Mehr Leistung, weniger Sprit

Aktive Ladeluftleitung passt sich Drehzahlbereich an

| Autor: Christopher Kampfmann

Die Komination aus aktivem Ansaugmodul, Ladeluftkühlung und E-Booster ermöglicht ein besseres Ansprechverhalten und senkt den Spritverbrauch.
Die Komination aus aktivem Ansaugmodul, Ladeluftkühlung und E-Booster ermöglicht ein besseres Ansprechverhalten und senkt den Spritverbrauch. (Grafik: Mann Hummel)

Der Automobilzulieferer Mann Hummel hat auf der IAA neue Technologien präsentiert, mit denen sich die Leistung von Motoren erhöhen und gleichzeitig der Kraftstoffverbrauch senken lässt. Vorgestellt wurden unter anderem eine aktive Ladeluftleitung sowie ein Konzept, das ein aktives Ansaugmodul mit integrierter Ladeluftkühlung und E-Booster verbindet.

Beim diesem Konzept sorgt die indirekte Ladeluftkühlung für eine kürzere Ladeluftstrecke und ein kleineres Ladeluftvolumen. Dies sorgt für ein besseres Ansprechverhalten des Motors. Mit der Technologie lässt sich zudem eine konstantere Kühlleistung als bei direkter Ladeluftkühlung realisieren. Dadurch soll die Verbrennung im gesamten Drehzahl- und Lastkennfeld des Motors verbessert werden und sich der Kraftstoffverbrauch um bis zu drei Prozent verringern lassen.

Verbesserte Motordynamik

Die Regelung von E-Booster und Abgasturbolader durch das Bypass-Ventil sorgt dafür, dass das Drehmoment im unteren Drehzahlbereich schneller aufgebaut werden kann. Der E-Booster erreicht eine Verdichtung bis zu 1,45 und zeichnet sich durch ein schnelles Ansprechverhalten und hohe Effizienz aus.

Das mechanisch selbstregelnde Bypass-Ventil übernimmt die Steuerung der Luftströme von Turbolader und E-Booster. Bei zu geringen Ladedrücken des Abgasturboladers ist die Klappe des Bypass-Ventils gegen eine Rückstellfeder zum Abgasturbolader hin geschlossen. Der Ladedruckaufbau findet in diesem Zustand über den E-Booster statt. Sobald der Ladedruck des Abgasturboladers den des E-Boosters übersteigt, wird die Ladeluftleitung des E-Boosters verschlossen.

Neu ist zudem eine aktive Ladeluftleitung, mit der sich das spezifische Drehmoment sowie die Motorleistung erhöhen lassen. Das Modul verbessert den Weg des Luftflusses zwischen Auslass Ladeluftkühler und Einlassventil nach dem Ansaugkrümmer. Ein Drehschieber wechselt je nach Bedarf zwischen zwei unterschiedlich langen Rohren. Die kurze Leitung mit großem Durchmesser erhöht die Leistung, die längere Leitung mit geringerem Durchmesser verbessert das Drehmoment im niederen Drehzahlbereich. Laut Angaben des Herstellers soll durch die Auslegung der Druckwellen zwischen Ladeluftkühler und Einlassventil das Drehmoment um mehr als zehn Prozent gesteigert werden können. Das Modul lässt sich sowohl bei Benzinern mit Turbolader als auch bei Dieselmotoren einsetzen.

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