Ronald Kelm-Kläger ist gestorben

Autor / Redakteur: jr/pk / Jens Rehberg

In den 1980er- und 90er-Jahren machte Ronny Kelm-Kläger aus dem Traditionsunternehmen Beissbarth einen international agierenden, starken Player im automobilen Aftermarket. Am vergangenen Mittwoch verstarb der 73-Jährige.

Ronald Kelm-Kläger
Ronald Kelm-Kläger
(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

22 Jahre lang führte Ronald Kelm-Kläger Beissbarth und machte aus dem bayerischen Traditionsunternehmen einen international agierenden, starken Player im automobilen Aftermarket. In Deutschland etablierte er die Münchner Firma, die 1899 die erste Automobilfertigung im Freistaat auf die Beine gestellt hatte, als einen der führenden deutschen Hersteller für Automobil-Servicegeräte.

Nach einem Gesellschafterwechsel wurde Beissbarth 1972 ein Unternehmen der Rohé-Gruppe. Diese holte im Januar 1981 Ronald Kelm-Kläger aus dem US-amerikanischen Mischkonzern ITT an die Spitze des bayerischen Werkstattausrüsters.

Unter Kelm-Klägers Führung wuchs das Unternehmen in den folgenden Jahren mit beeindruckenden zweistelligen Zuwachsraten. Der Manager expandierte und strukturierte um, stellte die Fertigungstechnik komplett auf den Kopf und stöberte permanent neue Rationalisierungspotenziale auf. Parallel dazu baute er die Entwicklungsabteilung immer wieder aus, um den Herausforderungen der Automobiltechnik und des Marktes standhalten zu können.

1990 erwirtschaftete die Beissbarth GmbH unter der Führung von Ronald Kelm-Kläger mit 121 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 50 Millionen D-Mark – im Jahr 2000 waren es 90 Millionen.

Seine Entwickler spornte Ronald Kelm-Kläger immer wieder zu Höchstleistungen an, so dass der Manager 1989 den im selben Jahr ins Leben gerufenen „Bundespreis für innovative Leistungen für das Handwerk“ entgegennehmen durfte. Weitere Preise für Aufsehen erregende Produktentwicklungen aus dem Hause Beissbarth oder den zur Beissbarth Automotive Group gehörenden Anbietern sollten folgen. So erhielt Kelm-Kläger 1998 einen weiteren Innovationspreis aus den Händen des damaligen Bundesverkehrsministers Matthias Wissmann.

Ein Jahr zuvor hatte einer der führenden Werkzeugmacher in Europa, Facom S.A., Beissbarth übernommen. Facom-Direktor Bruno d’Audiffret übergab Ronald Kelm-Kläger in diesem Zuge die Verantwortung für den Bereich Forschung und Entwicklung des Gesamtkonzerns. Die Voraussetzungen zum weiteren Ausbau der Marktanteile auf allen wichtigen Weltmärkten mittels neuer Produkte seien damit bestens gegeben, hieß es in einer entsprechenden Pressemitteilung von damals. Gute Beziehungen zu fast allen europäischen Automobilherstellern, das Know-how der Mitarbeiter und Ronald Kelm-Kläger als Motor des Unternehmens galten als Garanten für eine erfolgreiche Zukunft von Beissbarth.

Trennung im Jahr 2003

Die bewährte Verbindung löste sich erst 2003 – vier Jahre, nachdem Facom selber durch einen US-amerikanischen Investor übernommen worden war. Ronny – wie seine Freunde und Geschäftspartner ihn nannten – Kelm-Kläger verließ das Unternehmen und war ab diesem Zeitpunkt als selbstständiger Unternehmensberater tätig.

In seiner Freizeit engagierte er sich unter anderem stark für den Eishockey-Sport in Landsberg am Lech. Unter Kelm-Kläger als Vereinsvorsitzendem zog der EV Landsberg 2000 im Jahr 2007 in die 2. Bundesliga ein.

Ronny Kelm-Kläger starb am frühen Morgen des 14. September nach einer langen Krankheit. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Die Trauerfeier findet am kommenden Freitag, den 23. September um 10 Uhr auf dem Waldfriedhof von Landsberg statt.

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