Europa Plus bei Neuzulassungen ist nur Kosmetik

Von Andreas Grimm

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Der Anstieg der Pkw-Neuzulassungen auf dem europäischen Markt im August löst keinen Wow-Effekt aus: Zwar erholte sich der Markt mit dem Plus von 3,4 Prozent auf den ersten Blick. Unter dem Strich läuft das Jahr aber schlecht für die Branche.

In Europa sind die Neuzulassungen zuletzt zwar gestiegen. Aber auf den schlechten Gesamtjahresverlauf hat das kaum einen positiven Effekt.(Bild:  Volkswagen)
In Europa sind die Neuzulassungen zuletzt zwar gestiegen. Aber auf den schlechten Gesamtjahresverlauf hat das kaum einen positiven Effekt.
(Bild: Volkswagen)

Der europäische Neuwagenmarkt hat sich im August leicht erholt. Wie der deutsche Absatz stiegen auch auf europäischer Ebene die Auslieferungen. 749.000 Einheiten in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien bedeuten ein Plus von 3,4 Prozent. In Deutschland hatte sich der Markt im August um 3,0 Prozent aufwärts entwickelt.

Trotzdem bleibt die Lage auf dem europäischen Neuwagenmarkt „äußerst angespannt“, heißt es in einer Analyse der Unternehmensberatung EY mit Blick auf die Gesamtjahresentwicklung. In den bisherigen acht Monaten 2022 ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Zulassungsminus von 11,8 Prozent im europäischen Raum aufgelaufen. Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Niveau ergibt sich sogar ein Rückgang um 31 Prozent.

Mehr noch: Das leichte Plus im Vergleich zu August 2021 ist in erster Linie die Folge eines sehr schwachen Vorjahres: „Im Spätsommer 2021 hatte der Chipmangel den Neuwagenmarkt mit voller Wucht erfasst und für deutliche Absatzrückgänge gesorgt“, erinnert EY. Von diesem Einbruch habe sich der Markt immer noch nicht erholt – er stabilisiert sich vielmehr auf niedrigem Niveau.

Die Aussichten sind laut der EY-Analyse düster. Einerseits ist die Verfügbarkeit der Neuwagen weiterhin eingeschränkt, noch immer fehlen Vorprodukte in der Produktion. Die Stabilisierung der Lieferketten werde aber zunehmend überlagert durch eine schwächer Nachfrage. Steigende Energiekosten und die hohe Inflation hätten entsprechenden Folgen für die Kaufkraft. „Die Situation bleibt vorerst äußerst angespannt.“ Für das Gesamtjahr 2022 sei ein Rückgang der Neuzulassungen in der EU um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu erwarten.

Stärkstes Plus in Südeuropa

Im August stieg die Zahl der Neuzulassungen in allen fünf großen Absatzmärkten. Besonders stark waren die Zuwächse in Italien (+ 9,9 %) und Spanien (+ 9,1 %). In Frankreich (+ 3,8 %), Deutschland (+ 3,0 %) und Großbritannien (+1,2 %) ging es nur leicht nach oben.

Sichtbar ist auch auf europäischer Ebene der Trend weg von Plug-in-Hybriden zu den reinen Elektroautos. Deren Marktanteil in den Top-5-Märkten stieg im Vorjahresvergleich von 11,0 auf 12,0 Prozent. Dabei ist die Nachfrage noch sehr unterschiedlich.

In Deutschland war der Anteil mit 16,1 Prozent am höchsten, während in Spanien gerade einmal 2,7 Prozent aller neu zugelassenen Pkw Elektroautos waren. Dort will die Regierung nun allerdings massiv in die E-Mobilität investieren. Der Marktanteil der Plug-in-Hybride sank im Vergleich zum Vorjahresmonat in den großen Märkten von 9,3 auf 8,5 Prozent.

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