Mann+Hummel macht den Streetscooter zum Staubsauger

Der Kleintransporter wird zum ersten wirklich emissionsfreien Fahrzeug

| Autor: Jan Rosenow

Nicht nur sauber, sondern rein: Der Streetscooter mit Feinstaubfresser soll keinerlei Abrieb mehr absondern.
Nicht nur sauber, sondern rein: Der Streetscooter mit Feinstaubfresser soll keinerlei Abrieb mehr absondern. (Bild: Jan Rosenow)

Der Ludwigsburger Filterspezialist Mann+Hummel hat einen Partikelfilter entwickelt, der motorunabhängige Feinstaubemissionen auffangen soll. Bekanntlich sondern selbst Fahrzeuge mit Elektroantrieb Reifen-, Brems- und Straßenabrieb ab, sind also nicht wirklich emissionsfrei. Durch den Einsatz des Filters soll die Gesamtbilanz des Fahrzeugs im Hinblick auf den Feinstaubausstoß neutral werden, denn er nimmt so viele Staubpartikel auf, wie beim Fahren durch Reifen-, Bremsen- und Straßenabrieb entstehen.

Die Filtermodule werden zunächst in fünf Streetscooter-Testfahrzeugen verbaut, die ab sofort in deutschen Innenstädten in Dienst gehen. Der elektrisch angetriebene Kleintransporter, der in einem Tochterunternehmen der Deutschen Post entsteht, soll ab nächstem Jahr auch verstärkt externen Kunden angeboten werden. Streetscooter-Chef Achim Kampker teilte auf einer Pressekonferenz von Mann+Hummel in Ludwigsburg mit, dass seine Fahrzeuge künftig serienmäßig mit dem „Feinstaubfresser“ ausgerüstet werden sollen.

OE- und Nachrüstlösungen sind möglich

Der Feinstaubpartikelfilter ist mit zwei Ventilatoren ausgestattet, die dem Filter Luft aus der Umgebung zuführen. Somit sind die Fahrzeuge auch im stehenden Betrieb in der Lage, die Atemluft zu reinigen. Im Streetscooter wird das Gerät am Unterboden auf Höhe der Hinterachse eingebaut. Dadurch geht kein Laderaum verloren, und zudem findet sich genau an diesem Ort die höchste Feinstaubkonzentration in der Fahrzeugumgebung. Der Filter soll 80 Prozent der PM10-Partikel (bis zehn Mikrometer Größe) aus der Luft entfernen. Der Strombedarf liegt mit 300 Watt so niedrig, dass die Reichweite des Elektrotransporters nicht darunter leiden soll.

Mann+Hummel plant, das System zu einem Preis von unter 1.000 Euro anzubieten. Das Filterelement selbst soll unter 100 Euro kosten und ein Jahr oder 20.000 Kilometer halten. Der Feinstaubfresser eignet sich sowohl für die Erstausrüstung als auch für die Nachrüstung, und zwar natürlich nicht nur für E-Autos, sondern prinzipiell für alle Fahrzeuge. Ein typischer Markt könnten städtische Linienbusflotten sein. Werner Spec, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, war auf der Pressekonferenz ebenfalls zugegen und kommentierte, das Projekt sei eine „wirksamere und schlauere Maßnahme“ als ein Fahrverbot.

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