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Subaru BRZ – Sportler mit autistischen Zügen

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Ein bisschen wie Walter Röhrl

Nicht (schnurgerade) Autobahnen sind das Metier des BRZ – oder wie Walter Röhrl sagen würde: „Geradeaus fahren kann jeder!“ Nein, es sind vielmehr kurvige Landstraßen, nach denen sich Wagen und Mensch hinterm Lenkrad sehnen. Hier können Technik und Bediener derselben zeigen, was sie können. Wer’s speziell auf feuchter bzw. nasser Fahrbahn darauf anlegt, kann driften wie einst der große Walter im ebenfalls heckgetriebenen Opel Ascona oder Fiat 131. Und analog zu diesen sorgt ein mechanisches Sperrdifferenzial dafür, dass das kurveninnere Rad nicht spektakulär rotiert, sondern dazu beiträgt, die Fuhre schnell und sicher um die Kurve zu bekommen. Kurven, Hügel, Täler: Sie sind genau das Habitat, in dem sich das japanische Coupé und sein Besitzer wohlfühlen.

Dieses Wohlfühlen unterstützt auch das, was der BRZ nicht hat: überflüssige Pfunde. Hier zahlt sich der Leichtbau der Subaru-Ingenieure aus. So sorgen auch die niedrigen 1.275 Kilogramm Leergewicht dafür, dass beim Flitzen um Kurven das aufkommt, was Autotester gemeinhin mit „Go-Kart-Feeling“ beschreiben. Selbiges Prädikat verdient auch die Lenkung. Mit gerade einmal 2,5 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag ist sie herrlich direkt übersetzt und vermittelt ein gutes Gefühl davon, was sich zwischen Fahrbahn und Reifenprofil so abspielt.

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Bildergalerie mit 20 Bildern

Das Gegenteil von Flitzen, d. h. zügiges Anhalten, erledigt eine echt prima Bremsanlage. Sie packt bei Bedarf energisch zu, zeigt kein Fading und bietet ein schön-sportlich „festes“ Pedalgefühl. Das gilt übrigens auch fürs Fahrwerk. Es trägt mit seiner Abstimmung ebenfalls dazu bei, dass man mit dem Subaru dem bekannten BMW-Claim huldigen kann – „Aus Freude am Fahren“.

Der Innenraum: Da ginge deutlich mehr

Leider nicht abgeschaut beim bayerischen Autobauer haben die Verantwortlichen in Sachen Innenraum. Die Materialien und die Verarbeitung verdienen das Prädikat „okay“, mehr aber auch nicht. Richtig emotional enttäuschend fällt das Cockpit aus. Es enthält quasi nur ein Rundinstrument. Die Balken-Segmentanzeigen für Tank und Wassertemperatur entsprechen billigem Kleinwagenstandard. Konfigurieren lässt sich auch nichts – echt schade. Gut hingegen gefallen die eng geschnittenen Sportsitze. Man sitzt „wie angegossen“. Schalthebel (und auch Handbremshebel!) liegen perfekt erreichbar und so, wie man es von einem Sportwagen erwartet.

Getreu der alten Weisheit „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ sei in Sachen „Hintensitzen“ ein Blick in die Bildergalerie empfohlen. Nein, obwohl als Viersitzer zugelassen, taugt das rückwärtige Abteil des BRZ-Innenraums nur zur Mitnahme von Gütern, bestenfalls von Säuglingen bzw. Kleinstkindern. Erstere lassen sich auch dann gut transportieren, wenn sie etwas länger sind. Denn die Rückenlehne der hinteren Stummelsitze kann man umklappen und erhält so einen halbwegs brauchbaren Kofferraum.

Das dicke Ende kommt zum Schluss

Kommen wir zum Schluss zur Antwort auf die Frage: „Wat kost’ dat denn?“ 38.990 Euro ruft Subaru Deutschland für die Schaltgetriebevariante der zweitürigen Flunder auf. Das ist ein fairer Preis, zumal die Ausstattung fast komplett daherkommt. Wählbare Extras, außer der Lackierung/dem Farbton gibt es außer einer Automatik keine. Nicht nur deshalb ist der BRZ ziemlich alternativlos. Denn er gehört zu einer aussterbenden Spezies. Bezahlbare Sportcoupés bietet kaum noch ein Hersteller an. VW hat den Scirocco schon vor Jahren eingestellt. Audi unlängst den TT. Fiat, Ford, Hyundai, Kia, Nissan, Mitsubishi, Opel, Peugeot, Seat, Skoda, Suzuki, Renault: komplette Fehlanzeige!

Die einzige Halbwegs-Alternative bietet Mazda mit dem MX-5. Und BMW und Mercedes mit den 3-Türer-Varianten ihrer Kleinlimousinen – zu ganz anderen Tarifen versteht sich. Ach so: Selbst wer mit einem Subaru BRZ bzw. dessen Zwilling Toyota GR86 liebäugelt, sollte sich beeilen. Denn in wenigen Monaten werden auch diese beiden verbliebenen Vertreter ihrer Art von der Neuwagenbildfläche verschwinden. Schade.

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