Tesla wird 3.000 Model 3 nicht los

Neue Steuerregelung in USA könnte zum Problem werden

| Autor: Christoph Seyerlein

Nachdem Tesla in der Vergangenheit vor allem mit Verzögerungen in Verbindung gebracht wurde, könnte dem Hersteller wegen geringerer staatlicher Förderung das genaue Gegenteil drohen.
Nachdem Tesla in der Vergangenheit vor allem mit Verzögerungen in Verbindung gebracht wurde, könnte dem Hersteller wegen geringerer staatlicher Förderung das genaue Gegenteil drohen. (Bild: Tesla)

In der Vergangenheit war Tesla regelmäßig für Verzögerungen bei der Produktion seiner Autos bekannt und konnte so die Kundennachfrage nicht immer im versprochenen Zeitfenster bedienen. Nun droht dem Hersteller offenbar das genaue Gegenteil: Wie das Portal Electrek vermeldete, sind die Kalifornier zum Jahresende 2018 auf 3.000 Einheiten ihres Model 3 sitzen geblieben.

Das ist zunächst einmal kein größerer Beinbruch, handelt es sich dabei doch gerade einmal um gut die Hälfte der wöchentlichen Model-3-Produktion. Dennoch scheint sich bei Tesla bereits ein wenig Nervosität breit zu machen.

Und das aus gutem Grund: Zum Jahreswechsel wurde der Steuervorteil in den USA auf Tesla-Modelle halbiert, da der Hersteller die Marke von 200.000 verkauften Elektroautos in den Staaten überschritten hatte. Von nun an werden jene Zuschüsse jedes Halbjahr weiter um die Hälfte gekürzt.

Kurz bevor die erste große Kürzung anstand, rührte Tesla-Chef Elon Musk via Twitter noch einmal groß die Werbetrommel für seine Autos. Kurz vor dem Jahreswechsel „erinnerte“ der Manager daran, dass der bisherige Steuervorteil von 7.500 US-Dollar für ein Model 3 zum 1. Januar 2019 halbiert werde.

Zuvor hatte Musk bereits versprochen, jedem Kunden, der noch 2018 ein Model 3 bestellt, aus eigener Tasche die 7.500 Dollar zu erstatten, sollte der Hersteller das Auto nicht mehr im alten Jahr liefern können. Trotz aller Bemühungen ist Tesla nun dennoch wie bereits beschrieben offenbar mehrere Tausend Fahrzeuge nicht losgeworden.

Für Tesla könnte sich die Kürzung der Fördermittel in den USA zu einem ernsthaften Problem entwickeln, profitieren die Kalifornier als Marktführer für Elektroautos in den Staaten bislang doch besonders stark davon. Und es könnte noch dicker kommen: US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember angekündigt, die Subventionen für Stromer „in naher Zukunft“ komplett streichen zu wollen.

Doch schon zuletzt brachte der Hersteller weniger Elektroautos an die Kundschaft als erwartet – Aktionäre reagierten auf die Zahlen aus dem vierten Quartal enttäuscht. Der Konzern lieferte laut Mitteilung vom Mittwoch insgesamt rund 90.700 Fahrzeuge aus, davon entfielen 63.150 Stück auf das Model 3. Die Quartals-Produktion lag bei 86.555 Einheiten, 8 Prozent mehr als noch im dritten Quartal.

Auch wenn Tesla sich damit im Jahresvergleich um mehr als das Dreifache steigerte und neue Rekordwerte erreichte, war an der Wall Street mit stärkeren Zahlen gerechnet worden. Dem Sender CNBC zufolge gingen die Analysten im Schnitt von 64.900 ausgelieferten Model 3 aus. Die Aktie fiel vorbörslich zunächst um mehr als sieben Prozent. Insgesamt lieferte der Hersteller 2018 weltweit 245.240 Neuwagen aus und damit in etwa so viele wie zuvor in seiner gesamten Firmengeschichte. 145.846 Einheiten entfielen auf das Model 3, 99.394 auf Model S and Model X.

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