VW-Händler wollen neuen Vertrag nicht unterschreiben

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Die befragten Händler nannten auf Anfrage eine Vielzahl von Kritikpunkten am neuen Vertragswerk, wie es ihnen am Donnerstag vom VAPV präsentiert wurde. Kritik entzündete sich schon am Umfang. Es handle sich um einen 30-seitigen Vertrag, der aber um Richtlinien mit einem Umfang von 400 Seiten ergänzt werde. Viele Händler dürften damit überfordert sein, den Inhalt zu verstehen, wie sich ein Partner äußerte: „Das ist ohne wenigstens ein Grundstudium in Jura kaum zu machen.“ Auch trügen der Vertragstext und die Richtlinien an vielen Stellen der Handelspraxis nicht wirklich Rechnung – teils widersprächen sich Formulierungen sogar.

Vor allem aber richtete sich die Kritik dagegen, dass VW das neue Vertragswerk offenbar einseitig gestalten will.

„Alle Regelungen sind im Sinne der Volkswagen AG, nichts im Sinne der Händlerschaft. Das ist ein Schlag ins Gesicht für unser mittelständisches Unternehmen. Wir wünschen uns einen respektvolleren Umgang“, sagte ein Teilnehmer. Ein anderen Partner sagte: „Es gibt nichts in den Verträgen, an dem man eine partnerschaftliche Gesinnung erkennen kann – alle Formulierungen sind zu unserem Nachteil.“

Als Beispiele nannten die Händler die Regelungen, die für den künftigen Umgang mit Kundendaten vorgesehen sind. Die befragten Partner schilderten, VW wolle vollumfänglichen Zugang zu den Daten, die die Händler von Kunden sammelten. Jedoch wolle der Konzern keine Kompensation dafür leisten. In der Digitalwirtschaft gelten Kundendaten als zentrales Element zum Aufbau von Geschäftsmodellen.

Ein anderes Beispiel für die Einseitigkeit der bislang in den Vertragsentwürfen vorgesehenen Regelungen ist – wie Händler schilderten – der Direktvertrieb: Die Partner sollen demnach künftig offenbar nicht mehr an diesem Geschäft des Herstellers beteiligt werden.

Rückendeckung für den Händlerverband

Der Händlerverband, der in der Vergangenheit in Teilen der Händlerschaft immer wieder in der Kritik stand, erhielt am Ende der Veranstaltung nach übereinstimmenden Äußerungen aller befragten Tagungsteilnehmer Rückendeckung von den Händlern. Die versammelten Partner standen demnach auf und spendeten Dirk Weddigen von Knapp, dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer des Verbandes, sowie dem gesamten Team des VAPV Beifall für die bisherige Arbeit in den Verhandlungen.

Den Angaben zufolge will der Verband nun zweiwöchentlich mit dem Hersteller verhandeln. Außerdem soll es zügig weitere Händlerverbandstagungen geben. Die nächste Veranstaltung ist laut Tagungsteilnehmern für den 12. März geplant.

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