Sessner Automobile: Eine perfekte Inszenierung

Redakteur: Silvia Lulei

Kaum ein Autohändler hat die Umweltprämie so inszeniert wie Bergmann und sein Team. Schon als der Startschuss für die staatliche Unterstützung fiel, witterte der Vertriebsprofi, welche unglaublichen Chancen sie ihm bescheren würde.

Ein Sonntag im Juli: 400 Leute drängeln sich morgens um 7 Uhr auf dem kleinen Bahnhof der unterfränkischen Kleinstadt Kitzingen. Sie warten auf den Zug nach Wolfsburg, wo sie ihre nagelneuen VW abholen werden. Mehr als 150 Neuwagen wird das Volkswagen-Kundencenter an diesem Sonntag ausliefern.

Mit der ganzen Familie fahren die Kunden des Autohauses Sessner Richtung Autostadt. Geschäftsführer Jens Bergmann und sein Verkaufsteam haben dafür eigens einen Sonderzug organisiert und begleiten gut gelaunt die Reisenden.

Kaum ein Autohändler hat die Umweltprämie so inszeniert wie Bergmann und sein Team. Schon als der Startschuss für die staatliche Unterstützung fiel, witterte der Vertriebsprofi, welche unglaublichen Chancen sie ihm bescheren würde. Er reagierte prompt mit großflächigen Anzeigen und eigenen Zeitungsbeilagen und richtete Terminals im Autohaus ein, um dem Kundenansturm gerecht zu werden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 16 Bildern

Kunden, die die Prämie nicht in Anspruch nehmen wollten, sollten nicht leer ausgehen: Neben der staatlichen Prämie gab es eine Sessner-Prämie mit attraktiven Konditionen in Sachen Finanzierung, Leasing und Versicherung.

Online konnten sich die Besucher der Sessner-Website stets aktuell informieren, wie viel noch im Prämientopf drin war – die passenden Automodelle gab es natürlich gleich dazu. Das Autohaus Sessner nutzt das Internet als modernes Medium, um effektiv mit Kunden und Interessenten zu kommunizieren. Oder in Bergmanns Worten: „Wir sind extrem vertriebsorientiert und brauchen das Internet, um unsere Prozesse sauber durchzugestalten.“

21532620

Deshalb hat Bergmann auch nicht auf fertige Produkte zurückgegriffen, als er seine Webseite konzipierte. Zwar bieten seine Hersteller fertige Konzepte an, die er einfach und günstig hätte adaptieren können. Aber er wollte sich lieber abheben und beauftragte einen Webdesigner, mit einem eigenständigen Auftritt. Die gelungene und professionelle Website bescherte dem Autohaus den zweiten Platz beim „Internet Sales Award“, den die Fachzeitschrift »kfz-betrieb« alljährlich mit Autoscout 24 und der Bank Deutsches Kfz-Gewerbe verleiht.

Homepage stets aktuell

Die Internetseiten von Sessner Automobile wecken Interesse und sind stark auf die Bedürfnisse der User ausgerichtet. Bergmann erläutert: „Wenn wir schon eine Homepage bauen, dann wollen wir eine haben, die extrem benutzerfreundlich ist. Sie muss zum Unternehmen passen. Sie muss stylisch sein, aber sie muss auch eine Oberfläche bieten, auf der der User etwas erlebt. Nichts ist schlimmer als eine langweilige Homepage.“ Sessner möchte seinen Kunden vor Ort und online einen Allroundservice anbieten, den Bergmann immer wieder erweitert.

Rasantes Wachstum

In den letzten zwölf Jahren ist das Autohaus Sessner mit einer Rasanz gewachsen, die keiner in dem 20.000-Einwohner-Ort am Main für möglich gehalten hätte. Bergmann hat den Familienbetrieb 1997 gekauft. Der ehemalige Inhaber Helmut Sessner hatte keinen Nachfolger, Bergmann dafür den Traum vom eigenen Autohaus. Der damals 30-Jährige hatte schon ein bewegtes automobiles Leben hinter sich, als er in Kitzingen Wurzeln schlug: Bergmann lernte Automobilkaufmann bei einem BMW-Händler, verkaufte VW und Audi in Kassel, Opel auf der Schwäbischen Alb und leitete Anfang der neunziger Jahre die Ostberliner Filiale der Mahag – damals noch unter Fritz Haberl. 1995 wurde er Vertriebsleiter beim libyschen Generalimporteur für VW.

Die Firma war zwar nach einer Woche pleite, aber Bergmann hatte Blut geleckt. Er ergatterte einen VW-Händlervertrag für Libyen und ver-kaufte pro Jahr 800 bis 1.000 Volkswagen von einer Zweizimmerwohnung in Mainz aus in das Land, das er bis zu diesem Zeitpunkt nur vom Hörensagen kannte. Der Reiz an der Sache lag für Bergmann darin, dass es ein Open Point war, den keiner haben wollte. Aber er wusste, dass er daraus etwas machen konnte.

(ID:232786)