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Lichttechnik: Hell dank Hella

| Autor: Jan Rosenow

Für den A8 setzt Hella das Neueste ein, was die Lichttechnik zu bieten hat: vorne einen Scheinwerfer mit Laserlicht, hinten OLEDs, die fantastische Lichtspiele möglich machen.

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Den Laserspot im Scheinwerfer des A8 hat Hella blau gekennzeichnet.
Den Laserspot im Scheinwerfer des A8 hat Hella blau gekennzeichnet.
(Bild: Hella)

Der Zulieferer Hella hat zusammen mit Audi einen neuen Scheinwerfer für die Luxuslimousine A8 entwickelt, der gleich mehrere topaktuelle Techniken in sich vereint. Etwa beim Abblendlicht: Dieses ist mit LED-Linsenmodulen ausgestattet, die aus Glas bestehen und Primär- und Sekundäroptik in einem Körper vereinen. Hierdurch lässt sich ein Großteil der Streuverluste vermeiden. Für das Abblendlicht werden insgesamt drei dieser Module genutzt – eines für die Reichweite, die zwei weiteren für die Vorfeldbeleuchtung.

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Das Fernlicht beruht auf der Matrix-Technik: 32 LEDs sitzen in zwei Zeilen in einem gemeinsamen Modul. Die Ansteuerung der LEDs erfolgt auf Basis der Daten der Frontkamera. Sobald sie andere Fahrzeuge oder Verkehrsteilnehmer erkennt, schaltet das Steuergerät einzelne LEDs ab oder reduziert ihre Helligkeit, um eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. In allen anderen Bereichen steht dabei gleichzeitig volles Fernlicht zur Verfügung, was die Sicht auf die Straße verbessert. Das Matrix-Licht wird noch von zwei weiteren LED-Modulen unterstützt, die zusätzlich sowohl die Streubreite als auch die Intensität steigern.

Lichtkegel folgt dem Kurvenverlauf

So lassen sich besonders Kurven noch präziser ausleuchten. Beim Abblendlicht sorgt das Optikkonzept der Linsenmodule dafür, dass sich jeder LED ein Bereich des Straßenraums zuordnen lässt. In Kurvenfahrten verschiebt sich dann entsprechend der Lichtschwerpunkt. Beim Fahren mit Fernlicht verschieben die Leuchtdioden der HD-Matrix-LED-Scheinwerfer das Licht in Richtung des Kurvenverlaufs.

Drittens besitzt der neue A8 ein Laser-Fernlicht. Bei ihm wird ein Halbleiter per Laser zum Leuchten angeregt. Das Leuchtmittel ist erheblich kleiner und trotzdem heller als eine herkömmliche LED und wird meist als Spot mit großer Reichweite genutzt. Das Laserlicht schaltet sich ab 70 km/h automatisch ein und projiziert einen Lichtkegel, der mehrere hundert Meter weit leuchtet. Das Licht passt sich zudem dem Kurvenverlauf etwa auf Landstraßen an. Und wenn die Kamera andere Fahrzeuge in ihrer Reichweite erkennt, blendet der Laser-Spot automatisch ab.

OLED-Rückleuchten mit vielen „Szenarien“

Für die Rückseite des A8 hat Hella neue Leuchten mit organischen LEDs (OLEDs) entwickelt. Diese bestehen aus organischen halbleitenden Schichten, die sich großflächig auf einem Trägermaterial auftragen lassen. Zwei Elektroden bringen die Schichten dann gleichmäßig zum Leuchten.

Bei seinem Flaggschiff hat sich Audi in den Heckleuchten für den Einsatz einer solchen Flächenlichtquelle entschieden. Die Heckleuchte besteht aus drei Teilen und erstreckt sich über das gesamte Fahrzeugheck. Insgesamt werden acht OLEDs verwendet. Jede davon ist in vier Segmente unterteilt, die sich einzeln steuern lassen und so verschiedene Licht-„Szenarien“ ermöglichen, etwa eine Coming-Home-Funktion. Die zwei oberen Segmente unterstützen zudem das Bremslicht, die unteren ergänzen das Schlusslicht, das oberhalb der OLEDs als Leuchtenband mit LEDs ausgeführt ist.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group