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Speicherdefekt Tesla droht ein Massen-Rückruf

Autor: Christoph Seyerlein

Mit Software-Updates will Tesla seine Fahrzeuge während ihres Lebens besser machen. Bei einem aktuellen Problem kommt der Hersteller mit seiner „Wunderwaffe“ allem Anschein nach aber nicht weiter.

Tesla hat Probleme mit seiner Media Control Unit.
Tesla hat Probleme mit seiner Media Control Unit.
(Bild: Tesla Motors)

Bei Softwareupdates over the Air gilt Tesla als Vorreiter in der Autobranche. An einem Problem scheint sich der Hersteller mit dieser Technik aber die Zähne auszubeißen. Wie die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA meldet, bereitet ein Speicherdefekt in der Media Control Unit den Kaliforniern bei Model-S- und Model-X-Modellen Schwierigkeiten. Zuerst hatte das Portal „Futurezone“ darüber berichtet.

Betroffen sind demnach Fahrzeuge aus den Baujahren 2012 bis 2018. Potenziell geht es dabei um knapp 160.000 Einheiten. Durch das Problem könne es zu verschiedenen Defekten kommen. Beispielsweise könne die Anti-Beschlagsfunktion der Klimaanlage ausfallen oder der Touchscreen keine Befehle mehr akzeptieren. In extremen Fällen lasse sich das Auto nicht einmal mehr laden, da es in den Notfallmodus wechselt.

Tesla habe schon mindestens sechsmal versucht, den Fall durch Softwareupdates zu lösen – ohne Erfolg. Der Hersteller selbst habe der NHTSA bereits knapp 15.000 Service-Fälle in dem Zusammenhang gemeldet. Dem Bericht von Futurezone zufolge sind von einzelnen Produktions-Chargen bis zu ein Drittel aller Autos bereits mit Fehlern aufgefallen. Diese nähmen bei Fahrzeugen, die drei Jahre oder älter sind, stark zu.

Speicher ist von der Datenflut überfordert

Technisch betrachtet hat das Problem seine Grundlage offenbar in einer Überlastung des acht Gigabyte großen Flash-Speichers in der Media Control Unit. Auf diesen eMMC-Speicher schreibt das Linux-Betriebssystem in hoher Schlagzahl Daten. Ist der Speicher voll, werden alte Daten überschrieben. Kommt das zu häufig vor, kann der Speicher beschädigt werden.

Laut Tesla selbst werden die Probleme weiterhin auftreten, bis alle der betroffenen Media Control Units kaputt sind. Wie die NHTSA damit umgeht, ist noch unklar. Allerdings droht den Kaliforniern eine große Rückrufaktion. Denn beschlagene Scheiben und damit eine eingeschränkte Sicht für Fahrer gelten als erhebliches Sicherheitsrisiko.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«