VW-Konzern ordnet seine Finanzsparte neu
Die VW-Bank ist jetzt eine direkte Tochtergesellschaft der Volkswagen AG und nicht mehr Bestandteil von VW Financial Services. Das hat auch den ein oder anderen Ämterwechsel zur Folge.
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Die Volkswagen Bank GmbH ist seit Freitag, dem 1. September, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG, nachdem die VW Finanzdienstleistungen im November vergangenen Jahres eine gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung eingeleitet haben. Ziel der Neuaufstellung war es, das Kredit- und Einlagengeschäft im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in der Volkswagen Bank GmbH zu bündeln. Die anderen Aktivitäten wie das Leasing-, Versicherungs-, Dienstleistungs- und Mobilitätsgeschäft sowie das Kreditgeschäft außerhalb Europas verbleiben in der Volkswagen Financial Services AG. Zudem hat der Konzern eine neue Gesellschaft, Volkswagen Financial Services Digital Solutions GmbH, gegründet, die ausgewählte Dienstleistungen für ihre Muttergesellschaften Volkswagen Bank GmbH und Volkswagen Financial Services AG entwickeln und bereitstellen soll.
„Wir haben mit der Neuaufstellung noch mehr Transparenz und Übersichtlichkeit für die Aufsicht geschaffen“, sagt Dr. Michael Reinhart, neuer Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Bank GmbH, und erläutert weiter: „Mit der Volkswagen Bank GmbH sind wir bereits heute sehr erfolgreich. Nun wollen wir sie zu einer noch stärkeren und noch erfolgreicheren europäischen Bank ausbauen.“
Seit Oktober 2006 ist Reinhart Mitglied des Vorstands der Volkswagen Financial Services AG und verantwortlich für die Bereiche Risikomanagement und Kreditanalyse. Die neue Geschäftsführung der Volkswagen Bank GmbH besteht neben Reinhart aus Harald Heßke (Geschäftsführer Finanzen), Christian Löbke (Geschäftsführer Risikomanagement und Kreditanalyse) und Dr. Volker Stadler (Geschäftsführer Operations und Informationstechnologie).
Ausbau des Geschäftsvolumens geplant
„Mit dieser Neuaufstellung haben wir die Strukturen der Volkswagen Finanzdienstleistungen effizienter gemacht. Wir wollen dies nutzen, um unsere Wachstumsziele zu erreichen“, sagt Lars Henner Santelmann, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG. Der Finanzdienstleister hat sich im Rahmen seiner Strategie „Route 2025“ vorgenommen, bis zum Jahr 2025 insgesamt über 30 Millionen Bestandsverträge zu verfügen. „Mit dieser Neuaufstellung schaffen wir finanziellen Spielraum für kapitaleffizientes Wachstum in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern“, ergänzt Santelmann.
Der Vorstand der Volkswagen Financial Services AG wird durch den Wechsel von Reinhart von sechs auf fünf Vorstandsmitglieder reduziert. Dies sind Lars Henner Santelmann (Vorstandsvorsitzender), Frank Fiedler (Vorstand für Finanzen und Beschaffung), Dr. Christian Dahlheim (Vorstand für Vertrieb und Marketing), Christiane Hesse (Vorstand für Personal und Organisation) und Dr. Mario Daberkow (Vorstand für Informationstechnologie und Prozesse).
Neuer Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Financial Services Digital Solutions GmbH wird Torsten Zibell. Die Geschäftsführung der neuen Gesellschaft wird aus Torsten Zibell, Jens Springer (Geschäftsführer Kundenservice) und Thomas Sutter (Geschäftsführer Informationstechnologie) bestehen.
Porsche-Finanztochter mit erweiterter Führung
Auch die Finanztochter von Porsche stellt sich neu auf. Holger Peters und Jörg Pape ziehen in die Führungsetage der Porsche Financial Services ein. Sie sind zum 1. September 2017 neben den langjährigen Firmenchefs Albert Moser und Konrad Riedl zu neuen Geschäftsführern berufen worden. „Damit reagieren wir auf das starke Wachstum der Porsche Financial Services und die strategischen Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung und der weiteren Internationalisierung. Mit Holger Peters und Jörg Pape konnten wir zwei ausgewiesene Finanzexperten für die Positionen gewinnen“, sagte Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und IT der Porsche AG.
Peters hatte bei Porsche seit 1996 mehrere Führungspositionen im In- und Ausland inne, zuletzt trug er fast acht Jahre lang die Verantwortung für das Controlling. Papes berufliche Laufbahn begann 1992 bei der Volkswagen AG. Anschließend bekleidete er verschiedene Führungspositionen bei VW Financial Services.
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