Markengeschichte Seat: Alles begann vor 75 Jahren

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Erst nach drei Jahren lief das erste Auto vom „Band“ – und davon auch nur fünf Stück am Tag. Doch aus zaghaften Anfängen erwuchs ein veritabler Autobauer. In mehr als 70 ist der heute ein feste Größe, auch dank Cupra.

Der 1400 war das erste Modell von Seat. Es wurde ab 13. November 1953 aus angelieferten Teilesätzen montiert. 1955 wurde er durch den Seat 1400 A ersetzt und nun komplett in Spanien gefertigt. (Bild:  Seat)
Der 1400 war das erste Modell von Seat. Es wurde ab 13. November 1953 aus angelieferten Teilesätzen montiert. 1955 wurde er durch den Seat 1400 A ersetzt und nun komplett in Spanien gefertigt.
(Bild: Seat)

Am 9. Mai 1950 fiel der Startschuss für die Seat S.A. Mit der „Sociedad Española de Automóviles de Turismo, S.A.“ (zu Deutsch: Spanische Gesellschaft für Tourenwagen) begab sich ein Unternehmen auf die Reise, Spanien auf Räder zu stellen. Die allerersten schraubten Arbeiter an einen Seat 1400, der ab dem 5. Juni 1953 in der kleinen Fabrik in der Zona Franca in Barcelona vom Band lief – zusammengesetzt aus angelieferten Teilesätzen aus Italien. Schließlich war nichts anderes als ein Fiat 1400, den der italienische Autobauer 1950 auf den Markt gebracht hatte. Fiat war von Beginn an mit sieben Prozent an dem spanischen Autobauer beteiligt, entsprechend waren Seat-Modelle anfangs eine 1:1-Kopie italienischer Modell, die sich später aber von diesen emanzipierten. Von 1955 ab ersetzte der Seat 1400 A den 1400, der und nun komplett aus in Spanien gefertigten Komponenten bestand.

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Seat ist nach wie vor das einzige Unternehmen, das in Spanien in seinen drei Produktionsstätten in Barcelona, El Prat de Llobregat und Martorell Autos entwirft, entwickelt, produziert und vertreibt. Es ist außerdem der führende industrielle Investor des Landes im Bereich Forschung und Entwicklung und trägt etwa ein Prozent zum spanischen Bruttoinlandsprodukt bei. 1975 eröffnete das Unternehmen sein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum. Das Technische Zentrum, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, ermöglichte es dem Unternehmen eigenständige Fahrzeuge zu entwickeln. Der 1200 Sport, bekannt als „Bocanegra“, war das erste Modell, das dort vollständig entwickelt wurde und nicht ein direktes Pendant eines Fiat bzw. Lanica war – bis 1984 waren das die meisten Modelle gewesen.

Anfang der Achtziger kam der Wandel

1982 begann eine Kooperation mit der Volkswagen AG, die sich bis 1986 schrittweise zu einer vollständigen Übernahme von Seat durch Volkswagen entwickelte. Dank des sich nun auch über Grenzen Spaniens hinaus einstellenden Erfolgs der Marke eröffnete diese 1993 ein weiteres, moderneres Werk in Martorell, nordöstlich von Barcelona. Hier entstand ab dann die zweite Generation des Ibiza und sowie der Cordoba, täglich rund 1.500 Fahrzeuge. Heute verlässt alle 40 Sekunden ein Auto das 2.800.000 Quadratmeter große Werk – so groß wie 400 Fußballfelder –, was einer Stückzahl von 2.300 Fahrzeugen pro Tag entspricht. In seiner 75-jährigen Geschichte hat die Seat S.A. insgesamt mehr als 20,5 Millionen Fahrzeuge produziert.

Nach turbulenten Zeiten in den 0er- und anfangs der 10er-Jahre und wenig wirtschaftlichem Erfolg stabilisierte sich ab 2015 die Lage bei Seat wieder. Mittlerweile gehörte die Marke innerhalb des VW-Konzerns zu Audi und fertigte so beispielsweise mit dem Exeo von 2004 bis 2007 ein Derivat das Audi A4 (B7). Richtig Schwung erhielt diese bzw. das Unternehmen ab 2018 mit einer neuen Marke: Cupra. Mit der hat die Seat S.A. die Herzen der Autokäufer im Sturm erobert: In sieben Jahren wurden sieben Modelle auf den Markt gebracht und weltweit mehr als 800.000 Fahrzeuge verkauft.

Heute sind Seat- und Cupra-Modelle in mehr als 70 Ländern unterwegs, von Mexiko bis Australien und Neuseeland. Das Unternehmen exportiert mehr als 80 Prozent seiner Fahrzeuge. Die Zeiten, als das Unternehmen 1965 seinen ersten Auslandsverkauf nach Kolumbien tätigte, sind längst vorbei. Aktuell arbeiten exakt 14.281 Menschen für das spanischen Unternhemen.

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