Autohaus Bütje Traditionsunternehmen bleibt auch mit neuem Chef auf Erfolgskurs

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 4 min Lesedauer

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Das Autohaus Bütje in Cuxhaven hat seit 2024 einen neuen Inhaber: Der junge Kfz-Meister Nico Höpcke hat sich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt und führt den Betrieb mit neuen Ideen in die Zukunft – und ist damit erfolgreich beim Deutschen Werkstattpreis.

Kfz-Meister Nico Höpcke ist seit dem 1. August 2024 Eigentümer des Autohaus Bütje, einem Partner von Bosch Car Service in Cuxhaven. In den Betrieb hatte sich Höpcke gleich beim ersten Besuch „verliebt“.(Bild:  Rosenow – VCG)
Kfz-Meister Nico Höpcke ist seit dem 1. August 2024 Eigentümer des Autohaus Bütje, einem Partner von Bosch Car Service in Cuxhaven. In den Betrieb hatte sich Höpcke gleich beim ersten Besuch „verliebt“.
(Bild: Rosenow – VCG)

In seinen bisherigen beruflichen Stationen als Werkstatt- und Serviceleiter hat Kfz-Meister Nico Höpcke (Jahrgang 1990) die ihm anvertrauten Betriebe „behandelt, als wären sie meins. Aber sie waren nie meins.“ Doch seit dem 1. August 2024 hat er nur etwas, das „seins“ ist: das Autohaus Bütje, einen Partner von Bosch Car Service in Cuxhaven.

In den Betrieb hatte sich Höpcke gleich beim ersten Besuch „verliebt“ – und das ist auch kein Wunder. Mit über 100 Jahren Unternehmensgeschichte ist der frühere BMW-Händler in der Region fest verwurzelt, hat einen bekannten Namen und befand sich zudem in einem gepflegten Zustand – noch 2017 hatte Alteigentümer Wilhelm Bütje selbst erfolgreich beim Deutschen Werkstattpreis mitgemacht.

Trotz des überschaubaren Handlungsbedarfs wollte Nico Höpcke nach der Übernahme auch eigene Akzente setzen. Wie er tickt, zeigte er der Belegschaft mit einer ersten Umbauaktion. Anders als der frühere Chef, der in seinem abgetrennten und für die Belegschaft „heiligen“ Einzelbüro residierte, setzte er sich mitten ins Geschehen der Serviceanahme und verwandelte das ehemalige Chefbüro in eine bequeme und ruhige Kundenwartezone.

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Auch in der Werkstatt gab es schon erste Änderungen. So richtete er zwei neue Arbeitsplätze ein – einen speziell für Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen und einen als Kalibrierplatz. Das Reifenlager wurde dafür in den Keller verlegt. Wie kam das bei den Mitarbeitern an? Der neue Chef, der betont hatte, alle Umbaupläne mit seinem Team abgestimmt zu haben, verrät seinen Trick: Die Monteure müssen die Räder natürlich nicht händisch nach oben schleppen. Sondern das Team baute nach Plänen von Nico Höpcke einen Transportwagen, der mit einem Quad nach oben gezogen wird. Das macht so viel Spaß, dass es nun sogar Konkurrenzkampf ums Räderholen gibt.

Um sein Geschäft auszuweiten und die beiden neuen Mitarbeiter, die seit seiner Übernahme ins Unternehmen gekommen sind, auszulasten, sieht sich der Inhaber gezielt nach neuen Geschäftsfeldern um, nach denen in der Region Bedarf besteht. So hat er beobachtet, dass die Prüforganisationen sich immer schwerer damit tun, die Gasanlagenprüfung (GAP) für Erd- oder Autogasfahrzeuge abzudecken. Denn das ist bei vielen Fahrzeugen mit Demontagearbeiten verbunden. Bütje ist deshalb nun als GAP-Betrieb akkreditiert. Als er sah, dass sehr viele Gewerbetreibende in der Region, etwa Baufirmen oder Landschaftsgärtner, auf Transporter der Marke Ford setzen, fügte er das Fabrikat zu seinen bisherigen Schwerpunktmarken BMW und VW hinzu.

Voraussetzung für den professionellen Transporterservice war die Anschaffung einer neuen Viersäulen-Hebebühne mit einer Tragkraft von 5,5 Tonnen. Doch Hebezeug und technische Kompetenz allein reichen nicht aus – das war auch dem Jungunternehmer klar: „Für Gewerbekunden muss man flexibel sein, die können nicht drei Wochen auf einen Termin warten“, weiß Nico Höpcke. Deshalb befindet sich immer ein Mitarbeiter in „Alarmbereitschaft“ – sprich, er ist nicht in den normalen Werkstattplan eingebunden, sondern kann sich jederzeit um Laufkunden und andere dringende Aufträge kümmern. Dank der Partnerschaft mit Bosch Car Service hat er zudem Zugriff auf große Flottenkunden, etwa Edeka oder den Fuhrparkservice der Bundeswehr.

Viele Zusatzgeschäfte etabliert – vom Wohnmobilservice bis zum Autoglas

Und wer Transporter reparieren kann, für den ist der Weg nicht weit zum Wohnmobil. Cuxhaven liegt an der Nordsee und ist ein beliebter Urlaubsort – Wohnmobile gehören hier zum Straßenbild. Bei Bütje finden sie Besitzer Hilfe bei Defekten, aber auch die Möglichkeit, Solaranlagen, Fenster oder Dachluken nachrüsten zu lassen. Einbauen lassen können auch Transporterbetreiber etwas, nämlich Regalsysteme von Sortimo. Und nicht zuletzt agiert Bütje seit dem 1. Juli als Stützpunkt des Autoglas-Konzepts KS Autoglas, um das Geschäft mit Windschutzscheiben zu stärken und zu professionalisieren.

Mit Kompetenzen wie der Reparatur von Aluminiumkaroserien oder der OE-Diagnose wird er zunehmend zum Partner für andere Werkstätten, die das nicht selbst beherrschen. Auch das Geschäft mit Reparaturen an Hochvoltautos kommt immer besser in Gang. Dafür hat er eine Schulung zur Reparatur von Batterien für Toyota-Hybridautos gemacht – Bosch bietet dafür einen Reparatursatz an. „Wir übernehmen viele ‚große‘ Aufträge, die andere Werkstätten ablehnen“, bringt es der Inhaber auf den Punkt.

Weniger im Fokus als früher beim Alteigentümer steht hingegen der Fahrzeugverkauf. Nico Höpcke sieht sich eben in erster Linie als Werkstattmann und nicht als Verkäufer. Doch über seine Website haben potenzielle Kunden Zugriff auf 15.000 Fahrzeuge aus dem Bestand des Mehrmarkenkonzepts EGA.

Für sein Team hat sich der neue Betriebsinhaber bereits erste Benefits einfallen lassen. Mit einem neuen Arbeitszeit ist sichergestellt, dass die Mitarbeiter jeden zweiten Freitagnachmittag freihaben. Zudem startet er in diesem Jahr mit dem Angebot einer zusätzlichen betrieblichen Altersvorsorge. Und der begeisterte Rennsportfan baut zusammen mit seinem Team einen Mini Cooper S zum Rundstreckenauto um, um damit künftig gemeinsame Events zu veranstalten.

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Für die Jury des Deutschen Werkstatpreises zeigte der Besuch in Cuxhaven, dass die Strahlkraft der Kfz-Branche ungebrochen ist. Trotz der großen Herausforderungen, die eine Unternehmensgründung oder -übernahme mit sich bringt, erfüllen sich immer wieder tatkräftige junge Menschen wie Nico Höpcke im Kfz-Gewerbe ihren Traum von der Selbstständigkeit. Für seine Leistung im ersten Jahr als Geschäftsführer des Autohauses Peter Bütje – dessen traditionsreichen Namen Höpcke weiterführen will – zeichnet ihn die Jury mit einer Top-Ten-Platzierung aus.

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