TÜV-Report: Wieder mehr erhebliche Mängel

Positive Entwicklung aus dem Vorjahr gestoppt

| Autor: Jakob Schreiner

Jedes Fünfte Auto fällt aufgrund erheblicher Mängel durch die Hauptuntersuchung.
Jedes Fünfte Auto fällt aufgrund erheblicher Mängel durch die Hauptuntersuchung. (Bild: TÜV Süd)

Die Zahl der Autos, die aufgrund erheblicher Mängel durch die Hauptuntersuchung fallen, ist zuletzt wieder leicht gestiegen. Laut dem TÜV-Report 2018, den der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) am Mittwoch in Berlin präsentierte, lag die Durchfallerquote zwischen Juli 2016 und Juni 2017 bei 19,9 Prozent – das waren 0,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Insgesamt stellten die Prüfer an einem Drittel aller überprüften Pkw leichte bis gravierende Mängel fest. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass zwei Drittel der Fahrzeuge die HU mängelfrei bestanden haben (66,1 Prozent). Stilllegen mussten die Sachverständigen 0,1 Prozent der Gebrauchtwagen. Damit zeigen sich auch hier leichte Verschlechterungen im Vergleich zum Vorjahr – im TÜV-Report 2017 waren 66,7 % aller Fahrzeuge als mängelfrei gekennzeichnet; die positive Entwicklung der vergangenen Jahre ist damit erst einmal gestoppt.

Joachim Bühler, Geschäftsführer des VdTÜV weist zwar darauf hin, dass die jüngste Mängelquote fünf Prozentpunkte unter dem Wert von 2014 liege. „Unser Anspruch muss aber gleichzeitig sein, die Mängelquote mittel- und vor allem langfristig zu reduzieren“, gibt Bühler zu bedenken. Mit den Ergebnissen aus diesem Jahr entfernt man sich wieder ein Stück weit von diesem Ziel, nachdem die Durchfallquote seit Jahren zurückgegangen war.

Zu dieser negativen Entwicklung haben vor allem ältere Fahrzeuge beigetragen. Während nur 5,8 Prozent der zwei- bis dreijährigen Gebrauchtwagen in Deutschland einen Mangel aufweisen, ist die Quote bei Autos, die schon lange auf der Straße sind, wesentlich höher: Bei den über elfjährigen Pkw haben bereits über ein Viertel (26,5 Prozent) erhebliche Mängel.

Kein Softwareupdate, keine Plakette

Besonders oft beanstanden die TÜV-Experten defekte Beleuchtung, mangelhafte Bremsen, Probleme am Fahrwerk, Ölverlust und schadhafte Auspuffanlagen. „Keinen dieser Mängel sollte man auf die leichte Schulter nehmen“, so Bühler. „Gerade in der dunklen Jahreszeit kann eine Kombination aus fehlender Beleuchtung und verschlissener Bremsen fatale Folgen haben.“

Auch die Diesel-Affäre und die daraus resultierenden Software-Updates spielten in diesem Jahr eine Rolle im TÜV-Report. Für das Bestehen der HU kann ein versäumtes Update fatal sein. Wer von den Abgas-Rückrufen betroffen ist, aber kein Update aufspielen lässt, fällt bei der HU durch. Innerhalb von vier Wochen muss das Update dann nachgeholt werden. „Wir empfehlen daher allen betroffenen Fahrzeughaltern einer Aufforderung zur Nachrüstung des Software-Updates unbedingt nachzukommen“, erläutert Bühler. „Dann sind sie bei der Hauptuntersuchung auf der sicheren Seite.“

Sieger und Verlierer

Bei den statistisch besten Marken zeigte sich ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Wie zuletzt dürfen sich Mercedes und Porsche freuen: Mit einer Quote von zwei Prozent erheblicher Mängel hat der Mercedes SLK bei den dreijährigen Fahrzeugen die Nase vorn, bei den Fünfjährigen steht mit der B-Klasse ein weiterer Mercedes ganz oben auf dem Siegertreppchen. Auch die ersten Plätze der älteren Fahrzeuge gehen an einen Schwaben: Der Porsche 911 siegt jeweils in den Altersgruppen zwischen sieben und elf Jahren. Die Schlusslichter bilden der Kia Sportage (drei Jahre), Peugeot 206 (fünf Jahre), Chevrolet Aveo (sieben Jahre), Chevrolet Matiz (neun Jahre) und Ford Ka und Ford Galaxy (elf Jahre).

In den TÜV-Report fließen Daten zu den 225 gängigsten Pkw-Modelle auf Deutschlands Straßen ein. Über 10 Millionen Hauptuntersuchungen aus dem Zeitraum von Juli 2016 bis Juni 2017 werteten die TÜV-Experten dafür aus. Der gesamte Report erscheint an diesem Freitag im Magazin „Auto Bild“.

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