Waren es anfangs nur umgelabelte Fiat-Modelle, so begann mit dem Ibiza eine neue Zeitrechnung unter dem Dach von Volkswagen. Und noch bevor die Wolfsburger das vollständige Sagen hatten, gründete Seat im März 1983 eine eigene Importgesellschaft in Deutschland.
Der Ibiza I war das erste eigenständige Modell des spanischen Automobilherstellers Seat. Kurz zuvor hatte er 1983 in Deutschland eine eigene Importgesellschaft gegründet.
(Bild: Seat)
Vor 73 Jahren entstand Spaniens bekanntester Automobilbauer. Am 9. Mai 1950 wurde die Sociedad Española de Automóviles de Turismo, S. A. („Spanische Gesellschaft für Tourenwagen“) gegründet. Sieben Prozent des Gründungskapitals brachte Fiat mit ein. Nachvollziehbar, dass nach der Werkseröffnung am 5. Juni 1953 am 13. November der erste Wagen in Form eines Fiat 1400, besser gesagt eines Seat 1400, vom Band des staatlichen Automobilwerks lief. 1982 begann eine Kooperation mit der Volkswagen AG, die sich bis 1986 schrittweise zu einer vollständigen Übernahme von Seat durch Volkswagen entwickelte.
Vor genau 40 Jahren, genauer gesagt am 10. März 1983, startete die spanische Marke ihren Verkauf in Deutschland. Bis dato war die Marke hierzulande kaum bekannt und wenn, dann nur in Form von Fiat-Lizenzmodellen. Erst durch das Ende der Kooperation mit den Italienern konkretisierten sich die Emanzipations- und Expansionspläne der Spanier. Der Ibiza, das erste selbst entwickelte Modell, steht sinnbildlich für den Neuanfang: Das Design stammte von Giugiaro aus Italien, den Motor entwickelte Porsche. Das sorgte für Aufsehen und hinterließ auch beim Volkswagen-Konzern einen positiven Eindruck. Doch bis zum Marktstart 1984 mussten sich die Kunden hierzulande noch gedulden.
Los ging es mit Fiat-Derivaten
Zu Importbeginn 1983 brachten die Spanier zunächst den Kleinstwagen Panda (analog Fiat Panda), den Kleinwagen Fura (analog Fiat 127) und das Kompaktmodell Ronda (analog Fiat Ritmo) auf die deutschen Straßen. Was allen voran mit den beiden letztgenannten Modellen kaum klappte, funktionierte mit dem Ibiza jedoch von Anfang an gut: Autokäufer mit kompakten und praktischen Konzepten zu einem günstigen Preis zu überzeugen. Seat schaffte es, sich auch in Deutschland einen Namen zu machen – gerade bei jüngeren Autofahrern. Den Panda, der ab 1986 auf den Namen Marbella hörte, war zwar ein wenig robustes, dafür aber günstiges und vielseitiges Fahrzeug, das Seat bis sage und schreibe 1998 im Programm behielt.
Aus der Importgesellschaft heraus gründete Seat 1986 die Seat Deutschland GmbH. Sie hat heute ihren Sitz in Weiterstadt (Hessen). Im selben Jahr stieg Volkswagen mit 75 Prozent bei den Spaniern ein und baute die Beteiligung 1990 auf 99,99 Prozent aus. Ende der Achtzigerjahre gehörte die Marke zu den am schnellsten wachsenden Automarken. Das Unternehmen investierte ins Vertriebsnetz und entwickelte auf Basis von Volkswagen-Derivaten neue Modelle – auch, um die wachsende Nachfrage hierzulande bedienen zu können.
Die enge Verwandtschaft zu Volkswagen dokumentiert auch der Alhambra, der quasi ein Eins-zu-eins-Nachbau des VW Sharan ist. Er wurde bis vor Kurzem in zwei Generationen gebaut und entstand in Kooperation mit Ford (siehe „Galaxy“). Ein deutlich weniger bekanntes Modell der Spanier hierzulande war/ist der Exeo, den Seat von Ende 2008 bis Mitte 2013 produzierte. Er entspricht technisch dem Audi A4 Generation B7 – nach 81.552 produzierten Fahrzeugen war allerdings auch schon wieder Schluss.
Ab 2000 richtig durchgestartet
1993 startete die zweite Generation des Ibiza, und die beiden Toledo und Cordoba bereicherten etwa zur selben Zeit die Kompaktklasse. Der Arosa führte ab 1997 die lange Tradition der Kleinstwagen fort, und 1999 kam der Leon auf den deutschen Markt. Letzterer entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Modelle. Durch die Produktoffensive gehörte Seat im Jahr 2000 mit über 60.000 Neuzulassungen deutschlandweit zu den Top Ten unter den Importeuren. Erfolge konnte die Marke zeitgleich auch auf den Rallye-Pisten des Landes feiern: Matthias Kahle gewann im Cordoba WRC die Deutsche Rallye-Meisterschaft. Kurz zuvor hatte bereits das Ibiza Kit Car in der Zwei-Liter-Klasse in der Rallye-Weltmeisterschaft 1996 bis 1998 dreimal hintereinander gesiegt.
Die wenig später eingeführten Modellvarianten mit dem Namenszusatz „Cupra“ erfreuten sich laut Seat besonders in Deutschland großer Beliebtheit, was wohl auch in Sachen SUV-Boom zutrifft. Mit einer zweiten großen Produktoffensive in den 2010er-Jahren entsprach die Marke in Deutschland den Wünschen der Autokäufer. Modelle wie der Ateca (2016), der Arona (2017) und der Tarraco (2018) ergänzten das Pkw-Portfolio und sorgten für steigende Zulassungszahlen. Im Jahr 2017 wurden deutschlandweit erstmals mehr als 100.000 Seat-Fahrzeuge neu zugelassen. Zwei Jahre später erreichte die Marke mit 138.670 Fahrzeugen ihren bisherigen Bestwert.
Seitdem geht es aber für die Marke Seat international bergab, und auch hierzulande sinken seit 2019 die Verkaufszahlen. Dass sie für das Unternehmen Seat in Summe dennoch positiv ausfallen, liegt an der vor fünf Jahren lancierten Submarke Cupra. Ihr Erfolg stellt die Muttermarke jedoch ins Abseits.
Stand: 08.12.2025
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