Vinfast Mit Golfklasse und ATU-Service raus aus der Bedeutungslosigkeit

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Bislang ist Vinfast ein wenig erfolgreiches Projekt mit David Beckham als Testimonial. Nun soll mit einem europatauglichen Modell eine breitere Käuferschicht angesprochen werden. Noch gibt es allerdings Fragen.

Vinfast will mit dem VF6 endlich Vertriebsdruck und Kundeninteresse in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden entfachen.(Bild:  Vinfast)
Vinfast will mit dem VF6 endlich Vertriebsdruck und Kundeninteresse in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden entfachen.
(Bild: Vinfast)

Der vietnamesische Autobauer Vinfast hat bislang nicht viel gerissen in Deutschland und Europa. Hierzulande kommt der E-Auto-Bauer nach sieben Monaten im Jahr 2024 auf sehr überschaubare 36 Neuzulassungen. Europaweit waren es laut Jato Dynamics 102 Einheiten. Allerdings ist das Start-up bislang auch nur mit dem Modell VF8, einem großen Elektro-SUV, aktiv.

Das soll sich jetzt ändern: Mit dem VF6 will der Hersteller ein zweites Modell in der Golfklasse an den Start bringen, das mehr Zuspruch bei den Käufern erzeugen könnte. Als Zielgruppe definiert Vinfast „technisch versierte junge Familien“ sowie „junge und jung gebliebene Europäer, die sich den erschwinglichen Einstieg in den Besitz eines Elektrofahrzeugs“ wünschen.

Der VF6 soll den Herstellerangaben zufolge noch in diesem Jahr in Europa in den Verkauf kommen – das heißt in Deutschland, in Frankreich und in den Niederlanden. In diesen Ländern ist Vinfast schon vor einiger Zeit mit dem ersten Modell gestartet. Allerdings läuft der Vertrieb bislang in Eigenregie und ohne Händler.

Bundesweit betreibt der Importeur einige Stores, etwa in München, Frankfurt, Hamburg oder Berlin – der erste Verkaufsraum eröffnete Anfang 2023 im ehemaligen Smart Center Oberhausen. Anfang des Jahres hatte der Hersteller angedeutet, künftig Händler in den Vertrieb einbinden zu wollen. Konkretisiert hat sich bislang dieser Weg aber nicht.

Ausbau des Servicenetzes mit Mobivia/ATU

Ein wichtiges Argument im Verkaufsgespräch dürfte nun die Ankündigung sein, dass ein Aftersales- und Kundenservice-Netzwerk entsteht. Vinfast kooperiert dazu mit der Werkstattkette Mobivia, zu der in Deutschland ATU gehört. Vinfast-Fahrer haben dadurch nun Zugang zu einem Netz aus 1.200 Servicewerkstätten in Deutschland und Frankreich. Vor einigen Wochen schon hat der Importeur zudem eine Partnerschaft mit Bosch angekündigt, die den Kunden einen Zugang zu einem Netz mit 700.000 Ladepunkten in 30 europäischen Ländern ermöglicht.

Den VF6 hat Vinfast schon vor einiger Zeit vorgeführt, allerdings eben noch nicht eingeführt – übrigens ebenso wenig wie den sehr großen SUV VF9. Der sollte eigentlich mit dem Start in Deutschland verfügbar werden, ist aber bis heute nicht bestellbar. Den VF6 hat Vinfast nun eigenen Angaben zufolge „optimiert, um bei der Markteinführung im Laufe dieses Jahres im beliebtesten Neuwagensegment Europas wettbewerbsfähig zu sein“.

Was genau verbessert wurde, geht aus der Vinfast-Mitteilung nicht hervor. Fakt ist, dass die bekannten technischen Daten des VF6 branchenübliche Leistungswerte spiegeln, aber nicht unbedingt USP-tauglich sind. In den Versionen „Launch Edition“ und „Plus“ hat der VF6 einen 150 kW starken Elektromotor mit 310 Nm Drehmoment. Das Eco-Modell ist mit einem 130-kW-Motor ausgestattet. Die Energie wird jeweils in einer 59,6 kWh starken LFP-Batterie gespeichert, die laut WLTP eine Reichweite von 379 km bis 410 Kilometern ermöglicht. Zu den Preisen oder Leasingraten macht Vinfast bislang keine Angaben. Interessant für Käufer ist die Garantie über sieben Jahre, begrenzt auf eine Reichweite von 160.000 Kilometer.

Vinfast: Der lange Weg zum Vollsortimenter
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Das Design des VF6 hat nach Herstellerangaben Torino Design in Italien entworfen. Es übernimmt die vom VF8 bereits bekannten flügelförmigen LED-Streifen an der Front. Im Interieur erwarten den Käufer ein 12,9-Zoll-Full-HD-Infotainmentsystem, ein Head-up-Display, WLAN-Verbindung und verschiedene Fahrerassistenzsysteme – unter anderem mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung (ACC) der Stufe 2.

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