Da die 60 kW/81 PS starke Antriebsmaschine ihr volles Drehmoment von 160 Newtonmeter stets spontan in den Vortrieb wirft, wirkt der Eintonner bei kurzen Sprints fast so spritzig wie ein Sportwagen. Bei beherzten Zwischenspurts im Stadtverkehr werden die Fahrgäste entsprechend verbindlich in die Lehnen gepresst. Nach oben raus wird die Luft allerdings schnell dünn. Für den Standardsprint auf 100 km/h vergehen 11,5 Sekunden. Maximal sind 130 km/h möglich, 5 km/h mehr als bisher.
Ebenfalls flotter kann es künftig bei den Ladevorgängen gehen. Während die Ladezeit an einer Standardsteckdose mit 230 Volt und 12 Ampere weiterhin gute sechs Stunden dauert, kann ein neuer Standard-On-Board-Lader 7,2 statt der bisherigen 3,3 kWh in die Batterie pumpen, sofern eine aufpreispflichtige Wallbox mit 230 Volt und 20 Ampere den Strom liefert. Dann sind die 80 Prozent nach gut 3,5 Stunden erreicht.
Zusätzlich wird Smart im Herbst 2017 einen optionalen Schnelllader ins Programm nehmen, der bei 3 x 230 Volt und 32 Ampere in 45 Minuten 80 Prozent Energie in den Akku schaufelt. Obwohl Smart für den Schnelllader voraussichtlich eine hohe dreistellige Summe verlangen wird, erwartet der verantwortliche Produktmanager Rouven Remp eine hohe Einbaurate.
Trotz etlicher Neuerungen und Verbesserungen ist der Preis für das Fortwo Electric Drive Coupé um 1.700 auf rund 22.000 Euro gefallen. Dieser erfreuliche Umstand ist vor allem den gesunkenen Produktionskosten für die Batterie zu verdanken, für die Smart übrigens seine Garantieleistung auf 8 Jahren ausgeweitet hat. Ein Garantiefall würde eintreten, wenn die Batterieleistung auf unter 70 Prozent ihrer Ursprungsleistung sinkt.
Angesichts der Preissenkung gehört der Smart Fortwo ED zu den günstigsten Stromern am Markt, zumal keine Zusatzkosten für eine Batteriemiete anfallen. Für einen zusätzlichen Kaufanreiz sorgt derzeit in Deutschland noch die E-Auto-Prämie von 4.000 Euro. Doch selbst subventioniert bleibt der der Fortwo ED im Vergleich zu Kleinwagen mit Verbrennungsmotor ganz schön teuer. Für das gleiche Geld kann man auch zwei Renault Twingo bekommen, die kein Reichweiten-Handicap haben und zudem vier Sitzplätze bieten. Apropos vier Plätze: Diese kann künftig auch ein elektrischer Smart als Forfour bieten, der für 22.600 Euro zusammen mit dem Fortwo ED Cabrio (ab 25.200 Euro) und dem Coupé im Frühjahr an den Start geht.
Bis E-Autos preislich mit Verbrennern konkurrieren können, dauert es nach Daimler-Einschätzung noch ein wenig. Immerhin: Die Degression bei den Batteriekosten schreitet voran, so dass es zwischen 2020 und 2025 so weit sein soll.
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