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Super E10 verliert Preisvorteil gegenüber E5

| Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Bioethanol wird zu einer knappen Ware. Weltweit steigt der Bedarf und damit der Rohstoff- und letztlich der Benzinpreis. Entsprechend ändert sich das Preisgefüge – E10-Fahrer sind damit finanziell sogar im Nachteil.

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Der Literpreis für Super E5 und Super E10 hat sich zuletzt stark angeglichen.
Der Literpreis für Super E5 und Super E10 hat sich zuletzt stark angeglichen.
(Bild: BDBe Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft)

Das neue Jahr bringt dank verschärfter Umweltvorschriften und veränderter Nachfrage das gewohnte Preisgefüge an Deutschlands Tankstellen durcheinander: Das ehedem billigere E10 mit einem höheren Anteil an Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen (Biosprit) kostet inzwischen vielerorts genau so viel wie Super (E5). Bei der Einführung von E10 im Januar 2011 hatte die Preisdifferenz noch 4 Cent pro Liter betragen und war dann auf 2 Cent gefallen.

„Die Preisdifferenz zwischen E10 und E5 hat sich seit Anfang des Jahres noch verringert“, sagte eine Sprecherin des Automobilclubs ADAC am Dienstag. „Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich, insbesondere gehen wir von einer strategischen Preissetzung einiger Mineralölkonzerne aus.“ Laut einer Recherche der „Welt“ bei den deutschen Marktführern, gibt es bei Aral praktisch keinen Preisunterschied mehr, Konkurrent Shell hält dagegen noch am Preisabstand fest.

Der Verband der Mineralölwirtschaft (MWV) in Berlin erläuterte, dass die gesetzlich vorgeschriebene Biokraftstoff-Quote seit 1. Januar höher ist als früher: „Zu Jahresbeginn ist die zu erfüllende Treibhausgas-Minderungsquote im Straßenverkehr von 4 auf 6 Prozent gestiegen“, erklärte ein Sprecher. Dies erhöht die Nachfrage und damit den Preis, der beim E-10-Kraftstoff aber stärker durchschlägt als bei E5. Auch in den USA und Schweden ist die Nachfrage gestiegen.

Die Folge ist laut Verband „im Tankstellensektor ein hartes Ringen in der Preispolitik“, erklärte der Verband. Sicher dürfte allerdings sein, dass die gestiegenen E-10-Preise den Absatz der Kraftstoffsorte unter Druck bringen könnten, der in den letzten Jahren einen stagnierenden Marktanteil von rund 13 Prozent hatte. Denn laut ADAC-Messungen bringt die Verwendung von E10 im Schnitt einen leicht erhöhten Benzinverbrauch mit sich – sprich mit E10 erhöht sich bei Preisparität die Tankrechnung leicht.

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