»kfz-betrieb«-Autocheck Volvo V90 Recharge – Topmodell unter Teilstrom

Von Julia Mauritz

Auch in seinem letzten Lebensabschnitt kann der elegante Kombi der oberen Mittelklasse mit einem Plug-in-Hybridantrieb sowohl optisch als auch technisch mit dem Wettbewerb im Premiumsegment mithalten.

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Der Volvo V90 ist mit einem Plug-in-Hybridantrieb in zwei Leistungsstufen erhältlich.
Der Volvo V90 ist mit einem Plug-in-Hybridantrieb in zwei Leistungsstufen erhältlich.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Volvo ist mit dem Kombisegment so eng verwoben wie wohl kein anderer Hersteller. Mit den einstigen kastigen Familienbombern hat die aktuelle Generation dabei nichts mehr gemein. Besonders deutlich wird das bei Volvos Flaggschiff V90. Der elegante Business-Kombi hat auch in seinem siebten Lebensjahr und gegen Ende seines Lebenszyklus im Vergleich zu den Wettbewerbern im Premiumsegment nicht an Attraktivität verloren.

Die Linienführung des 4,9 Meter langen Kombi wirkt zeitlos, die Proportionen sind ausgewogen. Von den verhältnismäßig kurzen Überhängen profitieren die Insassen und deren Gepäck. Der Kofferraum schluckt 551 Liter und die Passagiere, die auf den Rücksitzen Platz nehmen, können sich über jede Menge Beinfreiheit freuen. Das große Panorama-Glasschiebedach sorgt für ein angenehm luftiges Raumgefühl. Dessen Bedienung erschließt sich dabei nicht sofort; genau wie bei manch anderer Funktion im Fahrzeug, die fast alle über den Touchscreen im Tabletformat gesteuert werden.

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Leder will Volvo mit Blick auf seine Nachhaltigkeitsstrategie in den kommenden Jahren schrittweise ganz aus seinen Fahrzeugen verbannen. Dem Premiumcharakter tut das keinen Abbruch: Der für Volvo typische, stark reduzierte Innenraum des Testwagens wirkte auch mit komfortablen Sportsitzen mit einem Bezug aus Wolle und recyceltem Polyester in einem warmen Grauton sehr wertig. Ein pfiffiger Eyecatcher bei der V90-Topausstattung „Inscription“ ist dabei der innen beleuchtete Schalthebel aus Kristallglas.

Umfangreiches Sicherheitspaket

Das alles hat natürlich seinen Preis: Der V90 mit Plug-in-Hybridantrieb kostet in der Topausstattung mindestens 72.800 Euro. Bereits serienmäßig verbaut ist dabei ein umfangreiches Sicherheitspaket. Es schützt nicht nur die Insassen, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer praktisch vor jeder möglichen Gefahr an Kreuzungen, auf glatten Straßen oder beim unbeabsichtigten Verlassen der richtigen Fahrspur. Bei geringer Geschwindigkeit erzeugt das Modell künstliche Fahrgeräusche, um Fußgänger oder Fahrradfahrer auf das Fahrzeug aufmerksam zu machen.

Ebenfalls praktisch ist eine neue Funktion, die dem Fahrer beim Warten an einer Ampel oder beim Stop-and-Go-Verkehr mitteilt, dass sich das Fahrzeug vor ihm bewegt und er weiterfahren kann. Rundum überzeugen konnte auch das moderne Google-basierte Infotainmentsystem. Zu dessen Stärke zählen eine gut funktionierende Sprachsteuerung, Echtzeitverkehrsdaten und der Zugang zu praktischen Services und Apps.

Trotz der bereits umfangreichen Serienausstattung lässt sich beim V90 noch eine Schippe drauflegen: So brachte es der Testwagen auf stolze 88.530 Euro. Manch eine kostenpflichtige Zusatzausstattung mutet dabei schon fast skurril an: Jenseits größerer Kostenblöcke wie der gut 3.000 Euro teuren Premium-Soundanlage oder dem adaptiven Luftfahrwerk an der Hinterachse müssen die Käufer beispielsweise für die elektrische Kindersicherung hinten oder für eine Einparkhilfe samt Rückfahrkamera extra zahlen.

Antriebsseitig bietet Volvo den V90 Recharge in zwei Plug-in-Versionen an: Neben der getesteten Einstiegsversion T6 gibt es noch die Topversion T8, die es auf eine Gesamtsystemleistung von stolzen 455 PS bringt. Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass die aktuelle Fahrzeuggeneration ohnehin bei 180 km/h automatisch abgeriegelt wird, reicht die Einstiegsvariante dabei durchaus aus. Sie machte mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik auf den Testfahrten jedenfalls in jeder Fahrsituation eine gute Figur. Volvo hatte die Leistung des Elektromotors zum Start des Modelljahrs 2022 um gut 50 PS auf 107 kW/145 PS erhöht. Auch im reinen Verbrennerbetrieb überzeugte der V90 mit seiner Leistungsentfaltung: Sowohl der spontane Antritt als auch die Elastizität waren beeindruckend. Überholmanöver absolvierte der Kombi flink und souverän.

18,8 kWh Speicherkapazität

Was die elektrische Reichweite angeht, hatte Volvo die Speicherkapazität der Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie mit dem Modelljahreswechsel ebenfalls erhöht: Sie verfügt jetzt über 18,8 kWh. Im rein elektrischen Modus lässt sich der Kombi dabei inzwischen auch mittels One-Pedal-Drive bedienen. Die versprochene rein elektrische Reichweite von knapp 90 Kilometern, die der Hersteller in Aussicht stellt, war in der Praxis dabei allerdings nicht drin.

Der Durst des 186 kW/253 PS starken Vierzylinder-Motors mit 2,0 Liter Hubraum hält sich dafür mit Blick auf die Fahrzeugklasse auch in Grenzen: Vorwiegend auf Autobahnstrecken bewegt, begnügte sich der Kombi mit gut acht Litern Benzin.

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