Teilegroßhandel: US-Dealer auf Einkaufstour

Redakteur: Norbert Rubbel

Der freie Markt für Ersatzteile befindet sich im Umbruch. Die Konsolidierungswelle hat den deutschen Teilegroßhandel bereits erreicht. Einzelkämpfer und kleine Händler haben es besonders schwer, zu überleben.

Seit einigen Jahren befinden sich die Schwergewichtler des freien Teilegroßhandels auf Einkaufstour.
Seit einigen Jahren befinden sich die Schwergewichtler des freien Teilegroßhandels auf Einkaufstour.
(Bild: © Dezay – stock.adobe.com)

Wie der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) und Marktanalysten berichten, ist der Konzentrationsprozess im freien Teilemarkt noch längst nicht abgeschlossen. Vor den Toren des deutschen Branchenprimus Wessels/Müller haben die Unternehmensverschmelzungen jedoch erst einmal haltgemacht. Noch vor wenigen Monaten spekulierten einige Marktakteure, dass nach den Übernahmen großer Händler wie Coler, Trost und Stahlgruber nun auch die WM SE an einen amerikanischen Investor verkauft wird. Dass die Osnabrücker Handelsgruppe mit ihren beiden Vertriebsmarken WM und Trost kein Übernahmekandidat sei, machte nun ein Mitglied des Familienunternehmens deutlich.

Auch wenn die Einkaufstouren der internationalen Konzerne an Fahrt verloren haben, steige der Wettbewerbsdruck im Teilegeschäft, beobachtet die Unternehmensberatung Roland Berger: Die Digitalisierung stelle bewährte Geschäftsmodelle infrage. Gleichzeitig stecke der Kfz-Aftermarket weiterhin im Konsolidierungsprozess, der das Marktdesign nachhaltig verändere. Auffällig sei die besondere Umtriebigkeit nordamerikanischer Unternehmen, meinen die Experten.