Sono Motors Hedgefonds will das Solargeschäft weiterführen

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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In den letzten Monaten gingen bei Sono Motors nach und nach die Lichter aus. Doch kurz vor der endgültigen Liquidation hat sich ein Hedgefonds gemeldet. Klappt der Deal, wäre die zumindest das Geschäft mit Solarmodulen für das Jahr 2024 gesichert.

Sono Motors sieht seine Zukunft als Zulieferer von Solar-Modulen für die Oberflächen von Fahrzeugen aller Art. (Bild:  Sono Motors)
Sono Motors sieht seine Zukunft als Zulieferer von Solar-Modulen für die Oberflächen von Fahrzeugen aller Art.
(Bild: Sono Motors)

Für die Reste des einstigen Münchener E-Auto-Start-ups Sono Motors scheint es wieder eine Zukunft zu geben. Wie das insolvente Unternehmen am Mittwoch (29. November) bekannt gab, steigt ein Investor ein, der das sogenannte „Solarintegrationsgeschäft“ nach der laufenden Restrukturierung weiterführen will. Dabei handelt es sich im Kern um die Technologie, Solarzellen in die Oberflächen von Fahrzeugen aller Art zu integrieren, um damit zusätzlichen Strom für die Batterien von E-Autos zu gewinnen.

Nach Unternehmensangaben hat der Hedgefonds Ya Ii Pn, Ltd. mit Sitz auf den Cayman Islands eine Investitionszusage gegeben. Diese soll es Sono Motors ermöglichen, „sich zu restrukturieren, das seit Mai 2023 laufende Eigenverwaltungsverfahren zu beenden und sein Solarintegrationsgeschäft weiterzuführen“. Die Gelder des Hedgefonds sollen ausreichen, um den Geschäftsbetrieb von Sono Motors bis mindestens Ende 2024 zu finanzieren. Der Vollzug der Verträge und in der Folge die Aufhebung des Insolvenzverfahrens werden derzeit für Ende Januar 2024 erwartet.

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Sono Motors war ursprünglich mit der Idee gestartet, ein eigenes Elektroauto zu bauen, den Sono Sion, der bei guten Bedingungen etwa die Hälfte des benötigten Stroms mit integrierten Solarzellen selbst produziert hätte. Aufgrund verschiedener Verzögerungen und Rückschläge war das Unternehmen mehr und mehr in Schieflage geraten. Der Traum vom eigenen E-Auto wurde im Februar aufgegeben. Nur das Solarelemente-Geschäft sollte Bestand haben, Sono Motors wollte sich als Zulieferer positionieren.

Im Mai 2023 musste dennoch die operative Gesellschaft, die Sono Motors GmbH in München, ein Schutzschirm-Verfahren beantragen. Die US-börsennotierte Muttergesellschaft Sono Group N.V. hatte parallel dazu einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Weil sich lange keine Rettung abzeichnete, keine Investoren zur Rettung herbeieilten, wurden schließlich Ende Oktober die verbleibenden Mitarbeiter entlassen. Es drohte die Liquidation.

Gekündigte Mitarbeiter kehren zurück

Nun ist wieder Hoffnung da. Sono Motors holt die meisten der zuletzt gekündigten Mitarbeiter zurück, um „mit unserem erfahrenen Team weiter an unserer Vision zu arbeiten“. Nicht mehr an Bord sind aber scheinbar die Unternehmensgründer Laurin Hahn und Jona Christians. Sie werden in der aktuellen Pressemitteilung nicht mehr erwähnt. Der neue starke Mann im Unternehmen ist wohl Jan Schiermeister, der seit Juni 2022 im Unternehmen ist und seit März 2023 als Head of Technology amtiert.

Er gehöre zu den Mitgliedern des zukünftigen Managements, das bereits eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung des Mergers-&-Acquisitions-Prozesses des Unternehmens gespielt habe, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Die Personalie Schiermeister passt zur weiteren Strategie von Sono Motors, mit der Markteinführung des Solar Bus Kits punkten zu wollen. Das ist ein von Sono Motors entwickelter Solardachsatz für Diesel- und Elektrobusse, um über selbst produzierten Strom die CO2-Emissionen zu senken. Schiermeister war 2022 von MAN zu Sono Motors gewechselt.

Weiter heißt es, Sono Motors habe trotz des Insolvenzverfahrens neue Kundenbeziehungen aufgebaut. Seit März 2023 ist die Gesamtzahl der Kunden und Partner für die Solartechnik von Sono Motors von 25 auf 28 gestiegen. Schon in den Vorjahren hatten die Münchener mit Solar-Anwendungen für Lkw, Lkw-Anhänger, Kühlfahrzeuge, Last-Mile-Lieferwagen und Busse experimentiert.

Teil der Community kämpft um den Sion

Etwas skurril mutet eine Initiative von Interessenten des einst geplanten Elektroautos Sono Sion an. Ein guter Teil des Kapitals von Sono Motors war einst von Enthusiasten und Idealisten gekommen – der Community. Sie hatten unter anderem eine Anzahlung für das Auto geleistet. Und weil die Rückzahlungen nicht mehr bedient werden konnten, schlitterte Sono Motors in die Insolvenz.

Ein Teil dieser Unterstützer sieht sich als den größten Gläubiger und strebte eigentlich die Übernahme der Reste von Sono Motors an. Dazu sollten sich die Gläubiger in einer Genossenschaft organisieren, die dann wiederum die insolvente Sono-Motors-Hülle aus dem Insolvenzverfahren hätte herauskaufen wollen. Gleichwohl war man auf der Suche nach einem Anker-Investor. Seit dem 3. November schweigt die Community allerdings. Mehr unter www.sonosolarmobility.de.

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