Leasinganbieter gegen den Vorwurf, Konkurrenz für den klassischen Handel zu sein.

(Foto:  Bausewein)
(Foto: Bausewein)

Herstellerunabhängige Leasinggesellschaften sehen sich im Gebrauchtwagengeschäft trotz der Vermarktung von Rückläufern an Endkunden nur bedingt als Konkurrenz für den klassischen Automobilhandel. Auf dem „Deutschen Remarketing Kongress 2015“ – veranstaltet von den Magazinen »Gebrauchtwagen Praxis« und »kfz-betrieb« sowie den Premium-Partnern Santander Consumer Bank und Hüsges-Gruppe – traten in dieser Woche Vertreter verschiedener Leasinganbieter Kritik aus dem Kfz-Gewerbe entgegen, am Markt als reine Wettbewerber zu agieren. Stattdessen könne das Geschäftsmodell auch als Ergänzung des Automobilvertriebs betrachtet werden, da die Gesellschaften den Großteil der Leasingrückläufer an Kunden aus des dem Handel verkauften.

„Wir sind zwar sicherlich auch Wettbewerber für den Handel“, sagte Andreas Lackner, Mitglied der Geschäftsführung der GE Auto-Service-Leasing. Jedoch verkaufe sein Unternehmen nur 20 Prozent der Fahrzeuge an Endkunden. 80 Prozent würden in B2B-Geschäften gehandelt. Der Endkundenmarkt sei natürlich aufgrund der höheren Margen, die dort erzielt werden könnten, auch für die GE Auto-Service-Leasing interessant; dort seien „sicherlich zehn Prozent mehr“ Ertrag zu erzielen als beim Verkauf an einen professionellen Händler.

Deutscher Remarketing Kongress 2015
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Sein Unternehmen trete aber nicht als Billiganbieter auf. „Wir sind schon darauf bedacht, den Preis so hoch wie möglich zu halten“, sagte Lackner. Klar sei aber, dass Leasinggesellschaften eine ganz eigene Marktmacht besäßen.

GE Auto-Service-Leasing gehört zu GE Capital, einer Finanzdienstleistungsgesellschaft unter dem Dach des US-Mischkonzerns General Electric (GE). Das Unternehmen betreibt ein eigenes Autohaus und eine Online-Plattform zur Fahrzeugvermarktung. In diesem Jahr will GE Auto-Service-Leasing 11.000 Pkw verkaufen.

Konkurrenz oder Bereicherung

Andreas Haubold, Bereichsleiter Gebrauchtwagen von Leaseplan Deutschland, betonte, er sehe das Geschäft der Leasinggesellschaften „eher als Bereicherung für den Automobilhandel“. 2015 wolle das Unternehmen rund 18.000 Fahrzeuge vermarkten, davon 4.000 über die beiden auch für Privatkunden zugänglichen Outlet-Center in Nürnberg und Neuss. Da der Endkundenanteil – ähnlich wie bei anderen Anbietern – nur bei 20 Prozent liege, flössen über Leaseplan nur wenige Fahrzeuge in den Privatmarkt.

Uwe Lotz, Leiter Remarketing bei DB Fuhrparkservice, räumte auf der Fachtagung ein, er sehe sein Unternehmen mit dem im vergangenen Jahr im fränkischen Schweinfurt eröffneten Premiumbetrieb „schon eher als Wettbewerber für den Handel“ als andere Anbieter. Das Autohaus der Bahn-Tochtergesellschaft vermarktet eher hochpreisige Leasingrückläufer mit einem umfassenden Servicepaket für Kunden. Zu ihm gehören unter anderem eine 24-Stunden-Hotline und eine Rücknahmegarantie zu bestimmten Konditionen. Die Fahrzeuge im Angebot des Autohauses mit einer Preisspanne zwischen 30.000 und 50.000 Euro seien jedoch schwierig im Geschäft mit anderen Automobilhändlern zu vermarkten. Deswegen sei für die DB Fuhrparkservice das Endkundengeschäft wichtig, erläuterte Lotz.

Dennoch profitiere das Kfz-Gewerbe in der Region von dem neuen Premiumbetrieb, sagte Lotz. Die Autohäuser könnten am Service mit den Premiumfahrzeugen verdienen, denn diesen biete der Standort nicht an. „Deswegen sind wir auch eine Bereicherung für den Automobilhandel in der Region.“

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