Selbstfahrende Lkw bringen kleinere Speditionen in Gefahr

Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

| Autor: sp-x

Bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 zeigte Mercedes mit dem „Future Truck“ die Vision eines selbstfahrenden Lkw.
Bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014 zeigte Mercedes mit dem „Future Truck“ die Vision eines selbstfahrenden Lkw. (Foto: ampnet)

Den großen Vorteil von Robo-Trucks sehen Branchenvertreter in ihrer Fähigkeit zum autonomen Fahren. Denn seit Jahren mangelt es nicht nur in Deutschland an Lkw-Fahrern. Bei den anderen Vorzügen der Technik zeigten die im Rahmen der Studie Befragten laut DLR jedoch weniger Interesse: Der geringere Spritverbrauch durch das Fahren in engen Kolonnen spielt demnach ebenso wenig eine Rolle wie die Idee, das Lkw-Fahrerhaus in ein mobiles Büro zu verwandeln und den Fahrer mit Verwaltungsaufgaben zu betrauen.

Für viele kleinere und mittelständische Speditionen könnte der automatisierte Lkw-Verkehr jedoch trotz potenzieller Effizienzgewinne das Ende bedeuten, wie die DLR-Forscher in einem zweiten Teil der Studie herausgefunden haben. Denn die Einführung der Selbstfahr-Technik ist teuer und rechnet sich nur langsam, so dass große und finanzstarke Logistik-Konzerne einen Wettbewerbsvorteil hätten. Wolle die Politik dem etwas entgegensetzen, gelte es, die mittelständischen Unternehmen gezielt zu unterstützen, so die DLR-Experten.

Und noch ein möglicherweise unerwünschter Effekt ist durch die Automatisierung des Lkw-Verkehrs zu erwarten: eine weitere Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße. Bis zu zwei Drittel des Transports könnten dann wegen der geringeren Kosten auf Autobahnen und Schnellstraßen wandern. Neben strikt marktwirtschaftlichen Argumenten müssten deshalb Umweltschutz und die Belastung durch Staus auf unseren Straßen bei der gesellschaftlichen Diskussion eine wichtige Rolle spielen, so die Forscher.

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