Prognose Verbesserte Chip-Verfügbarkeit bringt nur leichte Erholung

Von Andreas Grimm

Die Lage auf dem Neuwagenmarkt wird sich im gerade begonnenen Jahr etwas entspannen. Doch die Marktforschung Dataforce erwartet weiterhin nur einen gebremsten Aufschwung der Verkaufszahlen. Ein Problem bleibt der „Flaschenhals Produktion“.

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Endlich wieder Autos – ob das 2022 klappt, ist noch nicht ganz sicher. Die Marktforschung Dataforce ist aber verhalten zuversichtlich.
Endlich wieder Autos – ob das 2022 klappt, ist noch nicht ganz sicher. Die Marktforschung Dataforce ist aber verhalten zuversichtlich.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Neuwagenabsatz in Europa wird im Jahr 2022 wohl nur begrenzt steigen. Für das gerade begonnene Jahr prognostiziert die Marktforschung Dataforce einen Zuwachs der Neuzulassungen in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien auf 12,6 Millionen Einheiten. Damit blieben die Erstzulassungen erneut weit hinter den Ergebnissen der Vor-Corona-Zeit zurück. 2019 waren 15,8 Millionen Pkw erstmals auf die Straßen gerollt.

Seither haben dem europäischen Automarkt zunächst 2020 die Corona-Pandemie und 2021 die Chip-Krise schwer zugesetzt.

Problematisch ist aus Sicht von Benjamin Kibies, Senior Automotive Analyst bei Dataforce, dass „die Fahrzeugproduktion der Flaschenhals bleibt“. Die Nachfrage sei weiterhin deutlich größer als das Angebot, weshalb die Hersteller erneut ihren Fokus auf margenstarke Verkäufe richten werden. „Großkunden wie Autovermieter oder die großen Flottenbetreiber bekommen weniger Rabatte und die Eigenzulassungen von Hersteller und Handel werden weiter eingeschränkt“, erwartet er.

Unter dem Strich werden sich dagegen die Privatzulassungen etwas stärker entwickeln als die gewerblichen Neuzulassungen. Generell habe das Auto Zukunft, ist Dataforce-Geschäftsführer Marc Odinius überzeugt. Man verzichte nicht auf das Auto zugunsten von schlecht ausgebauten öffentlichen Nahverkehrsnetzen, sondern schätze den Pkw mehr denn je, nutze ihn aber aus verschiedenen Gründen deutlich weniger.

Im Wettbewerb um Käufer werden aus Sicht der Marktforschung die Elektrofahrzeuge nochmals zulegen, ihren Marktanteil aber nur noch um 3,5 Prozentpunkte ausbauen (BEV, PHEV und HEV zusammengenommen). Ein Grund sei, dass mit wachsender Halbleiter-Verfügbarbeit auch wieder mehr Benzin- und Dieselfahrzeuge produziert würden. Gleichzeitig werde es schwieriger, weitere Kunden für die E-Fahrzeuge zu gewinnen, da der Elektro-Aufpreis bei kleinen und kompakten Pkw weiterhin stark ins Gewicht fällt und kaufwillige Kunden belastet.

Gleichwohl sieht Michael Gergen, Senior Key Account Manager Germany von Dataforce, Anlass für Optimismus. Aufgrund zahlreicher Modellneuheiten sei eine Marktbelebung realistisch, allen voran Cupra Born, Mercedes EQE, Nissan Ariya, Renault Megane E-Tech, VW ID5 und VW ID Buzz. Auch interessante „normale Pkw“ werden verfügbar: BMW 2er Active Tourer, Dacia Jogger, neuer Opel Astra, neuer Peugeot 308. Spannend sei auch, wie sich neue (elektrische) Marktteilnehmer schlagen werden, darunter Aiways U6, Genesis GV 60 oder der MG 5.

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