Gebrauchte E-Autos B2B-Plattform Auto1.com spürt deutlich mehr Nachfrage

Von Silvia Lulei 3 min Lesedauer

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Der Markt für gebrauchte E-Autos wird größer. Die B2B-Handelsplattform Auto1.com verkaufte 2022 über 50 Prozent mehr BEVs, PHEVs und HEVs aus zweiter Hand als im Vorjahr. Daraus leitet das Unternehmen einen Trend ab.

Der Markt für gebrauchte E-Autos gewinnt an Bedeutung. Das stellt die B2B-Plattform Auto1.com in ihrem E-Auto-Bericht für 2022 fest.(Bild:  Freepik)
Der Markt für gebrauchte E-Autos gewinnt an Bedeutung. Das stellt die B2B-Plattform Auto1.com in ihrem E-Auto-Bericht für 2022 fest.
(Bild: Freepik)

Auto1.com hat im vergangenen Jahr 18.000 gebrauchte Elektrofahrzeuge an Händler verkauft. Das sind 6.500 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung von mehr als 50 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte

Für die B2B-Plattform sind die steigenden Zahlen ein Belegt dafür, dass E-Autos immer mehr im Gebrauchtwagenmarkt Einzug halten: „Der Gebrauchtwagenhandel mit E-Autos ist ein neuer Markt. Dementsprechend gibt es gerade am Anfang noch Berührungsängste. Doch sobald Händler erste Erfahrungen gesammelt haben, setzen sie den Handel erfolgreich fort“, erklärte Denis Belan, Geschäftsführer Auto1.com Deutschland.

Der Markt für Elektrofahrzeuge (BEV, PHEV und HEV) wächst generell: Nach Angaben des Verbands der europäischen Automobilhersteller (Acea) haben Elektrofahrzeuge 2022 einen Marktanteil von 44 Prozent an den neu produzierten Fahrzeugen in Europa erreicht (2021: 38 %). „Diese Trends aus dem Neuwagenmarkt spiegeln sich natürlich zeitversetzt auf unserer Plattform wider“, sagt Denis Belan.

Die Top-3-Marken: Toyota, Tesla und VW

2022 waren Toyota, Tesla und Volkswagen zum zweiten Mal in Folge die drei meistgehandelten Elektroauto-Marken auf Auto1.com. Auf den weiteren Plätzen gab es Veränderungen innerhalb der Top Ten: Mercedes-Benz machte einen Sprung von Platz sieben im Jahr 2021 auf Platz vier im Jahr 2022, Renault stieg 2022 in die Top Ten ein und belegte den neunten Platz, wodurch Kia auf Platz zehn verdrängt wurde. Insgesamt steigt die Vielfalt an Herstellern auf dem Elektrofahrzeug-Markt, aber die Newcomer spiegeln sich noch nicht in den Top Ten von Auto1.com wider.

70 Prozent aller auf Auto1.com gehandelten BEVs, HEVs und PHEVs waren zwischen einem und fünf Jahre alt. Rund 30 Prozent aller gehandelten E-Fahrzeuge hatten eine Laufleistung von weniger als 10.000 Kilometern. Das zeigt deutlich, dass die Fahrzeugflotte von gebrauchten Elektroautos aus jüngeren Fahrzeugen besteht.

Ein Drittel der gehandelten E-Fahrzeuge hatte 2022 einen Preis zwischen 20.000 und 35.000 Euro; 2021 war dies nur ein Fünftel. Nur 15 Prozent aller im Jahr 2022 auf der Plattform gehandelten E-Fahrzeuge hatten einen Preis von unter 10.000 Euro. Diese Ergebnisse zeigen, dass E-Fahrzeuge auf Auto1.com im vergangenen Jahr in höheren Preiskategorien angesiedelt waren als im Jahr 2021.

80 Prozent der E-Autos international gehandelt

Auto1.com handelt B2B Autos in mehr als 30 Ländern in Europa. 2022 wurden fast 80 Prozent der Elektrofahrzeuge grenzüberschreitend gehandelt. Das lag vor allem an den Unterschieden bei Angebot, Nachfrage und beim Preisniveau in den verschiedenen Märkten.

Die höchste Nachfrage nach Elektro- und Hybridautos verzeichnete Auto1.com 2022 in den Niederlanden, Finnland und Dänemark, genau wie im Jahr 2021. Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich (+96 % gegenüber 2021) und Deutschland (+103 % gegenüber 2021). Portugal verzeichnete 2022 mit einem Anstieg von 124 Prozent den größten Anstieg in der Nachfrage nach E-Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Höhe der Nachfrage in den Märkten korreliert mit der Verfügbarkeit von Ladepunkten in den verschiedenen Ländern. Einer Übersicht von Acea zufolge konzentrieren sich fast 42 Prozent aller Ladepunkte für E-Fahrzeuge auf die Niederlande und Deutschland. Darüber hinaus gab es 2022 in verschiedenen Ländern Subventionen für den Kauf von Elektrofahrzeugen, was einen Kaufanreiz schaffte. Das Marktforschungsunternehmen Dataforce untersuchte die Subventionen in ganz Europa und kam zu dem Ergebnis, dass die Niederlande, Frankreich und Deutschland die höchsten Anreize boten.

Wie das Geschäft 2023 laufen könnte

Im Januar und Februar 2023 befragte Auto1.com mehr als 15.000 Handelspartner nach ihren Erfahrungen mit gebrauchten E-Fahrzeugen im Jahr 2022 und ihren Erwartungen für 2023. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Rund 30 Prozent der Befragten gaben an, 2022 mindestens ein Elektrofahrzeug gehandelt zu haben (34 % im Jahr 2021). Fast 10 Prozent haben mindestens 20 Elektrofahrzeuge gehandelt (7 % im Jahr 2021).
  • Mehr als 40 Prozent der Teilnehmer erwarten, dass sie 2023 mindestens ein Elektrofahrzeug handeln werden (43 % im Jahr 2021), und mehr als 10 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten, dass sie 2023 mindestens 20 Elektrofahrzeuge handeln werden. Dies ist eine etwas geringere Erwartung als im Jahr 2022 (12 %).
  • 70 Prozent der Vertragshändler haben im Jahr 2022 mindestens ein Elektrofahrzeug verkauft, verglichen mit nur 25 Prozent der freien Händler. Die Zahl der Vertragshändler, die 2022 mindestens ein Elektrofahrzeug verkauft haben, ist genauso hoch wie im Jahr 2021, aber die Zahl der unabhängigen Händler war 2021 mit 31 Prozent etwas höher.

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