Opel: Kasse statt Masse

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Um rentabler zu werden, will Opel künftig wieder mehr Klasse statt Volumen verkaufen. Die Händler werden nicht mehr dafür belohnt, wenn sie auf pure Stückzahlen setzen. Erwartungsgemäß trifft das die einen mehr, die anderen weniger.

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(Bild: Opel Automobile GmbH)

Eigentlich ist es absurd: Opel befeuert seine großen Stückzahlendreher unter den Händlern nicht mehr, will aber gleichzeitig in diesem Jahr kräftig wachsen. Dieser Widerspruch hängt mit dem neuen Eigentümer PSA zusammen und damit, dass dieser mächtig darauf drängt, dass sich Opel verändert. Carlos Tavares ist ein Freund der klaren Sprache: „In den vergangenen 20 Jahren hat Opel über 30.000 Jobs zerstört, 19 Milliarden Dollar an Schulden produziert und über drei Prozentpunkte an Marktanteilen verloren“, bilanzierte der Manager die letzten beiden Dekaden bei Opel jüngst gegenüber dem „Manager-Magazin“. Die Vehemenz des Portugiesen ist unverkennbar. Daher sagt beispielsweise der Chef der Duisburger Ruhrdeichgruppe, Peter Gerards, auch: „Tavares ist offensichtlich ein Sanierer. Wenn man etwas sanieren muss, geht das nicht mit der Streichelmethode.“

Verständnis für die Dringlichkeit der Sanierung hört man in vielen Gesprächen mit Opel-Partnern. „Opel ist im Umgang mit dem Netz in den letzten Jahren sehr moderat und partnerschaftlich gewesen. Die Umgangsformen waren sehr anständig, aber die Vertriebsmittel gering. Der aktuellen Opel-Führung traue ich den Turnaround durchaus zu“, sagt Gerards im Hinblick auf den Ausgang des bevorstehenden Prozesses.