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Smart Fortwo Electric Drive: Zwergstromer für die Stadt

| Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Ohne Reichweiten-Bang, dafür aber rundum neu kommt im Frühjahr 2017 die dritte Generation des rein elektrisch getriebenen Smart Fortwo. Im Vorab-Test gibt der Kleinststromer ein stimmiges Bild ab.

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Im Frühjahr 2017 kommt die dritte Generation des rein elektrischen Smart Fortwo.
Im Frühjahr 2017 kommt die dritte Generation des rein elektrischen Smart Fortwo.
(Bild: Daimler)

Elektroautos, die neu oder überarbeitet in den Markt kommen, dürfen sich meist einen kräftigen Schluck aus der Reichweiten-Pulle genehmigen. Im Fall des im April 2017 in dritter Generation startenden Smart Fortwo Electric Drive reichte es nur für ein Nippen. Trotz des bescheidenen Reichweitendopings konnte uns der Zwergstromer mit vielen Innovationen und deutlich verbesserten Fahreigenschaften beeindrucken.

Erfahrung macht bekanntlich klug und Erfahrungen mit der praktischen Nutzung des Fortwo ED hat Smart schon reichlich gesammelt. „Wir können sagen, dass unser Durchschnittskunde 35 Kilometer täglich fährt“, klärt der für den Antriebsstrang der Neuauflage verantwortliche Entwicklungsingenieur Jürgen Duda auf. Der Fortwo ED ist nun mal als reines Stadtauto gedacht, für das die bisherige Batterie mit bereits 145 Kilometern Reichweite völlig reichte.

Smart Fortwo Electric Drive: Zwergstromer für die Stadt
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Zwar gibt es eine neue Batterie mit neuen Lithium-Ionen-Zellen von LG, doch mit 17,6 kWh bietet sie die exakt gleiche Speicherkapazität wie bisher. Einem neuen, von Renaults Zoe abgeleiteten, effizienteren Antriebsstrang sei Dank, wurde dabei dennoch ein Reichweitenplus realisiert. Der fremderregte Drehstromsynchronmotor zieht nämlich nur 12,9 statt 15 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus der Batterie, weshalb der neue Fortwo mit gleicher Strommenge 15 Kilometer weiter als bisher kommt.

Bei der offiziellen Reichweite von 160 Kilometern handelt es sich um den NEFZ-Prüfstandwert, der im Autoalltag bekannterweise keinen Bestand hat, räumt Duda ein. Bei Smart geht man deshalb von einer realistischen Reichweite von mindestens 120 Kilometern aus. Allerdings hängt viel vom Fahrer und von den äußeren Umständen ab. Nach einer Testrunde im flachen und für eine Antriebsbatterie optimal temperierten Miami waren bei unserem E-Smart nach 66 gefahrenen Kilometern noch 53 Prozent der Akkuleistung übrig. Hochgerechnet ergibt sich hieraus eine praktische Reichweite von 140 Kilometern.

Und dabei war nicht einmal der Eco-Modus aktiviert, der in der von uns getesteten US-Spezifikation Leistung kappt und so noch ein paar Extra-Kilometer freisetzt. Für den deutschen Markt wird der ED sogar einen Sparbetrieb mit adaptiver Rekuperation bekommen. Mit Hilfe eines Radarsensors werden hierbei dem Verkehrsgeschehen angepasste Rekuperationsstufen gewählt.

Lautloser Mobilität näher denn je

Der Renault-Antrieb arbeitet nicht nur effizienter, sondern auch ruhiger. War beim Vorgänger das an eine Straßenbahn erinnernde Sirren noch sehr präsent, schlägt der neue Antrieb weniger aufdringliche Töne an. Auch der ebenfalls zusammen mit Renault neu entwickelten Karosserie haben die Ingenieure in Hinblick auf Geräusche und Vibrationen bessere Manieren beigebracht. Dem vielzitierten Ideal der angeblich lautlosen E-Mobilität ist der neue ED also näher denn je, was Smart veranlasste, optional einen Soundgenerator anzubieten. Dieser – in den USA ab 2019 Pflicht für Stromer – warnt Fußgänger bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h, danach reichen die Wind- und Abrollgeräusche.

Ebenfalls spürbar verbessert hat sich der Fahrkomfort. Während der Vorgänger ein nervöser Hoppel war, der den Straßenzustand bisweilen recht ungefiltert nach oben weiterreichte, reagiert der neue angenehm gelassen auf Schlaglöcher. Zudem fährt sich der Smart – vor allem dank seiner breiteren Spur – runder und erwachsener. Dennoch bleibt er mit einem Radius von 6,9 Metern unvermindert wendig. Und er fährt auch noch spaßig, denn dank der im Fahrzeugboden untergebrachten Batterie hat er einen für flotte Kurvenfahrten vorteilhaften, besonders tiefen Schwerpunkt.

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