Mercedes möchte dem Kunden das Laden seines Elektroautos so angenehm und komfortabel wie möglich gestalten. Hierzu vernetzt der Hersteller das Auto immer tiefgreifender mit der Infrastruktur. Maßstäbe könnte hier der neue CLA setzen.
Vorfahren, Laden und weiter: Mercedes will den Ladevorgang ganz einfach machen.
(Bild: Mercedes-Benz)
Es sind meist nicht nur die Punkte Reichweite und Batteriealterung, die potenzielle Kunden beim Kauf von Elektroautos zögern lassen. Bedenken werden gern auch geäußert, wenn es um die Themen Laden, Infrastruktur und die Unübersichtlichkeit bei den Strompreisen geht.
Während Ersteres mittlerweile als gelöst angesehen werden kann – für den neuen CLA verspricht beispielsweise Mercedes eine Reichweite von knapp 800 Kilometern nach WLTP und jüngste Untersuchungen des ADAC ergaben durchweg eine viel längere Lebensdauer des Akkus als prognostiziert – gilt es weiterhin, den Lade-Dschungel zu lichten.
Genau daran arbeitet Eva Greiner, bei Mercedes Chief Technology Officer Charging Unit, mit ihrem Team. 2023 hat man hierzu einen Bereich gegründet, der sich – außerhalb des Fahrzeugs – ausschließlich um Ladelösungen kümmert. „Wir möchten Kundinnen und Kunden von elektrischen Mercedes-Modellen jegliche Bedenken beim Laden nehmen. Sie sollen sich freuen, an eine Ladesäule zu fahren – und nicht genervt sein.“
Alles soll so einfach und komfortabel ablaufen wie beim konventionellen Tanken, möglichst noch besser. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine immer tiefere digitale Vernetzung von Auto und Ladeinfrastruktur nötig. Recht weit fortgeschritten ist das Ganze bereits. So kann das Navigationssystem nicht nur die optimalen Ladepunkte entlang der Reiseroute mitteilen, sondern auch anzeigen, wo wie viel nachgeladen werden muss, um in Bestzeit ans Ziel zu kommen, inklusive Vorkonditionierung der Batterie, damit sie exakt dann die richtige Temperatur hat, sobald der erste Strom fließt.
Reservierbare Ladepunkte
Mercedes hat zudem eine weitere Funktion hinzugefügt, die in dieser Form kein anderer Hersteller anbietet. Die Vernetzung des Fahrzeug-Betriebssystems mit dem eigenen digitalen Ladedienst MB.Charge Public (ehemals Mercedes Me Charge) ermöglicht es sogar, eine Ladesäule vorab (15 Minuten) zu reservieren, beziehungsweise reservieren zu lassen. „Das Auto steuert diesen Vorgang ganz von allein“, sagt Eva Greiner, „an der reservierten Ladesäule selbst leuchtet es dann in Orange und der Fahrer bekommt über das MBUX-Display den entsprechenden Ladeplatz mitgeteilt.“ Sollten im seltenen Fall gerade alle Ladepunkte besetzt sein, würde die Navigation automatisch umdisponieren und den Fahrer zum nächstmöglichen Punkt umleiten.
Allerdings funktioniert die Reservierung alles nur an eigenen Mercedes-Benz-Ladeparks. Davon gibt es derzeit sieben in Deutschland, weitere Ladeparks in Deutschland und anderen europäischen Ländern sind für dieses Jahr geplant. Bis Ende des Jahrzehnts sollen weltweit rund 10.000 eigene Ladepunkte mit jeweils 400 kW Leistung zur Verfügung stehen.
Mit MB.Charge Public bündelt Mercedes alle Funktionen des öffentlichen Ladens. Man hat mit nur einem Ladevertrag Zugang zu einem der größten Ladenetzwerke der Welt. „Unsere Abdeckung öffentlicher Ladepunkte liegt in Ländern wie Deutschland bereits bei über 95 Prozent“, so Eva Greiner. Gibt es eine Plug & Charge-Kooperation mit einem Ladesäulenbetreiber, kommuniziert das Auto sogar direkt mit der Säule. Keine Karte gegenhalten zur Authentifizierung, keine App aufrufen, einfach Stecker rein, Strom fließt.
Was die Ladeleistung angeht, ist der derzeitige Rekordhalter bei Mercedes der neue CLA. Er basiert als erstes Modell der Stuttgarter auf der 800-Volt-Plattform MMA (Mercedes Modular Architecture). Sie lässt Ladeleistungen bis zu 320 kW zu. Innerhalb von zehn Minuten lassen sich so 325 „frische“ Kilometer nachladen.
Transparente Kostenanzeige vor dem Ladevorgang
Viel liegt dem Team von Eva Greiner auch an einer maximalen Kostentransparenz. Oft genug passiert es, dass man nicht weiß, welcher Preis pro kWh oder welche „Blockier-Gebühr“ fällig wird, wenn man länger an der Säule steht als nötig. Über MB.Charge Public bekommt der Fahrer vor jedem Ladevorgang die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) oder pro Minute und die voraussichtlichen Gesamtkosten für eine vollständige Ladung auf dem Display im Auto angezeigt.
Neben MB.Charge Public ist Mercedes in weiteren Initiativen für das öffentlich Laden weltweit aktiv. Die Stuttgarter gehen für den Aufbau des eigenen Ladenetzes Kooperationen ein und gründen Joint Ventures. In den USA ist beispielsweise MN8, einer der größten Solarstromproduzenten im Land, ein Partner für das eigene HPC-Ladenetz. Zusätzlich ist Mercedes im Joint Venture Ionna (Ion North America) investiert. In Europa sitzt Eon mit im Boot, das Schnellladenetz hier heißt Ionity. In China hat man sich mit BMW für Ionchi zusammengeschlossen. Rund 45.000 Ladepunkte will Mercedes für seine eigene Ladeparks und die Joint Ventures bis Ende der Dekade installiert haben.
Stand: 08.12.2025
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Da der schwäbische Autobauer über MB.Charge Public genau weiß, wie viel Ladestrom dem Netz entnommen wird, speist er schon jetzt die gleiche Menge an Grünstrom wieder ein. In Deutschland beispielsweise geschieht dies unter anderem über den Aufbau eines Windparks auf seinem Testgelände in Papenburg.
Beginnend mit der neuen Elektroauto-Generation und dem neuen CLA soll das „Green Charging“ auch auf private Haushalte ausgedehnt werden. Eva Greiner: „Privatkunden können so über die Wallbox den Stromanteil aus regenerativen Energien erhöhen und ihren CO2-Fußabdruck reduzieren.“