Verschwundene Automarken: Manchmal kommen sie wieder

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Deutlich erfolgreicher war hingegen der japanische Hersteller Daihatsu, der bereits 1977 erste Fahrzeuge nach Deutschland importierte. 1998 wurde Daihatsu Teil von Toyota und fortan in Deutschland zu einer Art Kleinwagenmarke des Riesenkonzerns degradiert, die sich über lange Jahre als Nischenanbieter durchschlagen musste. 2011 entschied sich Toyota für den Rückzug der Importmarke aus Europa, dem Anfang 2013 die endgültige Schließung der Deutschlandzentrale folgte.

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Ebenfalls zum Spielball eines Großkonzerns wurde der koreanische Hersteller Daewoo. Mitte der 90er-Jahre nahm man viel Geld in die Hand, um sich in Europa einen Namen zu machen. Nach finanziellen Problemen folgte Ende der 90er-Jahre die Übernahme durch General Motors. Ab 2005 wurden die Autos der Marke in Chevrolets umbenannt und der mit vielen Werbemillionen eingeführte Markenname Daewoo auf Eis gelegt.

Apropos Chevrolet: Die große Traditionsmarke von General Motors wurde fortan in Deutschland etabliert. Doch auch dieses Engagement war nur von kurzer Dauer, denn 2015 hat der Mutterkonzern in Detroit den Vertrieb der meisten Chevy-Modelle offiziell eingestellt. Lediglich Camaro und Corvette werden weiterhin hierzulande angeboten.

GM steht für weitere Pleiten als Folge der Leman-Krise. Mit in den Abgrund gerissen haben die Amerikaner unter anderem den schwedischen Hersteller Saab. 2009 wurden Marke und Fabrik sowie die Rechte am neuen 9-5 zwar an Spyker verkauft. Doch kurz nach der Einführung des neuen 9-5 gingen Ende 2011 in Trollhättan die Lichter aus. Der Auflösung 2012 folgte der Verkauf an chinesische Investoren, die mittlerweile den alten 9-3 in China bauen.

Ein ähnliches Schicksal ereilte die Marke Hummer. Der Hersteller klobiger SUVs expandierte 2004 auch noch Europa. Als Folge der Finanz-Krise wollte GM den Nischenanbieter allerdings 2009 an Chinesen verkaufen. Doch der Spezialmaschinenhersteller Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery fehlten die Genehmigungen vom chinesischen Staat. 2010 zu GM die Reißleine und wickelte Hummer ab.

Chrysler und Lancia verschwanden gemeinsam

Ein anderer US-Konzern, nämlich Chrysler, begann ebenfalls in den Nullerjahren in Deutschland, neue Marken offiziell zu vertreiben. Neben der bereits etablierten Marke Jeep gesellten sich unter der Regie des Daimler-Konzerns außerdem noch Chrysler und Dodge hinzu. Doch mit der Übernahme des Fiat-Konzerns wurde auch die Europa-Strategie überdacht. 2011 kam es zu einer Art Ausschleichen von Dodge und Chrysler in Europa. Autos beider Marken wurden zwar weiter in Europa verkauft, allerdings unter den Labels Fiat und Lancia. So lief das Crossover-Modell Dodge Journey fortan als Fiat Freemont, während der Chrysler 300C als Lancia Thema die Werte der einstigen italienischen Kultmarke mehr schlecht als recht transportierte.

Die „New Lancia“-Strategie vom mittlerweile verstorbenen Konzernlenker Sergio Marchionne ging nicht auf. Auch hier kam es zu einer Art Ausschleichen von Lancia in Europa über mehrere Jahre. Die letzten Händlerverträge wurden 2017 gekündigt. Allein in Italien wird noch der Kleinwagen Y vertrieben. Endet sein Modellzyklus, ist auch die über 100-jährige Tradition von Lancia Geschichte.

Damit geht Lancia den Weg, den auch viele andere zum Teil traditionsreiche Hersteller bereits in den 70er- und 80er-Jahren gehen mussten. Ob DAF aus Dänemark, NSU, die französischen Hersteller Matra, Simca und Talbot oder Autobianchi und Bertone aus Italien – in allen Fällen haben unausgegorene Strategien großer Konzerne diese einst bekannten Namen ins Abseits geführt, aus dem eine Wiederauferstehung zumeist unmöglich wurde. Beispiele wie Abarth oder Alpine zeigen allerdings auch: Der Tod muss nicht für ewig sein.

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