Neues Schulungskonzept für Hochvoltexperten

Blended Learning aus Online-Lektionen und Präsenztraining

| Autor: Jan Rosenow

Training bei ZF: In drei Tagen (plus E-Learnings) zum ZF-Hochvoltexperten.
Training bei ZF: In drei Tagen (plus E-Learnings) zum ZF-Hochvoltexperten. (Bild: ZF)

Für elektrotechnische Arbeiten an Elektro- und Hybridfahrzeugen mit Hochvolttechnik benötigt ein Kfz-Mechatroniker die Schulung zum Fachkundigen für Hochvoltsysteme der Stufe 2. Diese dauert bei den meisten Anbietern zwei Tage und berechtigt den Absolventen, das HV-System ein- und auszuschalten, Fehler zu suchen und Bauteile auszutauschen, und zwar ausschließlich an eigensicheren Fahrzeugen.

Arbeiten an nicht eigensicheren Fahrzeugen (etwa Nkw oder verunfallte Wagen) erfordern mindestens 40 UE Ausbildung, wenn der Mitarbeiter bereits elektrotechnische Vorkenntnisse im Kraftfahrzeugbereich besitzt (zum Beispiel Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker). Arbeiten an unter Spannung stehenden Hochvoltkomponenten (beispielsweise der Tausch von Batteriezellen) machen weitere Zusatzqualifikationen nötig.

Für Unternehmer, die ihren Mitarbeitern tiefergehende Kenntnisse über den Service an den elektrifizierten Fahrzeugen vermitteln lassen wollen, ohne dass die Abwesenheitszeit zu lang wird, hat ZF Aftermarket einen speziellen Blended-Learning-Ansatz entwickelt. Hierbei wird das Präsenztraining mit einer Onlineschulung kombiniert. Der Vorteil der E-Learnings gegenüber dem herkömmlichen „Schulunterricht“: Der Nutzer kann sein Lerntempo selbst bestimmen und bei Bedarf auch Aufgaben wiederholen.

Das Präsenztraining inklusive der praktischen Übungen dauert drei Tage, vermittelt den Teilnehmern aber Fähigkeiten, die weit über das hinausgehen, was bei normalen Wartungsarbeiten an Pkws gefordert ist. Zwar entspricht der „ZF Hochvolt-Experte der Stufe 2“ dem Fachkundigen für Hochvoltsysteme Stufe 2 nach DGUV-I 200-005. Aber die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte werden ergänzt um Infos zur Arbeit an nicht eigensicheren Fahrzeugen und an Prototypen.

ZF: „Trainingskonzept vermittelt größten Praxisnutzen“

Rolf Hildebrand, verantwortlich für das Hochvolt-Schulungsprogramm bei ZF Aftermarket, fasst den Vorteil dieses Lernkonzepts wie folgt zusammen: „Die technologische Entwicklung bietet für die Werkstatt interessante Wachstumspotenziale, die allerdings nur genutzt werden können, wenn man sich darauf vorbereitet! Unser Trainingskonzept vermittelt den Teilnehmern den größten Praxisnutzen. Im übertragenen Sinne bekommen die Teilnehmer bei uns nicht nur den Führerschein, sondern wir vermitteln ihnen auch das Fahrkönnen.“

Neu ins Schulungsangebot von ZF Aftermarket kommt im Dezember 2019 die Ausbildung zum ZF-Hochvolt-Experten der Stufe 3 (entspricht dem Fachkundigen für Hochvoltsysteme der Stufe 3). Hierbei steht das Arbeiten an unter Spannung stehenden Hochvoltkomponenten im Mittelpunkt. Vermittelt werden daher folgende zusätzliche Befähigungen:

  • Tausch von Batteriezellen
  • Umgang mit verunfallten Fahrzeugen, deren Schutzmaßnahmen nicht mehr funktionieren

Um solche Arbeiten anbieten zu können, sind im Betrieb allerdings noch weitere Voraussetzungen nötig, die von der speziellen Schutzkleidung bis hin zur Ausgestaltung der Arbeitsplätze reichen. Die Stufe 3 eignet sich deshalb nicht für jede Werkstatt, sondern besonders für folgende Arten von Kfz-Unternehmen:

  • Betriebe, die Karosseriearbeiten an verunfallten Elektrofahrzeugen ausführen oder Schäden reparieren, bei denen sich die Spannungsfreiheit nicht sicherstellen lässt
  • Kfz-Werkstätten, die sich als Elektroexperte profilieren wollen und beispielsweise Arbeiten unter Spannung für andere Autohäuser übernehmen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46224225 / Service)

Plus-Fachartikel

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo: „Wir setzen unser Wachstum fort“

Volvo elektrifiziert konsequent sein Modellportfolio. Der Wermutstropfen für die Händler ist: Bei den Stromern und Plug-in-Hybriden sinkt die Grundmarge. Geschäftsführer Thomas Bauch schildert, wie er das wettmachen will, und warum sich der Importeur strukturell neu aufstellt. lesen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Unternehmensfinanzierung: Auf sichere Beine stellen

Jeder Betrieb braucht eine sinnvoll geregelte Finanzierung, um das tägliche Geschäft betreiben zu können. Dabei sollte man nach Ansicht des Unternehmensberaters Carl-Dietrich Sander einige wichtige Grundsätze beachten. lesen