Ladekosten Stromtarife für E-Autos können extrem variieren

Redakteur: Viktoria Hahn

Wer beim öffentlichen Laden nicht in die Kostenfalle tappen will, sollte laut dem Magazin „Edison“ die Tarifmodelle von Ladediensten vergleichen. Den Autofahrern können bis zu 850 Euro Mehrkosten im Jahr entstehen. Damit steht und fällt oft die Rentabilitätskalkulation beim Neuwagenkauf.

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Die Stromkosten an verschiedenen öffentlichen Ladesäulen können bei gleicher Kilometerleistung um mehr als 850 Euro im Jahr schwanken.
Die Stromkosten an verschiedenen öffentlichen Ladesäulen können bei gleicher Kilometerleistung um mehr als 850 Euro im Jahr schwanken.
(Bild: Hyundai IONIQ 24h-Weltrekord / Jakob Härter / CC BY-SA 2.0)

Wer ohne Ladekarte mit einem E-Auto eine Ladesäule ansteuert, erfährt oft erst an der Station, was es kosten wird. Doch auch mit einer Karte wird es nicht zwingend besser. Deshalb haben nun die Technologie- und Beratungsfirmen Theon Data Solutions, P3 und Cirrantic für das Magazin „Edison“ im „E-Mobility Excellence“-Vergleich die Preise der acht größten Ladekartenanbieter in Deutschland untersucht. Über die Marktanalyse berichtet die Zeitschrift in ihrer aktuellen Ausgabe, die an diesem Donnerstag erscheint.

Das Ergebnis: Die Stromkosten können bei gleicher Kilometerleistung um mehr als 850 Euro im Jahr schwanken. Hinzu kommen neuerdings auch noch Extragebühren für Langzeitlader. So hat EnBW Anfang Oktober eine „Blockiergebühr“ eingeführt: Ab einer Ladezeit von vier Stunden kostet jede weitere Minute 9,75 Cent pro Minute – zusätzlich zum Strompreis.

Auch Maingau Energie hat inzwischen einen Standzeitzuschlag. Um den passenden Dienst zu finden, sollten E-Autofahrer die unterschiedlichen Preis- und Tarifmodelle also auf jeden Fall genau vergleichen.

Ladekarte der Stadtwerke München ist Testsieger

Doch welche Ladekarte liefert den Strombedarf im Vergleich nun am günstigsten? Sieger der „E-Mobility Excellence“-Analyse zum Stichtag 30. September ist die Ladekarte der Stadtwerke München im Stadtwerkeverbund Ladenetz.de. In einem gemittelten Verbrauchsprofil von Laternenparkern, Vielfahrern und Pendlern, die ihren Strom zu Hause laden können, kommen die Stadtwerke auf einen Jahrespreis von 953 Euro.

Knapp dahinter auf Platz zwei liegt der Stromversorger EnBW mit 1.038 Euro und einer der besten Netzabdeckungen im Test. Allerdings dürfte es im nächsten Quartal durch die erwähnte Blockiergebühr für Langzeitlader etwas teurer werden. Auf dem dritten Platz folgt der Ladedienst „Einfach Strom Laden“ des Anbieters Maingau Energie mit 1.436 Euro Stromkosten im Jahr. Shell liegt mit einem Durchschnittspreis von 1.565 Euro auf dem fünften Platz, hinter DKV auf Rang vier (1.525 Euro).

Die hinteren drei Ränge belegen schließlich die Ladedienste Get-Charge (1.598 Euro), Plugsurfing (1.663 Euro) und zuletzt GP-Joule mit 1.832 Euro Durchschnittspreis im Jahr.

Für die bessere Vergleichbarkeit der Daten haben die Tester zwei E-Fahrzeuge – ein städtisches mit rund 250 Kilometer Reichweite und ein Langstreckenfahrzeug mit bis zu 400 Kilometer Reichweite – ausgewählt. Weiterhin definierten sie drei typische Nutzerprofile: Durchschnittsfahrer, Vielfahrer und Laternenparker (100 Prozent öffentliches Laden). Der Durchschnitt aller Ergebnisse ergibt die für die Analyse ausschlaggebenden jährlichen Kosten aus Kundensicht.

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