Vor gut einem Monat hat der Staat gewerblichen Kunden den Hahn mit Fördergeldern zugedreht, wenn sie neue E-Autos zulassen wollen. Das macht sich wie erwartet an den Zulassungszahlen deutlich bemerkbar. Richtig ins Minus rutschte allerdings der Privatmarkt.
Im September machte sich bei den Pkw-Neuzulassungen der Vorzieheffekt durch das Förder-Aus für Unternehmen bei der Zulassung neuer E-Autos deutlich bemerkbar.
(Bild: Achter – VCG)
Nach dem Aus der E-Auto-Prämie für gewerbliche Kunden ist die Automobilbranche im September mit ihrem Geschäft nicht mehr von der Stelle gekommen. Die Pkw-Neuzulassungen gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat minimal auf 224.502 Neuzulassungen zurück (- 0,1 %), nachdem sie seit dem Frühjahr Monat für Monat deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen hatten. Das geht aus der aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vom Donnerstag hervor. Damit verzeichnete der Pkw-Neuwagenmarkt in diesem Jahr erstmals einen Rückgang, wenngleich nur minimal.
Zwar legten die gewerblichen Zulassungen im September noch einmal zu, und zwar um 5,7 Prozent. Im August aber hatten die Pkw-Neuanmeldungen von Unternehmen noch mehr als 50 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Insgesamt sorgten gewerbliche Halter im September für über zwei Drittel der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland (66,9 % – inklusive Vermieter- und Eigenzulassungen).
Der Privatmarkt – schon länger das Sorgenkind der Branche – brach im September hingegen spürbar ein. Die Neuzulassungen durch private Käufer gingen im September um mehr als ein Zehntel zurück (- 10,3 %). Steigende Zinsen für Fahrzeugfinanzierungen und hohe Preise für Fahrzeuge dürften die Interessenten zunehmend vom Kauf abhalten.
„Es zeigt sich, was wir schon vor Monaten prognostiziert haben. Die Lieferrückstände der Hersteller sind zum großen Teil abgebaut und die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen ist – vor allem im privaten Sektor – gering“, kommentierte Thomas Peckruhn, ZDK-Vizepräsident und Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland, die September-Zahlen. „Insbesondere bei den Kleinwagen und der Kompaktklasse deuten Preisentwicklung und Verfügbarkeit auf eine zunehmend schwierigere Absatzsituation hin“, so Peckruhn weiter.
E-Mobilität verliert an Zugkraft
Das Förder-Aus für gewerbliche Kunden im September macht sich auch beim Blick auf das Volumen neu zugelassener E-Autos bemerkbar: Insgesamt 31.714 neue E-Autos rollten im September auf die Straße. Das waren 28,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Sie machten damit 14,1 Prozent der Neuzulassungen aus. Im August lag der Marktanteil von E-Autos bei 31,7 Prozent.
Bislang liegt der Pkw-Markt in diesem Jahr aber noch deutlich im Plus. Von Januar bis einschließlich September verzeichnete das KBA knapp 2,14 Millionen Neuzulassungen – 14,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Beim Blick auf die einzelnen Marken (Relevanzschwelle: 0,5 Prozent Marktanteil) konnten im September unter anderem Opel und Mini punkten. Auf die Rüsselsheimer entfielen 25,9 Prozent mehr Neuzulassungen als im Vorjahresmonat. Die BMW-Tochter notierte einen Anstieg von 12,5 Prozent. Auch die Premiumhersteller Mercedes-Benz, Audi und BMW lagen im einstelligen Bereich im Plus, ebenso VW.
Unter den Importmarken konnte Jeep mit einem Anstieg von 96,7 Prozent punkten. Auch Peugeot (57,7 Prozent) und Suzuki (50,6 Prozent) lagen deutlich im Plus.
Impulse bleiben im Restjahr aus
E-Mobilitätsexperte Constantin M. Gall von der Unternehmensberatung EY prognostiziert, dass sich der Zulassungsboom der vergangenen Monate bei E-Autos durch den Förderstopp im September jetzt bis zum Jahresende bemerkbar machen werde. Unternehmen hatten Fahrzeuganschaffungen bis August vorgezogen, um noch in den Genuss der Förderung zu kommen. „Diese Käufe fehlen nun natürlich – das werden wir auch in den kommenden Monaten an den Zulassungszahlen sehen“, sagte Gall.
Und zum Jahresende sei mit einer ähnlichen Sonderkonjunktur im Privatkundengeschäft zu rechnen, betonte Gall. In diesem Segment reduziert sich die staatliche Förderung zum Januar 2024 von 4.500 auf 3.000 Euro. Das könnte das Privatkundengeschäft mit E-Autos zum Jahresende zwar noch einmal befeuern, erklärte Gall. „Danach wird es allerdings zu einem bösen Erwachen kommen, wenn sich die Nachfrage nach Elektroautos auf einem niedrigeren Niveau einpendelt. Die Elektro-Neuzulassungen werden sich im kommenden Jahr voraussichtlich eher schwach entwickeln.“
Auch Reinhard Zirpel, Präsident des Importeursverbands VDIK, sieht trübe Wolken am Himmel, wenngleich die Zulassungszahlen im Gesamtjahr bisher noch im Plus sind: „Der Markt lebt weiterhin vor allem vom Abbau des hohen Auftragsbestands. Daher bereiten uns die anhaltend niedrigen Auftragseingänge zunehmend Sorgen. Auch die Elektrofahrzeuge wachsen insgesamt nicht mehr so dynamisch wie in den vergangenen Jahren und tragen damit weniger zur Markterholung bei.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Tatsächlich lassen auch Zahlen des Herstellerverbands VDA darauf schließen, dass sich die Pkw-Konjunktur abkühlt und die Auftragsbestände abschmelzen. So fertigten die Hersteller im September in Deutschland 340.500 Pkw und damit acht Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis September liegt die Produktion aktuell noch 22 Prozent über Vorjahresniveau, aber damit noch immer deutlich unter dem Stand vor der Coronakrise.