Neue Opel-Verträge: Händler sind unsicher
Die Händler sollen den neuen Opel-Vertrag schnell unterzeichnen. Dabei wissen Sie noch gar nicht, was Opel konkret von ihnen in Sachen neue Markenpräsentation erwartet.
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Der vielen Betrieben mittlerweile vorliegende neue Opel-Händlervertrag bereitet einigen Partnern Sorgen. Beim Verband Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler (VDOH) gehen derzeit zahlreiche Anfragen zu dem Vertragswerk ein. Einige Partner suchen nicht zuletzt wegen der Komplexität des Vertrags auch bereits anwaltliche Hilfe.
„Bei mir haben sich bislang 21 Partner gemeldet, die den Vertrag nicht unterschreiben wollen“, sagte Prof. Christian Genzow, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Graf von Westphalen, am Dienstag auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Insgesamt seien bei einer verschlechterten Rechtsposition die Pflichten und auch die Kosten für die Partner deutlich erhöht worden.
Kernpunkt der Händlerkritik ist, dass Opel die individuellen Umsetzungspläne für die neuen CI-Standards erst im Laufe des kommenden Jahres mit den Betrieben vereinbaren will. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Partner aber längst entschieden haben, ob sie den Vertrag annehmen wollen oder nicht, denn die Unterschrift soll innerhalb der kommenden vier Wochen geleistet werden. „Wenn später keine Einigung über die noch offenen Punkte erzielt werden kann, dann hat der Händler mit seiner Unterschrift unter den neuen Vertrag gleichzeitig die Beendigung des bisherigen Vertragsverhältnisses zum 31.5.2013 akzeptiert einschließlich Verzicht auf alle Ansprüche“, erläutert Genzow.
„Wenn einer keine Anhaltspunkte hat, wie er seine Markentrennung konkret umsetzen soll, dann kann er nicht unterschreiben“, sagte Händler-Sprecher Thomas Bieling auf Anfrage dieses Dienstes. Opel sei nun gefordert, Betrieben, die Klärungsbedarf anmeldeten, zeitnah den Umsetzungsplan zukommen zu lassen.
Bei der Intensität der Maßnahmen zur Markentrennung habe der VDOH mit Opel eine „minimalinvasive Umsetzung“ vereinbart. „Die Struktur eines Betriebs darf nicht verletzt werden“, mahnt Bieling.
Außerdem habe man von Opel bereits für eine verschiedene Betriebsgrößen einige beispielhafte Umsetzungspläne angefordert und auch bekommen, so dass ein gewisser Maßstab gesetzt sei, den man im Bedarfsfall heranziehen könne.
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