Kfz-Gewerbe Bayern Den Kunden fehlen bezahlbare E-Autos

Aktualisiert am 29.11.2023 Von Holger Zietz 2 min Lesedauer

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Ohne das Kfz-Gewerbe wird es in Bayern keine Mobilitätswende geben: Das stellte Präsident Albert Vetterl auf der Mitgliederversammlung klar. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sandte die Botschaft: Bayern bleibe Autoland.

Albert Vetterl, Präsident des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes, informierte die Mitglieder in Bad Griesbach über die aktuelle Lage der Betriebe und die Gespräche des Vorstands mit Vertretern aus der Politik.(Bild:  Zietz - VCG)
Albert Vetterl, Präsident des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes, informierte die Mitglieder in Bad Griesbach über die aktuelle Lage der Betriebe und die Gespräche des Vorstands mit Vertretern aus der Politik.
(Bild: Zietz - VCG)

Der neue bayerische Koalitionsvertrag gilt als klares Bekenntnis zum Auto. Ein pauschales Verbrennerverbot lehne die künftige Landesregierung von CSU und den Freien Wählern im Freistaat ab: Diese Botschaft übermittelte Hubert Aiwanger, stellvertretender bayerischer Ministerpräsident sowie bayerischer Wirtschaftsminister, dem Kraftfahrzeuggewerbe Bayern.

Im niederbayerischen Bad Griesbach hatte sich der Vorstand des bayerischen Kfz-Gewerbes am Vorabend seiner Mitgliederversammlung mit Aiwanger getroffen und ausgetauscht. Präsident Albert Vetterl informierte die Mitglieder am nächsten Tag über das Gespräch mit dem Spitzenpolitiker.

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Vetterl machte seinen Standpunkt deutlich: Das Kfz-Gewerbe Bayern will die Mobilitätswende aktiv mitgestalten. Radwege seien wichtig, auch die Bahn und der ÖPNV. Aber gerade in den ländlichen Regionen sei das Auto unverzichtbar.

„Wir lehnen den Transformationsprozess nicht ab“, stellte der Präsident in seiner Rede klar. Im Gegenteil. „Wir gestalten ihn, aber denken, dass nur in der Bezahlbarkeit der unterschiedlichen Antriebsformen der Schlüssel zur klimafreundlichen Mobilität von morgen liegt.“

E-Fuels könnten dabei helfen, diese Wende zu schaffen, auch wenn Brüssel das verhindern wolle, so Vetterl. Wasserstoff werde zumindest eine Rolle im Nutzfahrzeugbereich spielen, ist sich der Präsident sicher.

Bayern hat eine automobile Zukunft

Das Auto gehöre zu Bayern. Das habe auch die Politik mehrfach betont und nun ihr Bekenntnis zum Auto im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung festgeschrieben. Die Mobilität im Freistaat werde sich gewiss ändern, räumte Vetterl ein. Aber Bayern werde weiterhin eine automobile Zukunft haben. Der Verband sei dazu konstruktiv mit den Ansprechpartnern auf allen politischen Ebenen im Freistaat im Gespräch.

Der Chef des bayerischen Kfz-Gewerbes informierte die Mitglieder zudem über die Plattform des Freistaates „Bayern innovativ“, bei der das Kfz-Gewerbe stark eingebunden ist. Diese Plattform bietet Unternehmen, Hochschulen und Forschung die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen. Ziel ist, den Wissenstransfer zwischen allen Beteiligten zu fördern.

In seinem Bericht zog Vetterl zudem Bilanz zum laufenden Jahr: Der Kfz-Handel in Bayern könne noch nicht an das Vor-Corona-Niveau anknüpfen. „Die Hochpreispolitik der Hersteller macht unseren Kunden zu schaffen“, sagte er. Günstige Kleinwagen gäbe es immer weniger auf dem Markt. Ganze acht Modelle würden aktuell angeboten.

Agenturmodell ist nicht gleich Agenturmodell

„Es fehlen die günstigen Einstiegsmodelle und Zweitwagen und damit in den Betrieben das Brot- und Buttergeschäft“, kritisierte Vetterl. Auch die Preise für Gebrauchtwagen seien stark angestiegen. Die individuelle Mobilität werde damit für Teile der Gesellschaft unbezahlbar.

Auch in Bayern diskutiert der Handel die Agenturmodelle der Hersteller. Es herrscht mehr Skepsis als Zuversicht. Vetterl: „Sind wir dann nur noch Schlüsselübergeber?“ Einige Mitglieder, die bereits eine Agentur betreiben, sehen laut Vetterl jedoch auch Vorteile. Aber: Agentur sei nicht gleich Agentur. „Augen auf, wenn Sie den Vertrag unterschreiben“, riet der Präsident.

Zu den Auswirkungen der Technik auf die Gesamtwirtschaft bezog Prof. Michael Decker vom Karlsruher Institut für Technologie Stellung. Er beschäftigt sich mit den Folgen der modernen Technik auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. „Innovationen sind immer positiv“, sagte er. Unterm Strich werde der Arbeitsmarkt durch den Einsatz neuer Technologien nicht leiden.

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