Zollstreit US-Präsident hat europäische Hersteller erneut im Visier

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mit neuen Zollankündigungen schürt US-Präsident Donald Trump neue Unruhe in Politik und Wirtschaft. Die laut dem Ifo-Index bereits schlechte Stimmung der Hersteller dürfte einen weiteren Dämpfer erhalten.

(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Automobilbranche droht ein neuer Handelskonflikt mit den USA. Der US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social angekündigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von kommender Woche an von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen. Die Europäische Union und die Wirtschaft kritisieren die angekündigte Zollerhöhung scharf. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen.

Um den Handelskonflikt mit den USA abzuwenden, will sich der zuständige EU-Kommissar Maros Sefcovic an diesem Dienstag mit Donald Trumps Handelsbeauftragten Jamieson Greer treffen. Die Zusammenkunft sei am Rande eines Treffens der Handelsminister der Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten (G7) geplant, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Über mögliche Ergebnisse wolle er nicht spekulieren. Er betonte, dass die neuen Zollankündigungen von Trump bislang nicht umgesetzt worden seien.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnte vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft, sollte die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erheben. Fuest sagte der „Bild“-Zeitung: „Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.“ Jens Südekum, Berater im Bundesfinanzministerium, riet zum Abwarten. Zunächst sollte geprüft werden, ob die angekündigten US-Zölle tatsächlich erhoben werden. Für diesen Fall sprach er sich für „angemessene Gegenmaßnahmen“ der EU aus.

Miese Zahlen des Ifo-Index

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie hat sich zugleich weiter verschlechtert – und Besserung ist nicht in Sicht. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex fiel im April auf minus 23,8 Punkte nach minus 19,0 Punkten im März (saisonbereinigt), wie das Institut mitteilte. Die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU auf 25 Prozent zu erhöhen, dürfte den Ausblick nun weiter verschlechtern.

Zwar bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage besser als im Vormonat, die Erwartungen für die kommenden Monate brachen jedoch ein. Der Erwartungsindikator sank auf minus 30,7 Punkte von zuvor minus 15,3 Punkten.

Der Außenhandelsverband BGA zeigt sich offen für Gegenmaßnahmen der Europäischen Union, sollte US-Präsident Donald Trump die angedrohten höheren Zölle auf Autoimporte aus der EU tatsächlich einführen. „Sobald klar ist, auf welche Verstöße die amerikanischen Zölle erhoben werden, um welchen Umfang es sich bei den Maßnahmen handelt und welche Rechtsgrundlage zugrunde liegt, kann über mögliche Gegenmaßnahmen gesprochen werden“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, dem „Handelsblatt“. Man setze weiter vorrangig auf Dialog und Verhandlungen, so Jandura. Gleichzeitig müsse Europa seine „Interessen jedoch klar und konsequent verteidigen“.

EU: Alle Optionen liegen auf dem Tisch

Der Sprecher der Kommission sagte in Brüssel, sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die nicht mit Absprachen aus dem vergangenen Sommer vereinbar seien, halte man sich alle Optionen offen, um die Interessen der EU zu schützen. Diese könnten nach früheren Angaben EU-Sonderzölle auf Wareneinfuhren aus den USA oder die Nutzung eines Instruments gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen umfassen. Diese sogenannte „Handels-Bazooka“ könnte es etwa ermöglichen, US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge auszuschließen oder Digitalkonzerne wie Apple, Microsoft, Google und Meta mit Zusatzabgaben zu belegen.

(ID:50834705)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung