Seit vergangener Woche sind die ersten Modelle des VW ID 3 bestellbar. Auch über die Preise gibt es inzwischen Klarheit. Erste Reaktionen zeigen: Der Handel freut sich über die Fortschritte, muss sich aber mit mancher Kritik von Interessenten auseinandersetzen, für die er nichts kann.
Im Sommer soll der VW ID 3 auch auf den Straßen zu sehen sein.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)
Anfang September will VW die ersten Einheiten der 1st Edition des ID 3 ausliefern – wenn zunächst auch noch nicht voll funktionsfähig. Seit dem 17. Juni nehmen VW-Händler in Deutschland nun auch verbindliche Bestellungen der sogenannten Prebooker entgegen, die beim Hersteller eine Reservierungsgebühr von 1.000 Euro hinterlegt haben. Etwa 37.000 jener Interessenten soll es in Europa geben, die 1st Edition ist allerdings auf 30.000 Einheiten limitiert.
Bis zuletzt gab es Rätselraten um die genauen Preise des Fahrzeugs. Schon einige Zeit war klar, dass VW mit der 1st Edition noch nicht das Versprechen einlösen würde, ein Modell für weniger als 30.000 Euro auf den Markt zu bringen. Jene Version soll später folgen. Da mittlerweile auch der Online-Konfigurator auf Volkswagens Website live ist, sind inzwischen auch die Angebote für die ersten ID-3-Kunden veröffentlicht. Interessenten, die sich nun auch final für einen Kauf entscheiden, können zwischen folgenden Varianten wählen:
Nicht eingerechnet in die Preise sind der staatliche Umweltbonus in Höhe von voraussichtlich 6.000 Euro, die VW-eigene Bezuschussung sowie die um drei Prozentpunkte niedrigere Mehrwertsteuer, die in Deutschland zeitnah greifen soll. Beachtet man jene Subventionen, dürfte die Einstiegs-Variante des VW ID 3 1st Edition Kunden 30.425 Euro kosten.
Drei verschiedene Ausstattungsvarianten
Diese enthält einen 150 kW-Motor, der Batterieenergiegehalt (netto) liegt bei 58 kWh. Damit soll das Auto nach WLTP-Messung 424 Kilometer pro Vollladung weit kommen. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt das Auto in 7,3 Sekunden, bei 160 Stundenkilometern ist in der Spitze Schluss. Die „kundennahe elektrische Reichweite“ beziffert der Hersteller mit 300 bis 420 Kilometer. Zur Serienausstattung der Einstiegsversion zählen außerdem beispielsweise 18-Zoll-Leichtmetallräder in schwarz, das Navigationssystem „Discover Pro“, digitaler Radioempfang, die automatische Distanzregelung ACC „stop & go“ mit Geschwindigkeitsbegrenzer, ein beheizbares Leder-Multifunktionslenkrad, beheizbare Vordersitze, eine Abbiegebremsfunktion sowie eine Ausweichunterstützung.
Etwas mehr Ausstattung bekommen Kunden, die sich für die Variante „1st Plus“ entscheiden“. Beispielsweise sind dann 19-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Matrix-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten an Bord. Weitere Features sind ein schlüsselloses Schließ- und Startsystem, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel und eine Rückfahrkamera. Der Kaufpreis jener Version liegt vor staatlicher und VW-eigener Förderung bei 45.995 Euro.
Die Top-Version „1st Max“ kommt mit 20-Zoll-Leichtmetallrädern, einem Head-up-Display und einer Wärmepumpe zur Reichweitenoptimierung daher. Zudem sind zusätzliche Fahrerassistenzsysteme wie den Travel Assist, einen Spurhalte- und einen Notfallassistenten integriert. Auch ein Panoramadach sowie 6+1 Lautsprecher sind enthalten. Der Preis vor Vergünstigungen: 49.995 Euro. Sowohl Plus- als auch Max-Version haben den gleichen Motor wie die Einstiegsvariante. Für alle Editionen gibt es ohne Aufpreis vier Farben: Mondsteingrau Schwarz, Gletscherweis Metallic Schwarz, Makena-Türkis Metallic Schwarz oder Mangangrau Metallic Schwarz.
Keine individuellen Sonderwünsche möglich
Auffällig ist beim Konfigurieren zudem, dass keinerlei individuelle Sonderausstattung gebucht werden kann. Schon weit vor dem Start hatte VW angekündigt, für die Zusammenstellung eines ID 3 sollten nur zehn Klicks nötig sein.
Einen zunehmenden Stellenwert in den Planungen der Wolfsburger nehmen auch im Privatkundengeschäft Leasing-Modelle ein. Die monatliche Leasingrate für den ID 3 1st Edition starten laut Hersteller bei 286 Euro. Rund um das Auto bietet der Konzern aber auch mithilfe des Programms „Lease & Care“ Leasing-Pakete an, die bereits bestimmte Service-Leistungen enthalten. Diese gestalten sich folgendermaßen:
Im Handel zeigte man sich erfreut, dass es mit dem ID 3 nach viel Ungewissheit in den vergangenen Monaten nun vorangeht. Mehrere VW-Partner brachten das in den sozialen Netzwerken zum Ausdruck. Das Autohaus Liliensiek aus Dippoldiswalde veröffentlichte beispielsweise pünktlich zum Bestellstart ein Video.
Stand: 08.12.2025
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Auch Wolf Warncke, Geschäftsführer des Autohauses Warncke in Tarmstedt, zeigte sich erfreut und erklärte via Linkedin, dass bei ihm bereits manche Bestellung eingegangen sei. In den Kommentaren zu jenem Post zeigte sich aber auch ein Kunde enttäuscht, der sich von mehreren Stuttgarter VW-Händlern offenbar vergeblich nähere Informationen zum ID 3 erhofft hatte. Doch dort könne man das Auto weder anschauen noch Probefahren, so die Kritik.
Dafür kann der Handel allerdings nichts, wie auch Warncke erklärte. Denn bislang hat VW die Partner noch nicht mit Ausstellungsfahrzeugen ausgestattet. Generell läuft im Vertrieb rund um den ID 3 vieles anders als man es bislang bei VW gewohnt ist. Der Hersteller versucht sich erstmals im Privatkundengeschäft am Agenturvertrieb. Damit agieren die Händler nurmehr als Agenten. Den Vertrag schließt der Kunde direkt mit Volkswagen. Dafür übernimmt der Hersteller einige finanzielle Risiken, die bislang beim Handel lagen. Allerdings verlieren die Partner im Gegenzug manche Kontaktmöglichkeit zu den Kunden. Das Modell ist in Handelskreisen deshalb nicht komplett unumstritten.