Europas E-Lkw-Förderung Vielfältige Direktzuschüsse und Steuervorteile

Von sp-x/dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Kaufprämien hier, Steuererleichterungen dort: Europas Förderung für emissionsfreie Nutzfahrzeuge gleicht einem Flickenteppich. In einigen Fällen ist dabei viel Geld im Spiel.

Das Angebot emissionsarmer Nutzfahrzeuge in Europa ist mittlerweile groß. Ähnlich bunt sind auch die Förderregime der einzelnen Länder für klimafreundliche Transporter.(Bild:  Volvo Trucks)
Das Angebot emissionsarmer Nutzfahrzeuge in Europa ist mittlerweile groß. Ähnlich bunt sind auch die Förderregime der einzelnen Länder für klimafreundliche Transporter.
(Bild: Volvo Trucks)

Die Förderung emissionsfreier Nutzfahrzeuge in Europa bleibt ein Flickenteppich. Nach einer aktuellen Übersicht des Branchenverbands ACEA bietet rund ein Drittel der 27 EU-Staaten keinerlei Kaufanreize für lokal emissionsfreie Transporter, Lkw oder Busse. Etwa die Hälfte der Mitgliedsländer unterstützt zudem den Aufbau von Lade- oder Wasserstoff-Infrastruktur.

Steuerliche Vorteile für Halter solcher Fahrzeuge sind ebenfalls keineswegs flächendeckend. Laut ACEA verzichten acht EU-Staaten – Österreich, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Lettland, Litauen und die Niederlande – auf besondere Besitzsteuer-Vorteile für emissionsfreie Transporter, Lkw oder Busse. Gleichzeitig zeigt die Übersicht, dass viele Länder statt direkter Kaufprämien eher auf Steuererleichterungen, Abschreibungsvorteile, Mautbefreiungen oder Zuschüsse für Ladepunkte setzen.

Zu den großzügigsten Einzelmaßnahmen zählen Förderbeträge in einzelnen Märkten. In Großbritannien sind für schwere elektrische Lkw über 26 Tonnen Zuschüsse von bis zu 120.000 Pfund (rund 140.000 Euro) möglich. Island gewährt für Stadtbusse Zuschüsse von bis zu 30 Millionen Isländische Kronen (rund 200.000 Euro), während Luxemburg bei schweren Nutzfahrzeugen bis zu 100 Prozent der förderfähigen Mehrkosten gegenüber einem vergleichbaren Dieselmodell übernimmt.

Schwachstelle Infrastruktur

Bei der Infrastruktur ist ebenfalls Vielfalt angesagt. Die Maßnahmen reichen von punktuellen Hilfen bis zu milliardenschweren Programmen. Polen etwa stellt jeweils 2 Milliarden Zloty (rund 470 Millionen Euro) für öffentliche Schnellladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge sowie für Netzausbau bereit. In Deutschland läuft die Förderung vor allem über Programme für Depotladen und Wasserstofftankstellen an, während Österreich gestaffelte Zuschüsse für AC- und DC-Ladepunkte zahlt.

Das deutsche Transportgewerbe ist mit der Infrastruktur jedenfalls nicht zufrieden und sieht massive Lücken im Ladenetz für Elektro-Lkw. „Die Lkw sind super, die Technik funktioniert“, sagte der Vorstand des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, der Deutschen Presse-Agentur. Doch beim Bau von Ladestationen hingen Deutschland und die EU meilenweit hinterher, mahnte er.

Die Branche leidet aktuell unter massiv gestiegenen Dieselpreisen infolge des Krieges im Nahen Osten. Denn Diesel dominiert nach wie vor den Güterverkehr auf der Straße. Unter den schweren Lkw liege der Elektroanteil hierzulande bisher deutlich unter einem Prozent, erklärte Engelhardt.

Bisher nur 69 Standorte mit 270 Ladepunkten

Auf den Straßengüterverkehr entfällt bisher etwa ein Drittel der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Ziel der Bundesregierung ist es, die E-Mobilität auch im schweren Güterverkehr auf den Straßen zu forcieren. Dazu gehört der Aufbau eines Schnellladenetzes für Lkw an Fernverkehrsstrecken. Nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur sind entlang der Autobahnen 350 Standorte geplant mit rund 1.800 besonders schnellen MCS-Ladepunkten und 2.400 CCS-Ladepunkten. Aktuell gibt es laut einer Übersicht aber bundesweit nur 69 öffentlich zugängliche Standorte mit 270 Ladepunkten.

Der Branchenverband BGL schätzt den Bedarf noch weitaus höher ein. Einer groben Schätzung zufolge bräuchte es demnach für eine komplette Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs 40.000 bis 50.000 Ladepunkte im Megawatt-Bereich. Nur so sei jederzeit ein reibungsloser und schneller Ladebetrieb unterwegs gewährleistet, hieß es.

(ID:50815516)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung