Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Streit um zu hohe Kfz-Reparaturkosten

Von Nick Luhmann 1 min Lesedauer

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Versicherer machen Werkstätten für steigende Kfz-Versicherungsbeiträge verantwortlich. Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg widerspricht dem und verweist auf andere Kostentreiber.

Dem wiederholten Vorwurf aus den Reihen der Kfz-Versicherer, dass Kfz-Werkstätten zu teuer reparieren, widerspricht das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg. Aufgrund anderer Vorgaben haben Betriebe kaum Spielraum bei der Kostenkalkulation.(Bild:  ProMotor)
Dem wiederholten Vorwurf aus den Reihen der Kfz-Versicherer, dass Kfz-Werkstätten zu teuer reparieren, widerspricht das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg. Aufgrund anderer Vorgaben haben Betriebe kaum Spielraum bei der Kostenkalkulation.
(Bild: ProMotor)

Die anhaltende Diskussion um steigende Kfz-Versicherungsbeiträge verschärft sich. Während die Versicherungswirtschaft vor allem höhere Werkstattkosten und Stundensätze als Ursache nennt, widerspricht das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg dieser Darstellung und beruft sich auf strukturelle Kostentreiber entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Nach Angaben des Verbands zählen insbesondere steigende Ersatzteilpreise der Hersteller sowie der wachsende technische Aufwand moderner Fahrzeuge zu den zentralen Faktoren. Fahrerassistenzsysteme, Sensorik und Hochvolttechnik erhöhen den Diagnose- und Reparaturaufwand deutlich. Investitionen in Ausrüstung, Schulung und Infrastruktur erreichen dabei häufig sechsstellige Beträge pro Betrieb. Gleichzeitig bleibt die Umsatzrendite im Kfz-Gewerbe mit ein bis zwei Prozent niedrig.

Höhere Anforderungen und teure Bauteile

Auch die Arbeitsprozesse haben sich verändert: Bauteile wie Außenspiegel sind heute Teil komplexer Sensorsysteme und müssen nach Eingriffen kalibriert werden. Für Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen sind separate Arbeitsbereiche und qualifiziertes Personal erforderlich. Diese Anforderungen spiegeln sich in den Stundensätzen wider, gelten aus Sicht des Verbands jedoch nicht als Ausdruck überhöhter Preise.

Parallel steht das Servicegeschäft unter Druck. Längere Wartungsintervalle und ein geringerer Servicebedarf bei Elektrofahrzeugen reduzieren das Volumen je Fahrzeug, während Fixkosten bestehen bleiben. Zusätzlich kritisiert das Kfz-Gewerbe eine zunehmende Einflussnahme der Versicherer auf den Reparaturmarkt. Dazu zählen Rechnungskürzungen sowie die Steuerung von Schäden in Partnerwerkstätten. Laut DAT-Report kann bereits mehr als ein Drittel der Autofahrer im Schadenfall die Werkstatt nicht mehr frei wählen.

Besser tatsächliche Reparaturkosten anerkennen

Der Verband des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg fordert daher faire Rahmenbedingungen. Im Fokus stehen die Anerkennung tatsächlicher Reparaturkosten durch Versicherer, die Sicherung der freien Werkstattwahl sowie verlässliche Zugänge zu Reparatur- und Diagnosedaten. Auch bei Ersatzteilpreisen sieht das Kfz-Gewerbe Handlungsbedarf.

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