Porsche-Chef: „Der 911 eignet sich nicht für E-Mobilität“
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Mit dem Taycan hat Porsche eine erste Elektro-Duftmarke gesetzt. In Zukunft will der Sportwagenhersteller bei der Elektrifizierung richtig Tempo machen. Doch allein auf Stromer verlässt sich die VW-Tochter nicht. Die Zuffenhausener haben parallel dazu eine Alternative für sich auserkoren.

Porsche wird bei seiner Antriebsstrategie für die Zukunft zweigleisig fahren. Einerseits will der Sportwagenhersteller in den kommenden Jahren die Elektrifizierung stark vorantreiben. Andererseits sehen die Zuffenhausener aber auch in Verbrennern noch großes Potenzial. Beim Ifa-Branchengipfel am Mittwoch in Nürtingen sagte Porsche-Chef Oliver Blume: „Wir müssen nach vorne gerichtet handeln. Das machen wir mit der Elektromobilität. Wir müssen aber auch nach hinten gerichtet denken. Dabei setzen wir auf synthetische Kraftstoffe.“
Eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle in einem Porsche-Pkw schloss der Manager aus. „Wir halten nichts davon“, so Blume. Die Technologie sei zu ineffizient, zudem wären dafür in Fahrzeugen sehr große Bauräume nötig.
Stattdessen will Porsche vor allem im Elektro-Segment schnell wachsen. Aktuell mache der Taycan bereits rund 10 Prozent des gesamten Porsche-Absatzes aus, erklärte Deutschlandchef Alexander Pollich. Blume kündigte nun an, dass er bis 2025 einen Anteil von 35 bis 40 Prozent mit reinen E-Autos und 10 bis 15 Prozent mit Plug-in-Hybriden für realistisch hält. Insgesamt wäre damit bereits in fünf Jahren jeder zweite neu verkaufte Porsche elektrifiziert.
„Ein Auto muss nicht alles können“
Gleichzeitig betonte der CEO, dass es aber auch essenziell sei, die Tradition Porsches zu wahren. Zentral ist dabei der Porsche 911. Dieser sei kein Fahrzeug, „das sich für die Elektromobilität eignet“, erklärte Blume. Aufgeben wolle man ihn deshalb aber nicht. „Ein Auto muss nicht alles können. Wir entwickeln Fahrzeuge konkret auf eine Technologie hin.“ Und beim 911 sei das der Verbrennerantrieb. Eine Hybridisierung sei zwar denkbar, allerdings gehe es dabei eher um eine reine Unterstützung des Verbrenners. „Ein Plug-in-Hybrid kommt nicht in Frage. Dann würde der 911 zu schwer“, so Blume.
„Beim 911 machen wir uns eher über den Kraftstoff Gedanken, wie wir ihn weiter dekarbonisieren können“, sagte der Manager. Gelingen soll die CO2-Minimierung bei dem Modell deshalb vor allem mit E-Fuels. Die größte Herausforderung in dem Zusammenhang sei dabei aktuell der Preis. Derzeit koste ein Liter rund 10 Dollar, binnen zehn Jahren will Porsche diesen auf rund 2 Dollar drücken. Der Hersteller arbeitet dabei mit verschiedenen Partnern zusammen und installiert erste Pilotanlagen. Vorteile sieht Oliver Blume bei synthetischen Kraftstoffen vor allem in der Infrastruktur. „Wir können das vorhandene Tankstellennetz dafür nutzen und den Kraftstoff einfach transportieren.“
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