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VDAT: Alufelgenreparatur weiterhin problematisch

| Autor / Redakteur: Slawa Schaub, Ottmar Holz / Slawa Schaub

In Werbeanzeigen mancher Kfz-Betriebe ist von „gesetzlich zugelassenen Alufelgen-Aufbereitungsverfahren“ die Rede. Der Verband der Automobil Tuner geht der Sache auf den Grund und sagt, was tatsächlich „gesetzlich zulässig“ ist und was nicht.

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Laut Grundsatzpapier gilt: Eine fachgerechte Aufbereitung bis zur maximalen Beschädigungstiefe im Grundmetall von einem Millimeter ist nur im Bereich von 50 Millimeter in radialer Richtung ausgehend vom Außenhorn zulässig.
Laut Grundsatzpapier gilt: Eine fachgerechte Aufbereitung bis zur maximalen Beschädigungstiefe im Grundmetall von einem Millimeter ist nur im Bereich von 50 Millimeter in radialer Richtung ausgehend vom Außenhorn zulässig.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Die Instandsetzung von Aluminiumfelgen sorgt noch immer für heikle Diskussionen unter Automobilexperten. Zurzeit kursieren Werbeanzeigen einiger Reparaturbetriebe, die mit dem Hinweis auf zertifizierte und gesetzlich zulässige Reparaturverfahren Vertrauen wecken wollen. Diese Zuverlässigkeit ist laut Harald Schmidtke, dem Geschäftsführer des VDAT (Verband der Automobil Tuner), oft nur vorgegaukelt. Tatsache ist: Es gibt keine behördlich genehmigten Prüfgrundlagen für reparierte Aluminiumfelgen.

Grundsätzlich ist eine Reparatur zwar erlaubt, jedoch ist eine Wiederverwendung der reparierten Räder im öffentlichen Straßenverkehr nicht zulässig. Dieses Verbot basiert auf einer Verlautbarung des Bundesministeriums für Verkehr aus dem Jahr 2010 – einzige Ausnahme ist die optische Aufbereitung nach einem genau definierten Vorgabenkatalog (siehe Seite zwei). Die Begründung: Es entsteht zum einen ein maßgebliches Problem in Bezug auf die Produkthaftung. Ein geprüftes Rad verändert sich nach einer Reparatur und entspricht danach nicht mehr dem Prüfmuster.

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Zum anderen ist die Festigkeitsprüfung für Aluminiumräder laut Schmidtke eine zerstörende. Aus genau diesem Grund können gültige Prüfverfahren für reparierte Räder nicht angewendet werden. Somit gibt es laut VDAT keine nachweisbare Garantie für die Festigkeit einer reparierten Felge. Kein Reparaturbetrieb kann die Gewährleistung dafür übernehmen, dass eine solche Felge noch uneingeschränkt die positiv geprüften Eigenschaften des Originals besitzt.

Zudem führen das Beseitigen von Beschädigungen mit über einem Millimeter Tiefe im Grundmetall sowie das Zurückformen von Dellen oder Schweißen von Rissen zwar zur optischen Wiederherstellung, jedoch nicht zur technischen. Eine reparierte Alufelge hat ein verändertes oder gar zerstörtes Materialgefüge. Dies kann negative Auswirkungen auf die Radfestigkeit haben, worin ein großes Risikopotenzial steckt, da das Rad im Straßenverkehr höchsten Belastungen ausgesetzt ist.

Kleine Beschädigungen bis zu einem Millimeter Tiefe kann der Autobesitzer jedoch problemlos in einem zertifizierten Betrieb beseitigen lassen, ohne dass die Wiederverwendung des Rades im öffentlichen Straßenverkehr unzulässig wird. Definiert ist diese Vorgabe in einem Grundsatzpapier, welches die Expertengruppe des Fachausschusses Kraftfahrzeug Technik (FKT), Sonderausschuss Reifen & Räder erarbeitet hat. Hierbei handelt es sich um eine Verlautbarung des BMVI und nicht um ein Gesetz. Ein „gesetzlich zulässiges Alufelgen-Aufbereitungsverfahren“ kennt der Verordnungsgeber selbst nicht.

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