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Michelin steigt bei ATU ein

| Autor: Andreas Wehner

Der französische Reifenhersteller zahlt 60 Millionen Euro an den ATU-Eigner Mobivia und hält künftig 20 Prozent der Anteile an der Werkstattkette. Michelin erhofft sich einen besseren Marktzugang durch das starke Reifengeschäft von ATU.

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(Bild: ATU)

Der französische Reifenhersteller Michelin hat sich mit 20 Prozent an der Werkstattkette ATU beteiligt. Wie Michelin am Montag bei der Vorlage der Bilanz mitteilte, habe das Unternehmen 60 Millionen Euro an den ATU-Eigner Mobivia bezahlt.

Der Reifenhersteller erhofft sich durch den Einstieg einen besseren Marktzugang für seine Produkte in den rund 600 Filialen der Werkstattkette. ATU ist traditionell stark im Reifengeschäft. Etwa ein Viertel ihres Umsatzes erlöst die Werkstattkette mit Reifenverkauf und –service.

Die französische Mobivia-Gruppe hatte ATU Ende 2016 übernommen, nachdem die Werkstattkette knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt war. Das Unternehmen war nach dem Verkauf durch Firmengründer Peter Unger im Jahr 2002 zum Spielball von Finanzinvestoren geworden und wiederholt in Schwierigkeiten geraten. Nach dem Einstieg von Mobivia hatte sich ATU zuletzt stabilisiert und nach Jahren schrumpfender Erlöse auch wieder ein Umsatzwachstum erreicht.

Mobivia gehörte schon vor der ATU-Übernahme zu den Schwergewichten der Werkstattbranche. Inzwischen ist das Unternehmen in 19 Ländern Europas, Afrikas und Südamerikas aktiv und betreibt unter verschiedenen Marken mehr als 2.000 Werkstätten. Durch die Beteiligung von Michelin will das Unternehmen das Wachstum von ATU weiter voranbringen.

Hohe Rohstoffkosten belasten Michelin

Michelin hatte seinen Umsatz im vergangenen Jahr durch Preiserhöhungen und einen höheren Reifenabsatz um 5 Prozent auf 22 Milliarden Euro gesteigert. Aufgrund höherer Rohstoffkosten, Ausgaben für den Konzernumbau und ungünstiger Wechselkurse musste der Konzern beim operativen Gewinn jedoch Federn lassen. Er ging um knapp 6 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Da Michelin Schulden abbaute und weniger Steuern zahlte, stieg das Nettoergebnis um 1,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«