Gebrauchtwagen Verbraucher kaufen nicht mehr zu jedem Preis

Von Silvia Lulei

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Die Preise für Gebrauchtwagen sind völlig überhitzt, und die Händler freuen sich über hohe Erträge. Aber plötzlich stagniert die Nachfrage, weil die Verbraucher jetzt andere Sorgen haben. Ist das die Quittung?

Die Verbraucher überlegen genau, wofür sie Geld ausgeben. Überteuerte Gebrauchtwagen gehören nur dazu, wenn es unbedingt sein muss.(Bild:  © alfa27 - adobe.stock.com)
Die Verbraucher überlegen genau, wofür sie Geld ausgeben. Überteuerte Gebrauchtwagen gehören nur dazu, wenn es unbedingt sein muss.
(Bild: © alfa27 - adobe.stock.com)

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, muss gerade nehmen, was er kriegt. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Verbraucher bereit sind, jeden Preis dafür zu zahlen. Viele warten ab, lassen sich einfach länger Zeit mit der Entscheidung. Gekauft wird schließlich nur noch, wenn man es sich leisten kann oder unbedingt ein neues Fahrzeug braucht. Steigende Lebenshaltungskosten und gestiegene Zinsen sind eine Verkaufsbremse. Wie stark diese Bremse wirkt, lässt sich heute nur schwer vorhersagen. Aber höhere Standzeiten beim Handel deuten darauf hin, dass zu der Beschaffungskrise eine Absatzkrise hinzukommt.

Seit 2019 sind Gebrauchtwagen in allen Altersklassen im Schnitt um 25 Prozent teurer geworden. Die DAT hat errechnet, dass dreijährige Fahrzeuge heute zu einem Preis zu bekommen sind, den man früher für ein- bis zweijährige Gebrauchtwagen gezahlt hat. Ein gewaltiger Preistreiber war die schlechte Verfügbarkeit von Neu- und Gebrauchtwagen, die in der Pandemie ihren Anfang nahm und sich bis heute hält. Infolgedessen gibt es deutlich weniger junge Gebrauchtwagen (bis 24 Monate) auf dem Markt. Bei Mobile.de waren es im August 2022 25 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.