Zulassungen Januar Neuwagenmarkt ist zum Jahresstart deutlich unter Druck

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die winterlichen Verhältnisse galten zum Jahresstart im übertragenen Sinne auch für den Neuwagenmarkt. Viel ging nicht in den Auslieferungshallen, die Zahl der Pkw-Neuzulassungen sank im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich.

Wenig Bedarf für Neuwagentransporte: Im Januar 2026 war der Markt um 6,6 Prozent rückläufig.(Bild:  Grimm – VCG)
Wenig Bedarf für Neuwagentransporte: Im Januar 2026 war der Markt um 6,6 Prozent rückläufig.
(Bild: Grimm – VCG)

Nach positiven Absatzzahlen im zweiten Halbjahr 2025 ist das neue Jahr mit einem deutlichen Dämpfer für den Neuwagenmarkt gestartet. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch, 4. Februar, mitteilte, kamen in den ersten Wochen des Jahres 2026 nur 193.981 Neuwagen auf die deutschen Straßen. Das waren 6,6 Prozent weniger als im Auftaktmonat des Vorjahres.

Die Zulassungszahlen fallen damit auf ein extrem niedriges Niveau. Bereits im Vorjahresmonat hatte sich der Neuwagenmarkt stark negativ entwickelt. Mit den zuletzt gezählten knapp 194.000 Neuwagen liegt das Ergebnis 27 Prozent niedriger als im Vor-Krisen-Jahr 2019. „Von Markterholung also keine Spur“, bringt es die Unternehmensberatung EY auf den Punkt.

EY-Mobilitätsexperte Constantin Gall hatte zuletzt schon vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Er sieht sich durch die Zahlen bestätigt. Mit einer baldigen Besserung der Lage auf dem deutschen Neuwagenmarkt sei nicht zu rechnen, denn „die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind unverändert ungünstig“.

Trotz des in der Jahresbilanz 2025 feststellbaren leichten Wachstums des Privatmarkts sieht Gall weiterhin eine Kaufzurückhaltung in diesem Vertriebssegment. Ursachen seien die hohen Neuwagenpreise, die wachsende allgemeine Verunsicherung und die steigenden Arbeitslosenzahlen. Trotzdem rechnet Gall für das Gesamtjahr mit einem immerhin geringen Absatzwachstum. Die Elektro-Förderung wird aus seiner Sicht für etwas Schwung sorgen. „Der Effekt für den Gesamtmarkt wird aber überschaubar sein.“

BYD-Sturmlauf setzt sich fort

Spannend ist ein Blick auf die Liste der Gewinner und Verlierer des Absatzrennens. Einmal mehr liegen die chinesischen Fabrikate mit hohen prozentualen Wachstumsraten vorn. Insbesondere BYD setzt seinen Sturmlauf fort (+1.018 %). Man darf allerdings annehmen, dass die Zahlen wie in den Monaten zuvor durch eine hohe Zahl an Eigen- und Vermieterzulassungen gestützt sind.

Aber auch einige europäische Traditionsmarken legten kräftig zu, allen voran Fiat (+87 %), Opel (+27 %) und Porsche (+23 %). Bereits vor knapp zwei Wochen hatte Stellantis-Deutschlandchef Florian Huettl von einem „Wachstumskurs“ und einem „zuletzt deutlich stärkeren Auftragseingang“ gesprochen. Zu erwähnen ist aus der Wachstumsriege auch Skoda. Die Tschechen haben ihre starke Entwicklung des Vorjahres mit einem Plus von 12 Prozent fortgesetzt. Im Januar liegt Skoda bei einem Marktanteil von 9,6 Prozent. In der Momentaufnahme ist dies Platz zwei im Markenranking.

Auf der unteren Seite der Erfolgsskala steht mit Seat/Cupra ebenfalls ein Gewinner-Importeur des Vorjahres (+6,7 %). Die Spanier gehen mit einem Minus von knapp 30 Prozent ins neue Jahr. Noch stärker gingen die Verkäufe von Toyota zurück (-34 %). Damit setzten sich die Rückgänge des Vorjahres bei den Japanern weiter fort. Den miesesten Jahresstart erlebten unter den (vormaligen) Volumenmarken allerdings Dacia (-45 %) und Mitsubishi (-50 %). Quasi nicht mehr existent war im Januar die China-Marke Nio, die nur ein einziges Modell zur Zulassung brachte.

Elektromobilität bleibt im Plus

Aus Sicht des ZDK zeigen die Zahlen, wie fragil die wirtschaftliche Lage derzeit ist. „Gerade bei langfristigen Konsumanschaffungen wie dem Automobil zeigt sich die Unsicherheit bei den Konsumenten“, warnte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn mit Blick auf die aktuellen Zulassungszahlen. Die Politik sei nun gefordert, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Kaufkraft stärken und Planungssicherheit geben.

Immerhin ein positives Zeichen gibt es in diesem Zusammenhang. Laut dem Herstellerverband VDA stieg der Auftragseingang aus dem Inland im Januar um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar 2025.

Stabilisierend wirkten sich die Elektrozulassungen aus. Trotz der Hängepartie zur Förderung von elektrifizierten Neuwagen legten die Zulassungszahlen der BEV und PHEV zu. Im Januar kamen 42.692 batterieelektrische Pkw (BEVs) neu auf die Straßen. Das waren 23,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dazu kamen 21.790 Plug-in-Hybride. Diese Antriebsart verzeichnete damit ebenfalls ein Plus von 23 Prozent.

Insgesamt kommen die Elektrofahrzeuge zusammen damit auf 64.482 Neuzulassungen (+23,5 %). Ihr Marktanteil lag bei 33,2 Prozent (Januar 2025: 25,1 Prozent). Dieses deutliche Wachstum der Steckerfahrzeuge zeuge von einem hohen Kundeninteresse, ist Imelda Labbé, Präsidentin des Importeursverbands VDIK, überzeugt. Damit sich diese Entwicklung fortsetzt, „brauchen Kunden nun schnellstens Klarheit über die Modalitäten der seit Januar zugesagten BEV-Förderung“.

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