Er ist eine echte Seltenheit auf deutschen Straßen und anders als die anderen. Beim Antrieb ist er ein Meister alter Schule, was ihn zu einem Außenseiter macht – allerdings zu einem sehr sympathischen.
Geringes Gewicht, Heckantrieb mit Sperrdifferenzial und ein drehzahlfreudiger Saugmotor: Der Subaru BRZ bemüht sich um Sportwagentugenden vergangener Jahrzehnte – durchaus erfolgreich.
(Bild: Dominsky – VCG)
Wäre er ein Kind, seine Eltern hätten ihn vermutlich längst zum Arzt geschleift oder zum Psychologen, oder beides. Das große Aber: Er ist kein Kind, der Subaru BRZ 2.4i MT Sport. Anders als beim menschlichen Nachwuchs, der sich im Laufe der Zeit in diese oder jene Richtung entwickelt, ist der Japaner von Geburt an das, was er ist. Hier weiß der Käufer – Käuferinnen dürfte die kompromisslose Flunder bislang keine gefunden haben –, was er will und was er bekommt. Und er weiß, dass der Wagen des bekannten Herstellers von Allrad-Pkw irgendwie anders ist. Anders als die anderen.
Das liegt in allererster Linie an seinem Antrieb, besser gesagt seinem Motor. Denn während quasi alle anderen „Kumpels“ heutzutage einen aufgeladenen Motor, sprich mindestens einen Turbo, Kompressor oder sogar beides unter Haube haben, hat der gute Subaru was? Genau, nichts dergleichen! Stattdessen einen vermeintlich altmodischen Saugmotor. Und das macht ihn gerade in seiner Klasse, der der Sportcoupés, zum echten Außenseiter.
Doch ist der gute BRZ deshalb eine schlechte Wahl? Nein, mitnichten, oder besser gesagt im Gegenteil. Der seit 2021 in zweiter Generation gebaute Wagen verlangt noch was von seinem Herrn. Nämlich Mitdenken und Mitarbeit. Hier reicht, je nach Fahrsituation, nicht ein stupider Tritt aufs Gaspedal und den Rest erledigen ein ab 1.500 min-1 anliegendes Drehmomentplateu und die Direktschaltautomatik. Nein, hier muss der Fahrer noch selbst ran. Das heißt: Gas wegnehmen, kuppeln, schalten, Gas geben, Gas wegnehmen, kuppeln, schalten, Gas geben… Vor allem aber muss er nachdenken: „Geht’s in diesem Gang, oder nehm’ ich besser jenen? Bei welcher Drehzahl bin ich gerade und bei welcher schalte ich? Solche Fragen verarbeitet die menschliche Festplatte auf Basis diverser Human-Sensoren (Augen, Ohren, Popometer) quasi ständig in Echtzeit und muss die entsprechenden Befehle an die Human-Stellglieder (Füße, Arme/Hände) weitergeben.
Hallo roter Bereich, ich komme!
Anderenfalls passiert nicht viel – relativ gesehen. Zwar verfügt der BRZ seit drei Jahren über einen neuen Motor mit immerhin 0,4 Litern mehr Arbeitsvolumen und einer deutlich geschmeidigeren Motorcharakteristik (jetzt: maximales Drehmoment 250 Nm bei 3.700/min; davor: 205 Nm bei 6.400 - 6.600/min). Aber wer einen heutzutage üblichen Turbomotor gewohnt ist, schaut die ersten Kilometer ein wenig ratlos auf die Instrumente und gedanklich durch die Motorhaube hindurch. Doch der Mensch lernt bekanntlich schnell. In diesem Fall heißt das: Er bedient sich seiner oben genannten Sensoren und reagiert rasch und präzise.
Tut er das, belohnt ihn der Japaner mit jeder Menge Spaß am Fahren. Der Boxermotor mit seinen ausgeglichenen Massen dreht, als gäbe es kein Morgen. Bei 7.500/min beginnt der rote Bereich – man fühlt sich in die gute alte Zeit versetzt: Die Achtziger bzw. Neunziger lassen grüßen. Ab rund 4.500/min ergänzt ein wahrlich kerniger Sound den Umdrehungs- bzw. Geschwindigkeitszuwachs. Die dabei stetig steigenden Mundwinkel des Piloten unterstützt ein 6-Gang-Getriebe. Es ist an das als starken Kurzhuber ausgelegte Aggregat angepasst und lässt sich typisch japanisch, sprich vorzüglich schalten.
Fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn
Doch die Mundwinkel zieht es einem wieder umgehend nach unten, sobald man das erste Mal die Schwelle von rund 130 km/h überschreitet. Auslöser ist die Motorhaube: Das gute aus Aluminium gefertigte Stück flattert derart auf und ab, dass man erschrocken den nächstbesten Parkplatz ansteuert, um zu kontrollieren, ob es ordnungsgemäß verriegelt ist – was es tatsächlich ist. Was bleibt, ist ein dauerhaft ungutes Gefühl und die Angst, der Klebstoff, der die Haubenaußenhaut mit dem Innenrahmen verbindet, könnte eines Tages dafür sorgen, das beide abrupt getrennte Wege gehen.
Ebenfalls ernüchternd ist, so man das Pedal auf freier (Autobahn-) Strecke im sechsten Gang dauerhaft gedrückt hält, die Höchstgeschwindigkeit, die sich irgendwann einstellt. Mit 226 km/h macht man in dieser Fahrzeugkategorie weder beim Autoquartett einen Stich, noch unter Speed-Freaks im realen Leben – trotz 172 kW (234 PS). Zum Vergleich: Ein Audi TT mit 230 PS ist bei 250 km/h abgeregelt! Weniger verwunderlich ist der Spritkonsum des Japaners. Hier schlägt die alten Saugmotoren-Binsenweisheit unerbittlich zu: hohe Drehzahlen = hoher Verbrauch. Wer Zurückhaltung übt und es auf der Autobahn bei 130 Spitze bewenden lässt, kommt mit unter 8 Liter auf 100 Kilometer aus. Im Schnitt waren es bei unserem Test 9,5 Liter – zweistellige Verbrauchswerte hat der rechte Fuß jederzeit problemlos in der Hand.
Stand: 08.12.2025
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