TÜV Nord: Der nächste Level der Digitalisierung

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Digitales Spitzenfeld

Eine Strategie im Sinne einer digitalen Transformation hätten in Deutschland aktuell nur wenige Kfz-Unternehmer, erklärt Siebigs. Gerade einmal etwa 10 Prozent der Inhaber würden zu den sogenannten „Digital-Leadern“ gehören. Sie zeichnen sich laut Siebigs unter anderem dadurch aus, dass sie digitale Konzepte in bestehende Prozesse einbinden. Rund 50 Prozent seien sogenannte „Digital-Follower“, so der Service-Experte. Es seien Unternehmer, die die Chancen der Digitalisierung positiv finden, aber nicht wissen, welche Strategie für den eigenen Betrieb sinnvoll ist.

Fast ein Drittel der Kfz-Unternehmer habe sich zudem noch nicht abschließend mit der Digitalisierung befasst oder stehe dem Thema skeptisch gegenüber, ergänzt Siebigs. Diese Gruppe sei oft stark von Unsicherheit getrieben und befürchte, durch Techniken wie die Direktanbindung moderner Fahrzeuge über SIM-Karten (E-Call, B-Call, Internet) an den jeweiligen Hersteller den Kontakt zu Kunden und damit Servicegeschäft zu verlieren.

Diese Gefahr sieht auch Ralf Siebigs. Allerdings seien viele Bestandsfahrzeuge auch in den nächsten Jahren nicht direkt online mit einem Hersteller verbunden. Werkstattunternehmer müssten laut dem TÜV-Nord-Mann vielmehr fürchten, dass ihre Bestandskunden überaltern und damit der Bedarf an individueller Mobilität tendenziell rückläufig ist. „Dem kann man entgegenwirken, wenn man heute das Thema Social Media und Digitalisierung der sozialen Kontakte vorantreibt“, so Siebigs.

Erfolg durch digitale Erreichbarkeit

Neue Kommunikationswege ändern auch die Anforderungen an die Servicequalität, ist sich der Serviceexperte sicher. Dazu zähle auch, dass die Leistungen eines Unternehmens leicht und schnell über eine Smartphone-taugliche Website (Responsive Design) auffindbar sind – idealerweise inklusive einer einfach gestalteten Online-Terminvereinbarung, so Matthias Gleichmann, Key-Account-Manager, Spezialgebiet VW, E-Mobilität, Training & Coaching. Dazu gehöre weiterhin, dass der Betrieb schnell über die einschlägigen Suchmaschinen zu finden ist. Meist sei vielen Kunden jedoch die Adresse der Firmenhomepage unbekannt.

Digitalisierung hilft bei Kundenbindung

Zudem bietet laut Siebers die Digitalisierung Vorteile in der Kundenbindung – beispielsweise bei Folgereparaturen oder Terminvorschlägen. Sind die Prozesse im Betrieb digitalisiert, könne man auch alle für den Folgeauftrag erforderlichen Schritte automatisieren, so Gleichmann.

Chancen für eine verbesserte Servicequalität böten sich auch in der Betreuung von Flottenkunden an. Die Pflege und Wartung eines Fuhrparks könne ein Werkstattunternehmer von den regelmäßigen Inspektionen über erforderliche Verschleißreparaturen bis hin zu saisonalen Reifenservices oder regelmäßigen amtlichen Untersuchungen quasi vollständig digital für seine Kunden managen. „Vorausgesetzt, die Prozesse im Unternehmen sind digitalisiert“, sagt Ralf Siebigs.

Für ihn und seinen Kollegen Matthias Gleichmann ist klar: Ohne Digitalisierung ist der nächste Level der Servicequalität für Werkstätten und Autohäuser nicht zu erreichen. TÜV Nord Mobilität unterstützt deshalb fortan Betriebe dabei, ihre betrieblichen Abläufe zu digitalisieren.

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