Mit Carl Benz und seinem 1886 patentierten Motorwagen sowie Gottlieb Daimlers Motorkutsche und „Reitwagen“ nahm die Geschichte von Mercedes-Benz ihren Anfang und rollt bis heute. Legendäre Pionierfahrten, Geschwindigkeitsrekorde und Meilensteine allenthalben: Bis heute denkt und interpretiert die Stuttgarter Marke das Automobil kontinuierlich neu.
Vor 140 Jahren erhielt Carl Benz das Patent auf seinen Motorwagen.
Es ist ein Datum, das jeder Oldtimer-affine Mensch kennt bzw. schon (mehr als) einmal gehört haben sollte: der 29. Januar 1886. An diesem trüben Januartag meldet Carl Benz im fernen Berlin seinen Motorwagen zum Patent an. Das Schutzrecht DRP 37435 für das „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ gilt als Geburtsurkunde des Automobils. Es gehört heute zum Weltdokumentenerbe der UNESCO und markiert den Beginn der modernen Individualmobilität. Nur wenige Monate später baut Gottlieb Daimler zusammen mit Wilhelm Maybach seine Motorkutsche, wobei ersterer bereits im Jahr zuvor, in Form seines „Reitwagen“ das erste Motorrad der Welt vorgestellt hatte. Gemeinsam sind die drei Fahrzeuge der Beginn einer langen Geschichte und Initialzündung einer ebenso langen Innovationskette: Mercedes-Benz erfindet das Automobil immer wieder neu.
Mit Mut und Weitsicht unternimmt Bertha Benz 1888 die erste Automobilfernfahrt der Geschichte. Sie fährt von Mannheim nach Pforzheim und zeigt das Potenzial des neuen Fahrzeugs. Zu Berthas Abenteuer gehört, Widerstände aus dem Weg zu räumen. Die sind manchmal winzig – jedoch mit großer Auswirkung: Den verstopften Vergaser reinigt sie unterwegs mit ihrer Hutnadel. Wenige Jahre später steht das Benz Velo für den Beginn der Großserienproduktion in der Automobilgeschichte. Ab 1894 entstehen 1.200 Fahrzeuge.
Der Mercedes 35 PS wird 1900 von Wilhelm Maybach konstruiert. Das Fahrzeug ist technisch so konsequent vom Konstruktionsprinzip der Pferdekutsche gelöst, dass es eine neue Ära markiert. Auch über seinen Namen: Der 35 PS ist der erste „Mercedes“. Schon 1906 nach erfolgreichen Versuchen mit Hybrid- und Elektroantrieben präsentiert die Österreichische Daimler-Motoren-Gesellschaft den Mercedes-Électrique mit Radnabenmotoren, entwickelt vom Technischen Direktor Ferdinand Porsche nach dem System Lohner-Porsche.
Insbesondere ab den 70er-Jahren nimmt bei Mercedes-Benz die Entwicklung von Elektrofahrzeugen an Fahrt auf, nachdem das Unternehmen eine eigene Forschungsabteilung für alternative Antriebe gegründet hatte. Hier entsteht eine Vielzahl von Versuchsfahrzeugen mit elektrischem Antrieb und unterschiedlichen Batteriekonzepten sowie Brennstoffzellentechnik, außerdem Hybridantriebe. Zu den Highlights gehört ein Feldversuch auf Rügen Anfang der 1990er-Jahre mit batterieelektrischen Limousinen (W 201) und Vans (MB 100) sowie ab 1994 die NECAR-Reihe („New Electric Car“) mit Brennstoffzellentechnik.
Markenzeichen seit 100 Jahren
Nicht erst seit gestern ist es weltbekannt: das Logo des Mercedes-Sterns im Lorbeerkranz. Es steht für Innovationskraft und höchste Qualität. Geboren wird das Markenzeichen 1926 als Benz & Cie. aus Mannheim mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) aus Stuttgart fusionieren. Das erste gemeinsame Produktprogramm hat Ende 1926 auf der Deutschen Automobil-Ausstellung in Berlin Premiere.
Ein Mercedes-Stern fliegt sogar zum Mond. 1971 nehmen ihn Astronauten von Apollo 14 mit auf den Erdtrabanten. Er gehört heute zur Sammlung des Mercedes-Benz Konzernarchivs. Der Stern ist das beliebteste Ersatzteil für klassische Fahrzeuge der Marke: Mercedes-Benz Classic Original-Teile führt mehr als 40 verschiedene Ausführungen und verkauft jedes Jahr rund 20.000 Sterne.
Typen, die man nicht vergisst
Seit den 1920er-Jahren holt der Kompressor mehr Leistung aus den Motoren von Mercedes-Benz-Automobilen und macht etwa die S-Reihe (W 06) ab 1927 weltberühmt. Eine der wichtigsten Mercedes-Modelle ist zudem der 300 SL (W 198) von 1954 mit Gitterrohrrahmen und den dadurch technisch notwendigen Flügeltüren. Er begeistert so nachhaltig, dass ihn eine internationale Expertenjury 1999 zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ kürt. Das begehrenswerte Coupé ist abgeleitet vom Rennsportwagen W 194 von 1952. Vorbild ist der 300 SL sogar mit seinem Radstand: Die Achsen von Rennsportwagen und Supersportwagen haben einen Abstand von exakt 2.400 Millimetern. Diesem „goldenen Maß“ folgen auch 190 SL (W 121, 1955 bis 1963), „Pagoden“-SL (W 113, 1963 bis 1971) und SLK (R 170, 1996 bis 2004).
Stand: 08.12.2025
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Von S-Reihe zur S-Klasse: In der jungen Bundesrepublik Deutschland gibt es einen Mercedes-Benz namens „Adenauer“. So wird umgangssprachlich der Mercedes-Benz 300 (W 186) genannt, weil Bundeskanzler Konrad Adenauer ab 1951 auf ihn als Dienstwagen schwört. Nachfolger dieser ersten Repräsentationslimousine nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Typ 600 „Großer Mercedes“ (W 100).