Rosier-Gruppe: Konzentration auf Kernmarken

Autor / Redakteur: Ingo Jagels/ Stephan Richter / Stephan Richter

Die Autohaus-Gruppe Rosier mit Standorten in Niedersachsen, NRW und Sachsen-Anhalt strukturiert sich neu und konzentriert sich 2010 auf seine Kernmarken Mercedes-Benz, Audi und Volkswagen.

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In Zeiten wie diesen ist ein Autohaus gut beraten, auch an grundsätzlichen Dingen zu rütteln. Somit brachten die Jahre 2008 und 2009 für die Rosier-Gruppe viele Veränderungen mit sich. Schon vor Jahrzehnten hatte sich die Unternehmensgruppe für den Mehrmarkenhandel entschieden. Im Laufe des Jahres 2008 richtete sich die Rosier-Gruppe dann strategisch neu aus. Die Gruppe Oldenburg trennte sich von den Marken Volvo und Toyota und konzentrierte sich auf die Kernmarke Mercedes-Benz. Die Gruppe Menden beendete die Zusammenarbeit mit Hyundai und stärkte das Engagement für die Kernmarken Mercedes-Benz, Audi und Volkswagen.

Seiner Zeit voraus

„Wir mussten erkennen, dass die ursprünglichen Ziele und Vorstellungen, die wir mit den Marken verbunden haben, nicht zu realisieren waren“, erklärt Geschäftsführer Gruppe Oldenburg Thomas Rosier. „Wir haben diese Maßnahmen bereits lange vor der Finanz- und Konjunkturkrise eingeleitet, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen“, sagt Heinrich Rosier, Geschäftsführer Gruppe Menden.

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Dazu zählten auch größere Investitionen in den Standort Paderborn im Jahr 2008. Darüber hinaus wurde 2009 eine neue Unternehmensstruktur mit Centerleitungen bei der Rosier-Gruppe Menden eingeführt.

Die Unternehmensgeschichte von Rosier reicht bis in das Jahr 1927 zurück. Schon bald nachdem der Firmengründer Heinrich Rosier (verstorben 1983) im sauerländischen Menden eine Autovermietung gegründet hatte, stieg er in den Automobilhandel ein. Der junge Unternehmer verkaufte zunächst Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz, schloss dann aber 1932 seinen ersten Händlervertrag mit der Auto-Union ab. Vier Jahre später übernahm er zudem die offizielle Vertretung für die Daimler-Benz AG. Damit gehört das Autohaus Rosier zu den ersten deutschen Mehrmarkenhändlern. Heinrich Rosier griff einem Trend vor, der erst rund sieben Jahrzehnte später die gesamte Kfz-Branche erfassen sollte.

Die Gruppen Menden und Oldenburg

Einen bedeutenden Expansionsschritt vollzog das Unternehmen im Jahr 1989, als es in Oldenburg das Geschäft eines Mercedes-Benz-Vertreters übernahm – zu einer Zeit, als größere Händlergruppen noch nicht auf der strategischen Wunschliste des Herstellers standen. Das Engagement in der niedersächsischen Stadt bedeutete das Startsignal für eine grundsätzliche Trennung in eine Gruppe Menden mit Hauptsitz im Sauerland und eine Gruppe Oldenburg mit Zentrale in Niedersachsen. Um das nun sehr komplex aufgestellte Unternehmen weiterhin effizient führen zu können, wurden die beiden Firmengruppen jeweils unter das Dach einer Holding gestellt.

Wie viele andere große westdeutsche Autohäuser auch engagierte sich Rosier bald nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern. In Stendal (Sachsen-Anhalt) gründeten die Sauerländer einen Mercedes-Benz- und einen VW-/Audi-Handelsbetrieb – die heutige „Autostadt Rosier“. Heute hat das Traditionsunternehmen das Thema Mehrmarkenhandel deutlich intensiviert und vertreibt ein weit gefächertes Spektrum an Automarken mit den Schwerpunkten Mercedes-Benz, Audi, Volkswagen und Peugeot. An 18 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt gehören 37 Betriebe zur Gruppe.

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