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Schaeffler: Servolenkung ohne Servo

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Die Lenkkraftunterstützung im E-Auto braucht Energie und mindert damit die Reichweite. Eine geschickte Regelung der Antriebsmomente soll nun das Servoaggregat überflüssig machen.

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Schaeffler und das KIT arbeiten an der servolosen Lenkunterstützung.
Schaeffler und das KIT arbeiten an der servolosen Lenkunterstützung.
(Foto: KIT/M. Frey)

Die Servolenkung ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit im Automobil – auch bei Elektrofahrzeugen. Doch gerade bei diesen rückt ihr Energieverbrauch in den Fokus, denn er muss aus der Batterie gedeckt werden und reduziert damit die ohnehin schon knappe Reichweite.

Dieses Problem wird seit Anfang 2015 sozusagen von höchster Stelle angegangen. Ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) namens „Energieoptimale, intelligente Lenkkraftunterstützung für elektrische Fahrzeuge (e²-Lenk)“ widmet sich einem neuartigen Konzept der Hilfskraftlenkung.

Die beiden daran beteiligten Partner Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Schaeffler wollen durch eine geschickte Regelung der Antriebsmomente der einzelnen Räder die Lenkung unterstützen, ohne dafür zusätzliche Energie zu verbrauchen. Die neuartige Lenkung würde zudem mit weniger Systemkomponenten auskommen und damit auch Gewicht sparen.

Lenkung nach dem Panzer-Prinzip

Die Grundidee des Projekts e²-Lenk ist einfach: Statt alle Räder mit der gleichen Antriebskraft zu versorgen, sollen Elektromotoren die Räder individuell antreiben. Wenn die Räder auf der linken Seite mehr Antriebsmoment auf die Straße übertragen als auf der rechten Seite, ergibt sich bereits eine Beschleunigung des Wagens in eine Rechtskurve, ohne die Vorderräder einzuschlagen oder zusätzlich Energie für das Lenken aufzubringen. Nach dem gleichen Prinzip lenken auch Kettenfahrzeuge. Lediglich die Lenkung im Stand ist noch eine Herausforderung.

Im Rahmen des vom BMBF mit 600.000 Euro geförderten Vorhabens werden Funktionsdemonstratoren aufgebaut, mit denen die Konzepte dann experimentell untersucht werden. Eine Umsetzung im Vorjahresmodell des Formula-Student-Rennwagens des KIT unter Beteiligung der Studenten ist ebenfalls beabsichtigt.

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