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Locker durch den „Lockdown light“? Kfz-Branche vorsichtig optimistisch

Autor: Christoph Seyerlein

Anders als im Frühjahr müssen Autohäuser trotz verschärfter Anti-Corona-Maßnahmen diesmal nicht ihre Verkaufsräume schließen. Auch der Werkstattbetrieb kann weiterlaufen. Völlig sorgenfrei blicken viele in der Kfz-Branche dennoch nicht auf den November.

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Geschlossene Verkaufsräume wird es in Autohäusern diesmal nicht geben.
Geschlossene Verkaufsräume wird es in Autohäusern diesmal nicht geben.
(Bild: Autohaus Liliensiek)

Beschränkungen ja, Schließungen nein: Hatten Autohäuser im Frühjahr in Deutschland wegen der Corona-Pandemie noch ihre Verkaufsräume für mehrere Wochen schließen müssen, kommen sie beim am heutigen Montag beginnenden „Lockdown light“ um solche Restriktionen herum. Allerdings müssen alle bereits geltenden Hygieneauflagen weiter umgesetzt werden, zudem darf sich pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde im Verkaufsraum aufhalten.

Weil die Showrooms in der Regel sehr groß sind, dürfte zumindest das keine gravierenden Auswirkungen haben. Doch wie sieht die Kfz-Branche die Lage insgesamt? Dieser Frage ist »kfz-betrieb« in einer Umfrage via Instagram nachgegangen. Binnen 24 Stunden nahmen 2.817 User teil. Eine Mehrheit von 55 Prozent zeigte sich dabei optimistisch, dass die Branche ohne größere Schäden durch den November kommen kann.

Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hatte sich vergangene Woche nach dem Beschluss der Politik erleichtert gezeigt, dass keine Schließungen angeordnet wurden.

Laut Geschäftsführerin Antje Woltermann hätte das fatale Folgen für den Neu- und Gebrauchtwagenabsatz und damit die Profitabilität der Händler gehabt. „Wir wissen, dass die Gesundheit der Menschen an oberster Stelle stehen muss, aber die Ausstellungsräume sind in aller Regel groß genug, sodass Abstände ohne Probleme eingehalten werden können. Und Hygienekonzepte werden ohnehin schon umgesetzt“, so Woltermann.

Kfz-Branche nicht frei von Sorgen.

Völlig sorgenfrei blickt die Branche dem kommenden Monat aber nicht entgegen. Da es im Gastronomie-, Kultur- und Sport-Bereich wieder einen härteren Lockdown gibt, ist damit zu rechnen, dass sich das Konsumklima in Deutschland verschlechtert. Das könnte sich auch auf den Autohandel auswirken. Seit Ausbruch der Pandemie agierten viele Kunden beim Fahrzeugkauf abwartender, berichteten mehrere Händler zuletzt in Gesprächen mit »kfz-betrieb«.

Durch die verschärften Kontakt- und Reisebeschränkungen dürfte auch das Verkehrsaufkommen wieder abflachen. Das erschwert Kfz-Betrieben potenziell das Werkstattgeschäft. Mehr Homeoffice statt Außentermine kann dazu führen, dass den Werkstätten Arbeiten an Autos von klassischen Vielfahrern wegbrechen.

Es gibt aber neben – neben den weiter geöffneten Standorten – auch noch ein paar Punkte, die für eine optimistische Sichtweise sprechen dürften. So fahren diesmal beispielsweise auch die Hersteller ihre Produktion nicht herunter. Die Liefersituation sollte sich durch die jüngsten Maßnahmen also zumindest nicht nachhaltig verschlechtern.

Außerdem greift vorerst nur noch im November und Dezember der herabgesetzte Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent. Autohäuser können das nun also zum Jahresendspurt noch aktiv in der Vermarktung nutzen.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«