Neuzulassungen: Bester Oktober seit der Abwrackprämie

Autor: Andreas Grimm

Der deutsche Neuwagenmarkt ist dank starker Oktoberzahlen auf dem Weg zu einem neuen Zehn-Jahres-Hoch. Von dem Ergebnis können allerdings nicht alle Fabrikate profitieren. Zu den großen Gewinnern zählen zwei deutsche Marken und zwei Antriebsarten.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat im Oktober deutlich zugelegt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kamen im zurückliegenden Monat 284.593 Pkw erstmals auf die Straßen. Das waren 12,7 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Damals hatten aber Lieferschwierigkeiten im Zusammenhang mit der Umstellung auf die Emissionsmessung nach WLTP die Zulassungszahlen verzerrt.

Entscheidend ist angesichts verzerrender Sondereffekte der langfristige Vergleich der Zulassungszahlen. Und der fällt positiv aus: In der Rückschau weist die Statistik für den aktuellen Oktober das zweithöchste Zulassungsergebnis der zurückliegenden zehn Jahre aus – es ist also der beste Wert nach dem Abwrackprämienjahr 2009.

Damit stützen die Oktober-Verkäufe die Verkaufsrallye des Gesamtjahres. Seit Januar hat das KBA bislang 3,02 Millionen Neuzulassungen gezählt. Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent. Aus Sicht des Importeursverbands VDIK spricht nun viel dafür, dass sich die Gesamtverkäufe in diesem Jahr auf gut 3,5 Millionen Einheiten summieren werden. Auch dies wäre der zweitbeste Wert seit 2009.

Hinter der positiven Verkaufsentwicklung verbirgt sich ein zweiter Trend: die wachsende Beliebtheit alternativer Antriebe. Zwar verkauften sich sowohl Benziner (+4,5 %) als auch Diesel (+9,6 %) besser als im Vorjahresmonat, ihr Wachstum bleibt aber mehr oder weniger deutlich hinter der Gesamtmarktentwicklung zurück. Dagegen legten die Erstzulassungen rein elektrisch betriebener Pkw stark zu (um 46,9 % auf 4.979 Einheiten). Fahrzeuge mit Hybridantrieb verkauften sich sogar 26.382 Mal (+138,6 %). Der Absatz von Erdgasfahrzeuge hat sich, allerdings auf extrem niedrigen Niveau, mehr als verdreifacht (+255,3 % auf 732 Einheiten). Dagegen sind Flüssiggasfahrzeuge kaum mehr gefragt (-63,6 %).

Wachstum der alternativen Antriebe

Zusammengerechnet kommen die so genannten alternativen Antriebe auf einen Anteil an den Neuzulassungen von 11,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es nur 5,9 Prozent. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte liegt dennoch bei 155,4 g/km (nach WLTP-Norm). Vor einem Jahr lag er gemäß den NEFZ-Vorgaben noch bei 130,9 g/km.

Zu den größten Gewinnern gehörten im Oktober drei Marken des Volkswagenkonzerns. Porsche (+497,5 %), Audi (+118,2 %) und VW Pkw (+39,4 %) steigerten die Neuzulassungen enorm, nachdem sie im Vorjahresmonat erheblich von den Lieferproblemen im Zuge der WLTP-Umstellung betroffen waren. Stark gewonnen haben zuletzt auch die Elektromarke Tesla (+372,6 %) sowie der Hybrid-Spezialist Lexus (+27,3 %).

Trotz des allgemeinen Aufwärtstrends verzeichneten einige Marken starke Einbußen. Insbesondere Opel verlor 29,6 Prozent seiner Vorjahreszulassungen. Aber auch Suzuki verkaufte deutlich weniger (-22,6 %) und Dacia verlor exakt ein Fünftel seiner Kundschaft. Auch für die restlichen deutschen Marken lief es nur bedingt gut. Mercedes (+5,9 %), BMW (+3,4 %) und Ford (+0,1 %) legten nur unterdurchschnittlich zu, für Smart ging es deutlich bergab (-17,4 %).

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«